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Weinbau
Der 2018er wird ein großer Weinjahrgang

Der Riesling des Jahrgangs 2018 verspricht ein besonderer Genuss zu werden.
Der Riesling des Jahrgangs 2018 verspricht ein besonderer Genuss zu werden. FOTO: stock.adobe.com / 5ph
Bernkastel-Kues/Trier . Die Traubenlese an Mosel, Saar und Ruwer ist in vollem Gange. Die Winzer dürfen sich über hervorragende Qualitäten und eine ordentliche Menge freuen.

Es gärt in den Kellern der Moselwinzer. Die frühen Rebsorten wie Müller-Thurgau und Dornfelder, aber auch die Burgundersorten wie Grauer und Weißer Burgunder sowie der Elbling, wichtigste Rebsorte der Obermoselwinzer, sind größtenteils geerntet.

Der Jahrgang 2018 macht den Winzern bislang sehr große Freude. Hohe Mostgewichte lassen hochwertige Weine erwarten. Und auch die Erntemenge ist sehr gut. Eine ordentliche Menge – das haben sich die Winzer nach den mengenmäßig schwachen Jahren 2016 und 2017 gewünscht. Die Ernteberichterstatter des Statistischen Landesamts gehen von einer Erntemenge in ganz Rheinland-Pfalz von 6,4 Millionen Hektoliter aus. Eine größere Menge sei zuletzt im Jahr 2008 mit 6,6 Millionen Hektoliter geerntet worden. Im Vergleich zu der durch Spätfröste geschädigten Menge des Vorjahres dürfte fast ein Drittel mehr geerntet werden.

Und die wichtigste und edelste Rebsorte von Mosel, Saar und Ruwer erfüllt in diesem Jahr die Erwartungen – und noch mehr. Süß, vollreif und goldgelb hängen die Trauben am Stock. Bereits Ende September haben viele Winzer mit der Riesling-Lese begonnen. Das ist außerordentlich früh. In der vergangenen Woche wurden bereits Durchschnittsmostgewichte von 85 bis 90 Grad Oechsle gemessen. In den bekannten Spitzenlagen der Mosel dürfte vielerorts die 100-Grad-Marke geknackt werden.

Spät- und Auslesen sind in diesem Jahr nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Zwar hatte kurzfristig der Sturm „Fabienne“ die Winzer wegen des kräftigen Regens etwas nervös gemacht, doch der „nasse Herbst“ gab bis jetzt nur ein kurzes Gastspiel. Der Zustand der Trauben ist nach wie vor gut, nur in Lagen mit tiefgründigen Böden und dort, wo die Trauben nicht so schnell abtrocknen, ist etwas Fäulnis zu beobachten. Zugute kommt den Winzern, dass die Nächte sehr kühl sind. Das mögen die Fäulnispilze nicht. Außerdem: Sind die Nächte kühl, bedeutet das eine Zunahme an Aromastoffen. Die Aussichten für einen ganz großen Jahrgang könnten besser nicht sein.