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Bibliotheken: Die Macht des Ehrenamtes

Bibliotheken : Die Macht des Ehrenamtes

Eine Vielzahl der öffentlichen Büchereien ist in katholischer Hand und wird zentral vom Bistum geleitet. Im gesamten Bistum Trier kommen so 485 000 Medien in 150 katholischen öffentlichen Büchereien (KöB) zusammen, die von mehr als 1200 ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut werden.

Auch in diesen kleineren Häusern wächst die Zahl der Nutzer. 2018 nutzten 212 656 Menschen das Angebot. „Wir haben ein Plus von 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, sagt Dorothee Steuer, die im Bistum für die Büchereiarbeit zuständig ist.

Einen Grund für diese Steigerung sieht Steuer vor allem in den angebotenen Veranstaltungen. Fast 3000 wurden 2018 angeboten. Autorenlesungen, Medienausstellungen, Leseförderaktionen, Vorlesestunden und Literaturgesprächskreise organisieren die Ehrenamtlichen und ziehen damit viele Menschen an. „Das belegt eindrucksvoll, wie unsere Büchereien sich immer mehr zu wichtigen Treffpunkten und zu lebendigen Kommunikations- und Begegnungsorten in den Pfarreien entwickeln“, erklärt Dorothee Steuer.

Den wohl wichtigsten Faktor machen dabei die vielen Ehrenamtlichen aus, die in ihrer Freizeit eine Vielzahl an Aufgaben erledigen. „Jeder, der uns unterstützen möchte, findet bei uns etwas“, sagt Steuer. Sei es das Binden von Büchern, das Erstellen von Statistiken oder die Organisation von Vorlesearbeiten – das Aufgabenfeld in der Bücherei ist deutlich größer geworden. Heute arbeiten hier vor allem Teams. „Die Zeit, als die ganze Arbeit noch auf einer Person lastete, ist vorbei und kann kaum gestemmt werden“, erklärt Dorothee Steuer.

Die steigenden Besucherzahlen, von denen viele durch die Veranstaltungen kämen, seien für die Ehrenamtlichen eine große Anerkennung. Zwar könne man keine allzu langen Öffnungszeiten anbieten, doch durch oft sehr aktive Teams können die katholischen Büchereien ein ganz besonders Angebot schaffen: persönlich und mit viel Zeit für einen gemeinsamen Austausch, der gerade auf kleinen Dörfern immer wichtiger wird. „Oft sind die Büchereien noch der einzige öffentliche Ort in den Dörfern und damit besonders für ältere Menschen eine wichtige Anlaufstelle.“

Dabei müsse ständig geprüft werden, ob der Bestand noch zur Kundschaft passe. Zwischen 1000 und 3000 Medien haben die meisten kleineren Büchereien. Die größte KöB ist übrigens St. Matthias in Trier mit 7000 Medien und 30 000 Ausleihen pro Jahr