1. Die Woch

Essen & Trinken: Tradition: Weihnachtsgebäck

Essen & Trinken : Tradition: Weihnachtsgebäck

Darum verspeisen wir zur Weihnachtszeit die süßen Leckereien - Rezept für Bischofsmützen aus Kartoffel-Mürbeteig.

(red) Gerade zur Adventszeit überfällt sie einen: die Lust auf Plätzchen, Stollen und Früchtekuchen. Denn der Duft von Zimt, Muskatnuss und Nelke lauert an jeder Ecke und lädt zum weihnachtlichen Naschvergnügen ein. In vielen Haushalten hat auch Selbstgebackenes zur Adventszeit immer noch eine feste Tradition. Woher der weihnachtliche Brauch des Backens kommt und wie sich aus Kartoffeln schmackhafte Plätzchen zubereiten lassen, verraten die Experten der Kartoffel-Marketing GmbH.

Die Geschichte der Weihnachtsbäckerei

Die Tradition, zu besonderen Anlässen zu backen, soll bis in die vorchristliche Zeit zurückreichen. So brachten bereits die Kelten Gebäck in Tierform als Opfergabe dar, um in der längsten Nacht des Jahres, am 21. Dezember, böse Geister fernzuhalten. Zur Zeit des Mittelalters wurden vor allem in Klöstern aufwendige Gebäcke hergestellt, um der Geburt Christi zu gedenken. In der Weihnachtszeit verteilten die Mönche diese Backwaren auch an Bedürftige, um diese an dem heiligen Fest teilhaben zu lassen.

Häufig wurde das Gebäck mit christlichen Symbolen oder Deutungen versehen, um diese der Bevölkerung zugänglich zu machen. So sollte der mit Puderzucker bestäubte Christstollen etwa an das gewickelte Jesuskind erinnern und Gebäck in Form von Sternen an die Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland.

Immer Platz für ein Plätzchen Backwaren in Form von Plätzchen sind seit dem 18. Jahrhundert in der adligen Gesellschaft immer beliebter geworden. Man reichte sie zu Kaffee- und Teekränzchen. Jedoch waren Zutaten wie Zucker und Gewürze sehr teuer und das Gebäck daher nur der vermögenden Schicht vorbehalten. Später, etwa ab Mitte des 19. Jahrhunderts, wurde Zucker zunehmend erschwinglicher und das Backen von Plätzchen vor allem für Kinder ein Zeichen dafür, dass sich das Weihnachtsfest näherte. Denn zur Adventszeit wurde gemeinschaftlich in der Familie gebacken, genascht und am Ende wurde mit den fertigen Plätzchen sowie Äpfeln und Selbstgebasteltem der Weihnachtsbaum dekoriert.

Heute können wir Plätzchen und weihnachtliches Naschwerk häufig schon ab dem Spätsommer in Hülle und Fülle im Supermarkt kaufen. Dennoch hat sich das gemeinschaftliche Backen zur Weihnachtszeit noch in vielen Familien als Tradition bewahrt. Macht es doch Spaß und die fertigen Leckereien sind eine tolle Geschenkidee für Freunde, Verwandte und Kollegen oder einfach eine süße Belohnung nach getaner (Back-)Arbeit. Das Wort „Plätzchen“ stammt übrigens von dem Wort „Platz“ ab, welches früher in vielen Regionen einen flach geformten Kuchen bezeichnete.

Bischofsmützen – Weihnachtsplätzchen aus Kartoffeln

Wer zu Hause gerne Plätzchen backt, sollte einmal die Bischofsmützen aus Kartoffel-Mürbeteig ausprobieren. Dieter Tepel, Geschäftsführer der Kartoffel-Marketing GmbH erklärt: „Die Kartoffel eignet sich hervorragend als Zutat für Gebäcke. Aufgrund ihrer Stärke macht sie den Teig besonders saftig und gibt ihm eine schöne zart-gelbe Farbe.“ Um die Bischofsmützen oder auch Pfaffenhütchen genannten Plätzchen herzustellen, werden rohe, geriebene mehligkochende Kartoffeln mit Butter, Zucker, einem Ei, Vanillemark, Mehl, Backpulver und einer Prise Salz zu einem Mürbeteig verarbeitet und dieser kalt gestellt. Nach der Zeit im Kühlschrank wird der Teig auf eine Dicke von drei Millimetern ausgerollt. Mit einem Glas oder einer Tasse können anschließend Kreise ausgestochen werden. Ein Klecks der Lieblingsmarmelade bildet den Kern des Plätzchens. Um die typische Form der Bischofsmützen zu formen, wird der Teig an drei Seiten nach oben geklappt und in der Mitte zusammengedrückt. Nach dem Backen halten sich die Bischofsmützen in einer gut verschlossenen Metalldose bis zu drei Wochen.

Rezept Bischofsmützen/Pfaffenhütchen – Kartoffel-Mürbeteigplätzchen mit Marmelade

Zutaten für ca. 25 Kekse

150 g mehligkochende Kartoffeln

60 g Butter

2 Eier

50 g Zucker

1 Bio-Zitrone

150 g Mehl

1 TL Backpulver

1 Vanilleschote (Mark davon)

1 Prise Salz

Für die Füllung:

250 g Johannisbeermarmelade

50 g Puderzucker

Für die Deko:

Hagelzucker

1 Ei

100 ml Milch

Zubereitung:

Kartoffeln waschen, schälen und fein reiben. Butter und den Zucker mit dem Handrührgerät schaumig schlagen. Ein Ei, die geriebenen Kartoffeln, das Mark der Vanilleschote und die geriebene Zitronenschale hinzufügen. Mehl, Backpulver und die Prise Salz vermischen und zu den restlichen Zutaten geben. Den Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie einwickeln und eine halbe Stunde kaltstellen.

Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Zwei Eigelbe mit etwas Milch in einer Schüssel verrühren. Die schwarze Johannisbeermarmelade und den Puderzucker in einer Schüssel anrühren.

Den Teig in zwei Portionen teilen. Eine Teigportion auf einer sauberen und bemehlten Arbeitsplatte mit einem Nudelholz auf eine Dicke von ca. 3 mm ausrollen. Aus dem Teig Kreise von ca. 6 cm Durchmesser ausstechen, z. B. mit einem Glas oder einer Tasse.

Einen kleinen Klecks (nicht zu viel, sonst läuft die Füllung aus) Johannisbeermarmelade-Puderzucker-Gemisch auf den Teigkreis setzen und diesen an drei Stellen an den Seiten nach oben klappen. Den Teig in der Mitte mit den Fingern etwas zusammendrücken.

Die Bischofsmützen auf das Backpapier setzen. Diesen Vorgang mit dem restlichen Teig und der zweiten Teigportion wiederholen, bis die beiden Bleche gefüllt sind. Die Bischofsmützen mit dem Eigelb-Milch-Gemisch bepinseln und mit Hagelzucker bestreuen. Die Kartoffel-Mürbeteig-Kekse circa zwölf Minuten im Ofen backen.

Das Backblech aus dem Ofen nehmen und die weihnachtlichen Kartoffelkekse auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

In einer gut verschlossenen Metalldose halten sich die Plätzchen bis zu drei Wochen.