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Aber bitte! Freiluftsport mit kühlem Kopf

Auch wenn das Wetter trübe ist: Bewegung hilft gegen schlechte Laune.
Auch wenn das Wetter trübe ist: Bewegung hilft gegen schlechte Laune. FOTO: Rainer Neubert
Egal ob Wandern, Laufen oder mit dem Rad fahren. Bewegung ist wichtig für das Gleichgewicht von Körper und Seele. Wer auf die richtige Kleidung und einige Kleinigkeiten achtet, kann nichts verkehrt machen. 

Wer Tipps zum Thema Sport im Herbst und Winter sucht, findet auf den Internetseiten der großen Krankenkassen dazu reichlich Informationen. Nicht ohne Grund. „Sport an der frischen Luft stärkt das Immunsystem und beugt Krankheiten vor“, sagt Dr. Helge Knigge vom Institut für Bewegung- und Neurowissenschaften der Deutschen Sporthochschule Köln. Gesundheitlich gebe es keinerlei Bedenken.

Auf der AOK-Homepage wirbt der Mediziner für jede Form der Bewegung: Egal ob Joggen, Fahrradfahren oder Nordic Walking – Bewegung sei ein hervorragendes Mittel gegen trübe Herbststimmung und zudem perfekt, um Stress abzubauen. Die Krankenkasse hat weitere Tipps für alle Versicherten. Damit es aber nicht bei einem guten Vorsatz oder lediglich zwei bis drei Sport-Einheiten bleibt, muss die Motivation stimmen.

Der Trick: Wer regelmäßig Sport treiben will, sollte sich ein Ziel setzen. Abzunehmen wäre eine Möglichkeit. Auch der Vorsatz, eine bestimmte Distanz oder eine vorgegebene Zeit zu schaffen, können Antreiber sein. Noch besser funktioniert vermutlich die regelmäßige Verabredung mit Freunden oder die Teilnahme an einem der vielen Lauftreffs in der Region. Abwechslung, Musik, unterschiedliche Wegstrecken oder Distanzen machen die regelmäßige sportliche Aktivität zudem interessant und helfen beim Durchhalten.

Alle Wissenschaftler sind sich einig, dass es sich lohnt durchzuhalten und der Spaß fast von selbst kommt. Denn wer die ersten sechs Wochen konsequent geschafft hat, ohne sich körperlich zu übernehmen, wird die regelmäßige Aktivität in seinem Leben nicht mehr missen wollen.

Dass jeder Anfang schwer sein kann, hat auch mit dem kürzeren Tageslicht zu tun. Die Herbstmüdigkeit ist ein für die Jahreszeit typisches Phänomen. „Hauptsache dafür ist der Mangel an Sonnenlicht“, erläutert Klaus Haßler von der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) Trier. „Wenn die Tage kürzer werden, steigert unser Körper die Bildung der körpereigenen Hormons Melatonin, auch Schlafhormon genannt. Zugleich verringert sich durch den Lichtmangel die Produktion des Glückshormons Serotonin.“ Das Rezept dagegen? Bewegung! Ob Spaziergang, kurze Radtour oder Laufrunde: Der Experte empfiehlt möglichst täglich mindestens eine halbe Stunde Bewegung an der frischen Luft. „Dann kann der Körper das gebildete Melatonin besser abbauen. Obendrein kurbelt das natürliche Licht die Produktion von Serotonin an.“

Der Angriff auf die innere Uhr werde von vielen als Ärgernis empfunden, sagt auch Heiko Schütz, Psychologe bei der Techniker Krankenkasse. Er empfiehlt, sich nicht über den unvermeidlichen Saisonwechsel zu ärgern, sondern den Herbstanfang mit positiven Erlebnissen zu füllen. „Studien zeigen, dass Optimisten weniger anfällig für Erkältungskrankheiten sind.“ Deshalb sollte man sich jetzt die Zeit für Dinge nehmen, die die Laune heben. Besonders bei Schlafproblemen empfiehlt Schütz die Bewegung im Freien, um mit Tageslicht gegen die Müdigkeit anzugehen.

Jens Nagel ist als Chefcoach seiner Firma GetFit das ganze Jahr im Freien unterwegs. „Auch bei etwas kälteren Temperaturen oder im Winter bringt der Sport eine Kräftigung der Muskeln und des Immunsystems mit sich“, wirbt er für regelmäßige Bewegung im Freien. „Die Sauerstoffaufnahme ist für unseren Organismus ebenso wichtig wie die Aufnahme von Vitamin D durch die Sonneneinstrahlung. Die Intensität der Bewegung sollte aber an die Außentemperatur angepasst werden.“ Was er damit meint, und was für die einzelnen Sportarten zu beachten ist, lesen Sie auf Seite 2