Die Macht Herr der Ringe: Ein Ring, sie zu knechten

Orks, Zwerge, Hobbits und Elben : Die Macht „Herr der Ringe“: Ein Ring, sie zu knechten

Der Herr der Ringe gehört in der modernen Unterhaltungskultur zum Maß aller Dinge. Tolkiens Welt der Orks, Zwerge, Hobbits und Elben prägt auch das Amphitheater Open Air in Trier.

Die Bücher sind im englischen Original mittlerweile mehr als 60 Jahre alt, die Premieren der drei Filme liegen inzwischen auch schon 18, 17 und 16 Jahre in der Vergangenheit. Trotzdem ist Tolkiens Geschichte um Sauron, den bösen Herrn der Ringe, und den epischen Kampf der Guten gegen die Bösen im magischen Mittelerde immer noch eine der beliebtesten, bekanntesten und erfolgreichsten Marken  in der Welt der Unterhaltungskultur.

Das Erleben dieser Marke reicht vom Verschlingen der Bücher, in denen der Leser sowohl epische Schlachten als auch sanfte Elbenlieder wiederfindet, bis zum Mitfiebern im Kino oder vor dem Fernseher, wenn die Gefährten durch die düsteren Minen von Moria fliehen, dort schließlich dem furchtbaren Balrog begegnen oder bei Helms Klamm gegen eine riesige Armee aus Orks und Trollen kämpfen müssen.

Tolkiens Saga ist zeitlos und in ihrer märchenhaften Struktur einfach zu verstehen. Die Guten sind tapfere Helden, mutige Kämpfer, ätherisch schöne Wesen oder auch einfach friedliche und sympathische Zeitgenossen wie die Hobbits. Die Bösen sind hässlich wie die Nacht, mörderisch gefährlich und einfach auf die Vernichtung alles Schönen, Edlen und Friedlichen aus. Wenn man ihnen gegenübersteht, muss man nicht lange über Diplomatie oder die Suche nach Kompromissen nachdenken. Kopf ab und fertig. Star Wars, der Krieg der Sterne, funktioniert genauso märchenhaft simpel.

Auf dieser Zeitlosigkeit basiert auch die enorme Anziehungskraft. Die zweite Filmtrilogie um den Hobbit Bilbo Beutlin (2012 bis 2014) spielte ebenfalls Milliarden ein. Die literarische Vorlage war in diesem Fall Tolkiens für Kinder gedachtes kleines Buch „Der Hobbit“, das bereits 1937 erschienen ist.

Natürlich mussten die drei Filme weit über den inhaltlichen Rahmen des Buchs hinausgehen, was ihren Erfolg nicht verhinderte. Und auch wenn der eine oder andere Kinobesucher sich gedacht haben mag, dass die Filmindustrie einfach alles aus dieser Marke herausholen will, so wollte er dann doch sehen, was dabei herauskommt.

So wird es auch weitergehen. Der Herr der Ringe wird eine Inspiration für neue Filme, Serien oder auch andere Veranstaltungen sein, ein Beispiel ist das Konzert am Sonntag, 28. Juni, im Amphitheater Trier. Ein sinfonisches Orchester und ein Chor werden den oscarprämierten Soundtrack von Howard Shore präsentieren. Auch die Welterfolge von Annie Lennox, Enya und Ed Sheeran werden zu hören sein.

Von den bedrohlichen Klängen Mordors und dem schrillen Angriff der schwarzen Reiter bis hin zu den lyrischen Melodien der Elben – das Amphitheater, selbst eine historische und mystische Stätte, wird zu einem Schauplatz von Mittelerde. Live mit dabei ist auch der Musiker und Schauspieler Billy Boyd, der in der ersten Trilogie den Hobbit Pippin gespielt hat (siehe Seite 2).

Für die Fans der Materie sind solche Ereignisse willkommene Gelegenheiten, wieder in eine vertraute und geliebte Welt einzutauchen. Für Neueinsteiger werden sie möglicherweise zu einer starken Motivation, eine Welt zu entdecken, deren mitreißende Schönheit sie noch gar nicht kennen.

Und so wird es auch in Zukunft weiterhin heißen: „Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, sie ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden“ – eine geniale Übertragung des englischen Originals aus der Feder der Übersetzerin Margaret Carroux, deren Version den Erfolg der Tolkien-Bücher in Deutschland ermöglichte. Übrigens: Es hat lange gedauert, bis Tolkiens Bücher einen deutschen Verleger fanden. Der Klett-Cotta-Verlag sicherte sich schließlich die Rechte und feiert diese Entscheidung mit Sicherheit bis heute.