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Motor: Alles „e“ oder was?: Unsere ersten Eindrücke vom Batterie-Corsa

Motor : Alles „e“ oder was?: Unsere ersten Eindrücke vom Batterie-Corsa

Viele Design-Elemente der Verbrenner-Varianten fließen in den neuen Opel mit ein – Trotz mehr Coupé nicht weniger Platz.

Alle Auto-Hersteller geben derzeit mächtig „Gas“, beziehungsweise gehen mit Vollgas an die Steckdose, wenn es um Elektro-Fahrzeuge geht. Bei Opel ist das nicht anders. Bis zum Jahr 2024 will man Komplettausrüster in Sachen E-Fahrzeuge sein.

In der sechsten Generation wird es den Opel Corsa nicht nur als Verbrenner-Variante, sondern erstmals auch als rein batterie-elektrisches Fahrzeug geben. Bevor der Bestseller der Rüsselsheimer auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt am Main seine Weltpremiere feiern wird, hatten wir schon einmal Gelegenheit zur Sitzprobe und zur „Augen-Inspektion“. Unsere Eindrücke:

Von der Länge her ist der Corsa-e identisch mit der Verbrenner-Ausgabe: Mit 4,06 Metern ist er alles andere als ein Kleinfahrzeug mehr, sondern fährt eher schon in die Kategorie Kompaktfahrzeuge vor. Mit schärfer geschnittenen Scheinwerfern und einem betont auffälliger gestalteten Frontgrill macht der Opel Corsa-e einen etwas aggressiveren Eindruck, der deutlich vom Mainstream-Charakter der bisherigen Modellzyklen abweicht. Außerdem wird auch die Matrix-LED-Technologie „IntelliLux“ angeboten.

Im Interieur macht der Corsa-e einen eher nüchternen Eindruck, ist nicht mit Instrumenten-Anzeigen überhäuft. Die Bedienungselemente sind – und darauf haben die Entwickler wohl besonderen Wert gelegt – immer noch „typisch Opel“ und kein Remake eines verwandten Citroën oder Peugeot. Anstelle eines sieben Zoll großen Displays und Navigation gibt es auch eine größere Variante (zehn Zoll) und dem Telematik-Service Opel Connect.

Am Platz für Kopf, Beine und Schultern mangelt es nicht. Auch die etwas Coupé-nähere Dachlinie (48 Millimeter niedriger als beim Vorgänger) schränkt die Kopffreiheit nicht entscheidend ein. Zwar steht der Opel Corsa-e auf der CMP-Plattform der PSA-Gruppe. Das beinhaltet natürlich bestimmte Design-Vorgaben. Aber, so Friedhelm Engler, Director Exterior Design im Gespräch mit unserer Zeitung, habe man genügend Raum gefunden, um eigene Gestaltungsmerkmale durch zu setzen. Sprich: Wie beim Benziner oder beim Diesel ist auch der Corsa-e ein „richtiger“ Opel geblieben.

Wichtigster Parameter eines Elektroautos ist die Größe der Batterie. Da ist der Corsa gut bestückt. Der 50-Kilowattstunden-Akku macht immerhin eine Reichweite von 330 Kilometer im WLTP-Zyklus möglich. Wobei auch dieser Wert natürlich vom Fahrverhalten, und von an- oder ausgeschalteten zusätzlichen Stromverbrauchern abhängig ist. Dank der Coupé-Anmutung, der Unterbodenverkleidung und des serienmäßigen Heckspoilers kommt der Opel Corsa-e auf einen CW-Wert von 0,29.

Opel hat sich zudem bemüht, die Ladezeit möglichst kurz ausfallen zu lassen. Innerhalb von 30 Minuten soll eine Aufladung bis zu 80 Prozent möglich sein. An einer Schnellladesäule verträgt der Corsa-e bis zu 100 kW Ladeleistung. Zwar ist bei jeder Version ein Ladekabel für die Haushaltssteckdose mit dabei. Darüber allerdings kann sich der Opel nur mit 1,8 kW bedienen. Demzufolge brauchte eine komplett entleerte 50 kWh-Batterie rund 27 Stunden an der Steckdose. Eine Wallbox zu Hause wäre da sehr förderlich.

 Oder man lädt das Fahrzeug an einer öffentlichen Ladesäule auf. Erst ab der zweiten Ausstattungsstufe Edition (ab 30 650 Euro, Grundpreis 29 900 Euro) ist ein dreiphasiges Laden mit bis zu 11 kW Leistung drin. Das würde dann für rund vier bis viereinhalb Stunden reichen.

Über eine App kann man übrigens den Ladestatus des Fahrzeugs per Fernabfrage abrufen. Darüber gibt es übrigens noch eine umfangreich ausgestattete „First Edition“ für 32 900 Euro. Die sogenannte Erstausgabe wird übrigens für eine Leasingrate von monatlich 299 Euro angeboten.