1. Die Woch

Unsere Vereine: Skatspielen ist auch 2020 „in“

Unsere Vereine : Skatspielen ist auch 2020 „in“

Die vor vier Jahren gegründeten Vulkanasse aus Bettenfeld in der Verbandsgemeinde Wittlich-Land gehen auf hohem Niveau dem Kartenspiel nach.

Am 30. Oktober 2016, vor vier Jahren, hat sich der Skatverein Vulkanasse Bettenfeld gegründet. Er hat heute 15 Aktive, die alle auf hohem Niveau dem Skatspiel nachgehen.

Den traditionellen Preisskat der Kurverwaltung Manderscheid veranstalten sie gemeinsam mit der Tourist-Information Manderscheid des GesundLands Vulkaneifel. Er findet immer donnerstags ab 19 Uhr im Kurhaus in Manderscheid statt. Den Höhepunkt bildet der große Weihnachtspreisskat, der in diesem Jahr für Dienstag, 29. Dezember, vorgesehen ist. Ob die Veranstaltung allerdings stattfindet, hängt von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie ab. Außerdem organisieren die Bettenfelder jährlich ein Vereinsfest als Turnier in der Mosenberghalle.

Hermann Warscheid aus Bettenfeld fuhr mit einigen seiner Kumpels regelmäßig zum Preisskat der Kurverwaltung. Er sagt: „Als sich das wiederholte und wir alle mehr wollten als nur unregelmäßig unserem großen Hobby nachzugehen, kam schnell die Idee auf, einen Verein zu gründen.“ Die Gründungsversammlung brachte die erforderliche Mitgliederzahl, und die Gründer erstellten eine Vereinssatzung. „Für jedes Vereinsmitglied wurde ein Spielerpass beim Verband beantragt, und wir konnten schon in der folgenden Saison am Ligabetrieb und Meisterschaften teilnehmen“, erzählt Warscheid. „Eine Mannschaft besteht aus vier Spielern, wahlweise kann ein Auswechselspieler eingesetzt werden. Zurzeit spielen wir mit zwei Mannschaften in der Landes- und Verbandsliga. Mit etlichen Spielern nehmen wir jährlich an den deutschen Einzelmeisterschaften teil.“

Die Vulkanasse sind in ihrer recht kurzen Geschichte überaus erfolgreich. 2017 wurde Vorstandsmitglied Arnold Thiex Sechster bei den Deutschen Einzelmeisterschaften. Im vergangenen Jahr erreichte das Team aus der Eifel in der Endrunde in Magdeburg mit dem 35. Platz im Mannschaftswettbewerb ein beachtliches Ergebnis. Schon im ersten Jahr der Teilnahme am Eifelpokal 2018 gab es einen sehr guten zweiten Platz in der Mannschaftswertung. Aufgrund der Corona-Krise gab es dieses Jahr keinen Ligabetrieb. Auch die Deutschen Einzel- und Mannschaftsmeisterschaften wurden nach der Vorrunde abgebrochen. Die Vulkanasse hatten sich über Vor- und Zwischenrunde auf Landesebene für die Teilnahme an der Endrunde qualifiziert. Im Einzelwettbewerb wäre Thomas Teusch angetreten.

Auch das eigene Vereinsturnier ist überaus erfolgreich. Bisher wurden drei Turniere mit jeweils etwa 100 Spielerinnen und Spielern ausgetragen. Sogar aus dem benachbarten Belgien reisten Teilnehmer an. Für 2021 ist der 28. Februar in der Mosenberghalle schon festgelegt.

Drei Fragen an Erwin Maiers, Vorsitzender der Verbandsgruppe Trier im Deutschen Skatverband:

Wie ist das Skatspielen in Deutschland organisiert?

Maiers: Der Deutsche Skatverband wurde 1899 in Altenburg, im Osten des Freistaats Thüringen, gegründet. Er organisiert heute rund 20 000 Aktive. Der Deutsche Skatverband organisiert einen Ligawettbewerb mit drei Bundesligen. In der mittleren Ebene sind 13 Landesverbände mit aktuell 1666 Vereinen angesiedelt. Sie organisieren die Landes- und die Oberliga. Die unterste Ebene bilden die Verbandsgruppen mit der Verbandsliga.

Welche Wettbewerbe finden statt?

Maiers: Auf allen Ebenen werden Einzel-, Tandem- und Mannschaftsmeisterschaften sowie das Funktionärsturnier ausgetragen. Die Vorrunden finden jeweils in den Verbandsgruppen, die Zwischenrunden im Landesverband und die Endrunden beim Deutschen Skatverband statt.

Wo steht da der Verein Vulkan­asse Bettenfeld?

Maiers: Die Bettenfelder sind seit 2016 Mitglied in der Verbandsgruppe Trier, einer der vier Verbandsgruppen im Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland. Hier sind 18 Vereine mit insgesamt 330 Mitgliedern organisiert. Mit dabei: drei Vereine aus dem Nachbarland Luxemburg.

Auf lokaler Ebene wird jährlich der Eifelpokal an sechs Spiel­abenden mit sechs Vereinen ausgetragen (Herz Bube Bitburg, Pik 7 Ralingen, Gut Blatt Schönecken, Skatklub Hillesheim, Pik As Schalkenmehren und Vulkanasse Bettenfeld).

Gespielt wird mit jeweils acht Spielern oder Spielerinnen pro Mannschaft. Es gibt eine Mannschafts- und Einzelwertung. Der Finaltag mit Siegerehrung findet regelmäßig sonntags im Gasthaus Ferring in Minden an der Sauer statt.

