1. Die Woch

Wandern: Südeifel: Die Grüne Hölle

Wandern : Südeifel: Die Grüne Hölle

Eines mal gleich vorweg: Dieser Text kann nicht objektiv sein, und schon die Auswahl des Wanderweges ist es nicht. Denn diese Tour beginnt nur ein paar Hundert Meter von meinem Wohnhaus entfernt. Und da siegt dann doch der Lokalpatriotismus über jegliches journalistische Neutralitätsgebot.

Aber mal ganz ehrlich: So sehr ich es bedauere, dass ich derzeit aus allseits bekannten Gründen nicht im Urlaub in den Pyrenäen bin – wer solch eine Natur vor der Haustür hat, der muss eigentlich gar nicht wegfahren.

Okay, Eifel und Grüne Hölle – insbesondere Motorsportfans werden da zuerst an den Nürburgring denken, aber mit einer Rennstrecke hat der Wanderweg 55 des Naturparks Südeifel nun wahrlich nichts zu tun. Im Gegenteil, man sollte es ruhig langsam angehen lassen, Hetze ist hier fehl am Platz. Da nur sechs Kilometer zurückzulegen sind, bleibt genug Zeit, die Natur am Wegesrand zu genießen. Weg und Rand können übrigend mitunter ganz schön eng sein, wenn es zwischen den bemoosten und daher grünen Felsen hindurch geht.

Start ist am Waldparkplatz gegenüber dem Waldhotel Sonnenberg. Von dort geht es bergauf in den Wald hinein bis zur Infotafel, wo die Beschilderung beginnt. Das ist auch schon der stärkste Anstieg, der Rest verläuft auf dem Plateau. Wer möchte, kann sich vorab die „Lauschtour“-App herunterladen und erhält über das Handy unterwegs viele Informationen zum Anhören. Einfach nur die Ruhe des Waldes zu genießen hat aber genauso seinen Reiz.

Der Rundweg führt über Affenkopf und Eulenhorst zur Kreuzlay. Das dortige Gipfelkreuz, 1984 errichtet von der Wandergruppe Edelweiß, wurde zwischenzeitlich erneuert. Weiter geht es zum Maria-Theresien-Stein, der heute nur die Grenze zwischen den Gemeinden Wallendorf und Bollendorf markiert, früher aber eine Staatsgrenze. Wallendorf gehörte zur Grafschaft Vianden, die Teil der österreichischen Niederlande war, Die östrerreichische Kaiserin Maria Theresia war daher auch Herzogin von Luxemburg. Bollendorf dagegen gehörte zur Reichsabtei Echternach, die reichsunmittelbares Territorium des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation war. Über Predigtstuhl und Lingelslay – mit weitem Ausblick auf Bollendorf – führt der Weg wieder zurück.