| 14:29 Uhr

Bildung
Auf ein Neues: Start ins Schuljahr 2018/2019!

Lian Golumbeck (7) wird im Sommer eingeschult. Stolz zeigt er seine Schultüte.
Lian Golumbeck (7) wird im Sommer eingeschult. Stolz zeigt er seine Schultüte. FOTO: Friedemann Vetter
Trier.

Wenn man Kinder und Jugendliche nach dem 6. August fragt, hört man oftmals Aussagen wie diese:  „Der Wecker klingelt wieder zwischen 6 und 7 Uhr früh, die Ranzen sind schwer, und wenn’s nicht regnet, schwitzt man in viel zu heißen Klassenzimmern, während der Lehrer über Dinge philosophiert, die mit dem wahren Leben wenig zu tun haben.“ Eine klassische Schülerantwort, denn am 6. August geht nach dem Ende der Sommerferien in Rheinland-Pfalz die Schule wieder los.

Dass die Antwort allerdings auch ganz anders aussehen kann, zeigen die Fotos von glücklichen und vor allem stolzen Erstklässlern, die den Tag der Einschulung meist gar nicht erwarten können. Laut Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier werden in der Region Trier insgesamt 4379 neue „i-Dötzchen“ am Montag oder Dienstag eingeschult. In der Stadt Trier sind es 795, im Kreis Trier-Saarburg 1318, im Eifelkreis Bitburg-Prüm 872, im Landkreis Vulkaneifel 472 und im Kreis Bernkastel-Wittlich 922.

Schon Wochen zuvor erklären viele Dötzchen stolz, dass sie bald „echte Schulkinder“ sein werden. Wenn der große Tag näher rückt, steigt aber nicht nur bei den Kindern die Nervosität. Gerade für die Eltern bedeutet der erste Schultag oftmals viel Stress. Es muss die Schultüte befüllt werden, die von den Kleinen sehnlichst erwartet wird. Zudem werden den Eltern meist Listen mit allerhand Schulbedarf mitgeteilt, die weit über ein einfaches Heft mit Stift hinausgehen. So wird zum jeweiligen Heft mitunter ein passender Umschlag verlangt, welcher in seiner Farbe dem Schulfach angepasst werden muss. Neben dem großen Kunstblock müssen ein Wasserfarbmalkasten, Pinsel und Deckweiß besorgt werden. Da kommen die einen oder anderen Eltern schon leicht ins Schwitzen. Zudem muss noch der Schulranzen gekauft werden, Familie und Freunde werden vielleicht zur Einschulung oder einem Fest danach eingeladen. Und dann ist da noch die Ungewissheit, ob das Kind denn wirklich gut in der neuen Schule aufgehoben sein wird. Auch wenn diese Sorgen im Laufe der Schullaufbahn verfliegen, bleibt der erste Schultag spannend – für Schüler und Eltern.

Regionalelternsprecher Rainer Schladweiler wünscht sich für das neue Schuljahr vor allem ein zielgerichtetes Vorgehen individuell für jede Schule: „Super tolle neue Computer nützen zum Beispiel erst mal gar nichts, wenn die Schule nicht über ausreichend schnelles WLan verfügt“.

Insgesamt gebe es große Mängel im Bereich der Digitalisierung an Schulen, sagt Schladweiler. Das „digitale Schulbuch“ sei daher nicht nur im Punkt der Digitalisierung längst überfällig, sondern auch für die teilweise völlig überlasteten Schülerrücken wichtig. „Bis zu 30 Kilo wiegen die Schulranzen der Kinder, und das zum Teil schon in der Grundschule“, beklagt sich der Regionalelternsprecher. Auch die Landesärztekammer Rheinland-Pfalz klärt mit dem Papier „Wichtige Tipps für den ersten Schulranzen“ über die Belastung durch zu schwere Schulranzen auf. „Unnötiger Ballast“ solle aus dem Ranzen entfernt werden, denn „je leichter der Ranzen ist, desto weniger wird der Rücken ihres Kindes belastet“.

Aber nicht nur zu schwere Schulranzen stellen eine Gefahr für Schüler dar. „Unfälle durch Eltern-Taxis“ seien nicht zu unterschätzen, weiß Herbert Fuß vom ADAC Mittelrhein in Koblenz. Es sei ein Trend, dass Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, auch wenn die Schule gut fußläufig zu erreichen sei. Er plädiert daher wie Marko Nenno, Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Trier, dafür, mit den Kindern den neuen Schulweg abzugehen und auf Gefahrenstellen hinzuweisen.

Und wenn dann der Schulweg mit dem zukünftigen Erstklässler ausgetestet wurde, Schulranzen und Schultüte gepackt sind und der Trubel vom ersten Tag langsam nachlässt, beginnt für die Sechsjährigen „der Ernst des Lebens“.