Ein paar Grundregeln des Skatspiels für Anfänger

Gespielt wird mit 32 Karten in zwei Farben nach der Wertigkeit: Kreuz und Pik in schwarz, Herz und Karo in rot. In jeder Farbe gibt es die acht Karten mit den Werten sieben, acht, neun, zehn sowie den „Bildern“ Bube, Dame, König und dem Ass. Die Buben in der Reihenfolge Kreuz, Pik, Herz und Karo sind die Spitzentrümpfe. Die unterschiedlichen Werte 120 Punkte (auch „Augen“ genannt). Zum Sieg wird mehr als die Hälfte der Punkte benötigt, also 61.

Gespielt wird zu dritt. Nachdem die Karten gemischt sind, verteilt der Kartengeber reih­um von links nach rechts (im Uhrzeigersinn) zehn Karten verdeckt, zwei Karten in die Mitte. Sie sind der Skat, dem das Spiel seinen Namen verdankt.

Ein Spieler spielt immer gegen zwei Gegner, die ein verbündetes Team bilden. Wer Alleinspieler werden darf, wird am Start beim sogenannten Reizen ermittelt. Der Reizvorgang ist nichts anderes als eine Auktion, bei der letztlich das höchste Gebot gewinnt. Die Gebote errechnen sich durch eine Multiplikation des Grundwerts der gewünschten Spielvariante – die Grundwerte sind Karo: neun, Herz: zehn, Pik: elf, Kreuz: zwölf, Null: 23 und Grand: 24 – und der Anzahl der jeweils vorhandenen Spitzentrümpfe (die Buben). Ein Beispiel: Das kleinste Gebot ist 18 für ein Karo-Spiel mit nur einem Spitzentrumpf (ein Bube mal neun ergibt neun, gespielt zwei gleich 18). Der Sieger des Reizens wird Alleinspieler und darf nun den Skat aufnehmen. Von den zwölf Karten, die er dann in der Hand hält, legt er zwei Karten, die er am wenigsten gebrauchen kann, verdeckt vor sich ab. Dieser Vorgang wird Drücken genannt. Dann folgt die Spielansage, etwa: „Ich spiele Karo.“ Der Spieler, der links vom Kartengeber („in der Vorhand“) sitzt, beginnt das Spiel mit einer Karte. Reih­um geben die Spieler je eine Karte dazu, wobei sie die ausgespielte Farbe wenn möglich „bekennen“, also mit der gleichen Farbe beantworten müssen. Die stärkste Karte gewinnt den Stich und spielt den nächsten Stich. Wenn alle zehn Stiche gespielt sind, wird durch Auszählen der Punkte der Sieger ermittelt.

Die Kartenwerte zählen folgende Punkte: zehn (zehn), Ass (elf), Bube (zwei), Dame (drei) und König (vier). Sieben, acht und neun ergeben keine zählbaren Punkte. Die Karten des Teams zählen zusammen, dem Alleinspieler gehört der Skat. Neben den „Farbspielen“ (Rot für Herz und Karo oder Schwarz für Pik oder Kreuz) gibt es noch drei andere Möglichkeiten zu spielen: einen „Grand“ (hier ist der Grundwert 24), das „Handspiel“ (der Alleinspieler darf den Skat nicht einsehen) oder die „Null“ (hier darf der Spieler keinen Punkt bekommen).

Traditioneller Preisskat der Kurverwaltung

Immer donnerstags ab 19 Uhr kann beim Preisskat der Kur­verwaltung jeder Interessent mitmachen, auch ohne Anmeldung. Das Kurhaus in Manderscheid bietet ein angenehmes und helles Ambiente für das Skatspiel, vor allem aber genug Platz, um die Corona-Hygienevorschriften einzuhalten. Die Erfassung der Ergebnisse ist auf dem neuesten Stand. Statt der bisher gebräuchlichen, handschriftlich geführten Listen wird jetzt mit Tablets gearbeitet.

Die Regeln: Das Startgeld beträgt sechs Euro je Teilnehmer. Fünf Euro werden als Preisgeld verwendet, der restliche Euro geht in den Grand-Ouvert-Jackpot. Der Grand-Ouvert ist das selten gespielte „Königsspiel“ beim Skat. Der Alleinspieler muss dabei einen Grand-Hand mit offen­liegenden Karten in den Gewinnstufen „Schneider“ und „Schwarz“ spielen. Das heißt, er darf keinen Stich abgeben. Wer das Glück hat, dieses Spiel zu gewinnen, kann durchaus auf einen dreistelligen Geldbetrag aus dem Jackpot hoffen.

Blick in den vollbesetzten Kursaal beim großen Weihnachtspreisskat im vergangenen Jahr. Foto: GesundLand Vulkaneifel/Rainer Schmitz
Der Vorstand der Vulkanasse – von links: Rudi Olinger, Arnold Thiex (Spielleiter), Hermann Warscheid (Vorsitzender) Christoph Thiex (Schriftführer) und Dieter Gierden (zweiter Vorsitzender). Es fehlt Kassenwart Christoph Klein. Foto: TV/Hermann Warscheid
Sie organisieren seit Jahren das Skatspielen in Verein und Verband – von links: Werner Stadtfeld, Arnold Thiex (Spielleiter), Rainer Schmitz (Geschäftsführung Gesundland als interessierter Zuschauer), Erwin Maiers (Vorsitzender der Verbandsgruppe Trier) und Dieter Gierten (zweiter Vorsitzender der Vulkanasse). Foto: TV/Klaus Schmitz

Infos im Internet unter www.gesundland-vulkaneifel.de