Medizin: Bessere Versorgung für wiederbelebte Menschen

Medizin : Bessere Versorgung für wiederbelebte Menschen

Rund 100 Menschen erleiden in einer Stadt von der Größe Triers jährlich den plötzlichen Herztod. Läuft die Rettungskette von der Reanimation durch Laien bis zur Einlieferung ins Krankenhaus reibungslos, ist die Wiederbelebungsrate hoch.

Entscheidend für Überleben und Lebensqualität ist jedoch auch, ob die Behandlung in einer auf reanimierte Patienten spezialisierten Klinik erfolgt. In den aktuellen internationalen Leitlinien wird deshalb gefordert, reanimierte Patienten in speziellen Zentren weiterzubehandeln. Das Brüderkrankenhaus Trier hat im Januar ein Cardiac Arrest Zentrum eröffnet und nun vorgestellt.

Vor drei Jahren starteten ärztliche und pflegerische Mitarbeiter der Abteilungen für Anästhesie und Intensivmedizin sowie Innere Medizin III/Kardiologie des Brüderkrankenhauses die Kampagne „Hand aufs Herz – Trier rettet Leben.“ In mehreren Schulen unterrichten die Experten seither in Sachen Laienreanimation. Auch bei Angeboten wie dem „Trierer Gesundheitstag“ ist die Initiative regelmäßig vertreten. 2019 werde die „1000er-Marke“ geknackt, erwartet Assistenzarzt Tobias Hauptmann mit Blick auf die Zahl der dann geschulten Schüler.

Die Kampagne ist ein wichtiger und sichtbarer Baustein des neuen Cardiac Arrest Zentrums Trier, das zum 1. Januar seine Arbeit aufnahm. „Schon seit Jahren sind wir aktiv darum bemüht, die Versorgung reanimierter Menschen weiter zu verbessern“, erklärt Dr. Karl Eugen Hauptmann, Chefarzt der Kardiologie. Einen „Erfolgsfaktor“ bilde das enge Zusammenspiel von Anästhesisten und Kardiologen.

Studien zeigen, dass die Chancen auf eine hohe Lebensqualität nach einer Wiederbelebung deutlich höher sind, wenn die Patienten in einem Cardiac Arrest Zentrum behandelt wurden. Diese verfügen über eine hohe spezifische Qualifikation der einzelnen Fachdisziplinen und halten sämtliche diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten vor, wie etwa die Koronarangiographie, die röntgenologische Untersuchung der Herzkranzgefäße.

Auf deren Bedeutung ging Dr. Gehrig in seinem zweiten Vortrag ein. Seine Botschaft: „Die Koronarangiographie rettet Leben.“ Zugleich stellte er klar, dass es bei einer Postreanimationsbehandlung immer um mehr gehe als „nur“ darum, das Herz wieder zum Schlagen zu bringen: „Wir wollen nicht nur Leben retten, wir möchten eine möglichst hohe Lebensqualität erhalten.“ Hierbei greift die hohe fachliche Kompetenz verschiedener Akteure Hand in Hand.

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