Digitale Nachbarschaft: Auf der sicheren Seite

Digitale Nachbarschaft : Auf der sicheren Seite

Die Digitalisierung ist eine große Chance für Vereine, Initiativen und Ehrenamtliche, um ihre Arbeit publik zu machen und auch zu erleichtern. Doch oft fehlt es an Know-how, um alle Möglichkeiten, aber auch die Risiken abzuschätzen. Das Projekt Digitale Nachbarschaft will mit einem breit angelegten Bildungsangebot Abhilfe schaffen, damit Vereine alle Chancen ausschöpfen können.

Ein Klick – schon weiß der Besucher Bescheid über alle Neuigkeiten des Vereins, das komplette Angebot, die verschiedenen Abteilungen und Teams, die Trainings- oder Öffnungszeiten, und er kann einen Mitgliedsantrag ausfüllen oder einen Newsletter bestellen. So der Wunsch.

Die Realität sieht oft anders aus: Internetseiten von Vereinen sind unübersichtlich, das Layout überholt, das Informationsangebot ungenügend, die „aktuellen“ Neuigkeiten schon Jahre alt. Zeit, eine neue Homepage zu gestalten und online zu stellen. Wie das geht, erfahren Vereinsvertreter in Workshops, Lernvideos und Webinaren des Projekts Digitale Nachbarschaft (DiNa) (siehe Seite 2).

DiNa ist ein Projekt des Vereins Deutschland sicher im Netz (DsiN). Das Ziel: Vereine, Institutionen und freiwillig engagierte Bürgern Online-Kompetenz zu vermitteln sowie sie in den Chancen des Internets und im sicheren Umgang damit zu sensibilisieren. Denn die Digitalisierung sei eine große Chance für die Arbeit im Verein, biete sie doch mehr Ortsunabhängigkeit und eine bessere interne und externe Kommunikation. Doch häufig fehle noch die bewusste Auseinandersetzung mit den Risiken und Chancen digitaler Möglichkeiten. Das will der DsiN nun ändern: Im Juli wurde in Heidelberg der erste DiNa-Treff eröffnet.

Die DiNa-Treffs sind die Dreh- und Angelpunkte des dauerhaften Austauschs und Orte zur Weiterbildung zu digitalen Themen. Sie sind angedockt an bestehende Infrastruktureinrichtungen des bürgerschaftlichen Engagements wie Freiwilligenagenturen, Mehrgenerationenhäuser, aber auch Landfrauenverbände und Volkshochschulen. Dort informieren die DiNa-Referenten mehrmals im Jahr in kostenfreien Workshops zur Digitalisierung im bürgerschaftlichen Engagement.

Das Projekt läuft bis Januar 2022 und wird gefördert vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. In der Region hat sich die Ehrenamtsagentur Trier beworben und ist nun einer von bundesweit 50 Standorten der Digitalen Nachbarschaft – und neben Koblenz der einzige in Rheinland-Pfalz. Die ersten 30 DiNa-Treffs gingen bereits an den Start; 2020 kommen weitere 20 dazu.

DsiN hat für sein Projekt Fördermittel des Bundesministeriums des Inneren, für Bau und Heimat beantragt und für drei Jahre bewilligt bekommen; beteiligt sind auch Agrar- und Familienministerium. Der Verein hat das Konzept entwickelt, bietet Workshops, Webinare und Infomaterialien an – alles kostenfrei für die Engagierten.

„Wir sind für zwei Jahre mit Workshops bedacht worden“, sagt Carsten Müller-Meine, Geschäftsführer der Ehrenamtsagentur Trier. Zehn Stück sind es insgesamt zu Themen wie „Dein Verein macht sich bekannt“, „Dein Verein und seine Mitglieder“, „Dein Verein und das Geld“, „Dein Verein tauscht sich aus“, und unter „Dein Verein will‘s wissen“ sind individuelle Themenkomplexe vorgesehen.

Der Part der Trierer Ehrenamtsagentur: „Wir bewerben das Projekt vor Ort und stellen die Veranstaltungsräume zur Verfügung“, sagt Müller-Meine. „Der Verein Deutschland sicher im Netz bringt das Know-how mit. Die Workshopleiter, alles junge Leute, sind kompetent und können die Thematik gut erklären.“ Das Material sei hochwertig und werde ständig aktualisiert.

Das Ganze hat in Trier eine Vorgeschichte: das Schwerpunktjahr „Das Ehrenamt – der starke Rückhalt in der Gesellschaft“ des Oberbürgermeisters Wolfram Leibe. Von 1. April 2018 bis Ende März 2019 war Leibe zusammen mit Müller-Meine zu acht Stadtteilbesuchen unterwegs. „Wir haben den Bedarf bei mehr als 150 der insgesamt 600 eingeladenen Trierer Vereine ermittelt“, sagt Müller-Meine. Die Themenbereiche Digitalisierung und neue Datenschutz-Grundverordnung finden sich in dem neuen Projekt wieder. „Wir hatten einen größeren Workshop geplant. Der DiNa-­Treff ist mehr, als wir gedacht haben – jetzt können wir das Versprechen mehr als erfüllen.“