Unsere Vereine: Die Sauertaler Fußballer kennen keine Grenzen

Unsere Vereine : Die Sauertaler Fußballer kennen keine Grenzen

Was Anfang der 1970er Jahre aus der Taufe gehoben wurde, währt bis heute – und ein Ende ist nicht in Sicht. „Der Zusammenhalt ist unsere große Stärke“, betont Andreas Luce, der zweite Vorsitzende der Spielgemeinschaft Sauertal.

Der FSV Ralingen und die Spielvereinigung Wintersdorf/Kersch machten 1971 den Anfang. Auf Betreiben von Trainer Hans Jakobs kam es zu einer Bündelung der personellen Kräfte der nur wenige Kilometer voneinander entfernt liegenden Dörfer entlang der Untersauer. Der erste Erfolg kam  prompt: In der Spielzeit 1971/72 erreichte die SG ungeschlagen und mit einer stolzen Bilanz von 39:1-Punkten und 82:11-Treffern den Aufstieg in die zweite Kreisklasse.  1973 schloss sich dann auch die SpVgg Godendorf/Edingen/Minden der SG an. Weitere Aufstiege folgten. Der erstmalige Sprung in die Bezirksliga und damit in eine überkreisliche Spielklasse gelang 1981 unter Coach Peter Berger.

„Mit der Gründung einer Spielgemeinschaft hat man damals noch absolutes Neuland betreten. Die Verantwortlichen mussten dicke Bretter bohren. Gerade beim Fußballverband Rheinland in Koblenz war man nicht begeist­ert von diesem Plan, und es gab einige Vorbehalte“, berichtet Luce. Der damalige Trier-Saarburger Kreisvorsitzende Hermann Schmitt aus Schweich war indes ein Befürworter der Spielgemeinschaft im Sauertal. „Er sagte, ,wenn der Toni Bauer dabei ist, wird das Ganze bestimmt funktionieren‘“, sagt Luce.

Der Ralinger Bauer war über Jahrzehnte hinweg als Geschäftsführer und Kassierer einer der Leistungsträger im Hintergrund und so ein Beispiel für die große personelle Kontinuität. Momentan ist Hans Lehnart eines der Aushängeschilder der SG. Einst kam er als Spieler aus Trier und ist inzwischen längst heimisch geworden in Wintersdorf. Als Clubheim-Verwalter, Hobby-Koch, Torwarttrainer und SG-Vorstandsmitglied bringt er sich auf vielen Ebenen ein.

Auch nur vier SG-Vorsitzende seit 1971 belegen die stabilen Verhältnisse:  Hans Wagner machte den Anfang, auf ihn folgten Manfred Ferring und dann Günter Kimmling. Aktuell leitet Klaus Pallien die Geschicke der SG, die sich auf den Seniorenspielbetrieb und hier die erste und zweite Mannschaft (ist derzeit in der Kreisliga C angesiedelt) konzentriert. Der Nachwuchs der SG-Vereine geht darüber hinaus mit zahlreichen Clubs der Verbandsgemeinde Trier-Land innerhalb einer Jugendspielgemeinschaft an den Start, und die Sauertaler Frauen orientieren sich zudem in Richtung Südeifel und bilden hier unter anderem mit dem SV Nusbaum eine Einheit.

Stolz sind sie im Sauertal besonders auf die Erfolge der ersten Mannschaft. Nach dem Aufstieg 1981 gehörte sie 14 Jahre ununterbrochen der Bezirksliga an. Der Abstieg ’95 wurde umgehend korrigiert.

Als bisheriger Höhepunkt wird die Saison 2001/02 in den Annalen angeführt. Hier gelang gar die Meisterschaft in der Bezirksliga. Es folgte der Aufstieg in die Landesliga Süd, die man auf Platz elf abschloss. Durch die Zusammenlegung der beiden Ligen war somit die Qualifikation für die neue, nunmehr aber aufgewertete Bezirksliga perfekt. Dieser gehört die Spielgemeinschaft nach einer Phase mit einigen knapp verpassten Aufstiegen nun wieder seit 2017 an. Trainer Frank Wagner hatte das Team zum Titel in der A-Klasse geführt.

Der frühere Salmrohrer Regionalliga-Angreifer rannte vor einigen Jahren bei den SG-Verantwortlichen mit seiner Idee offene Türen ein. Das Konzept, spielstarke Mannschaften aus Deutschland und Luxemburg in der Wintervorbereitung zusammenzubringen, damit den Fußballfreunden vor Ort ein paar Leckerbissen zu bieten und noch dazu etwas für den guten Zweck zu tun, wurde prompt umgesetzt. Inzwischen steht der Wintercup der SG Sauertal vor seiner fünften Auflage (siehe Artikel unten).

Die gut nachbarschaftlichen Beziehungen zu den Luxemburgern zeigen sich auch bei diesem Turnier deutlich: Da man wegen der angrenzenden Turnhalle hier im Gegensatz zur Godendorfer Anlage über zusätzliche Umkleidemöglichkeiten verfügt, wird der Wintercup erneut in Ralingen und damit auf dem eigentlich sonst nur vom FC Victoria Rosport genutzten Terrain ausgetragen.

Die vor rund zwölf Jahren fertiggestellten Kunstrasenplätze in Godendorf und Ralingen sind Bestandteil des mit EU-Fördermitteln realisierten, internationalen Sport-, Kultur- und Freizeitzentrums Ralingen-Rosport. Die enge Verbindung nach Luxemburg und hier speziell zu Victoria Rosport liegt auch Andreas Luce sehr am Herzen:  „Es gibt auch immer mal wieder Wechsel von Spielern zum einen oder anderen Verein. Das läuft stets reibungslos ab.“ Im Jahr 2002 gab es sogar mal ein Meisterschaftsspiel der SG drüben in Rosport, als die Plätze auf der deutschen Sauerseite unbespielbar waren.

Dörferübergreifend denken und handeln sie  im Sauertal schon seit Jahrzehnten – und auch Ländergrenzen bereiten den SG-Fußballern längst keine Probleme mehr. Andreas Arens

Das Turnier für den guten Zweck

Zwei Teams der höchsten Luxemburger Spielklasse (BGL-Ligue), eine Mannschaft aus der Regionalliga Südwest und eine aus der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar: Das ist der Mix, aus dem die fünfte Auflage des Wintercups im Sauertal besteht. Im K.o.-Modus treffen am Samstag, 2. Februar, ab 13 Uhr, auf dem Ralinger Kunstrasenplatz zunächst Victoria Rosport und die SV 07 Elversberg aufeinander. Um 15.30 Uhr folgt der Vergleich von Eintracht Trier und ­Etzella Ettelbrück.

Ab 17.30 Uhr treffen dann die mit vielen früheren Ober- und Regionalligaspielern bestückten Kicker gegen Krebs in einem Einlagespiel auf eine Auswahl ehemaliger Luxemburger Nationalspieler.

Am Sonntag geht es um 13.30 Uhr mit dem Spiel um Platz drei weiter. Nach der Ziehung der Tombola-Lose (15.30 Uhr), kommt es ab 16 Uhr im Finale zum Vergleich der beiden am Vortag siegreichen Mannschaften. Insgesamt ist der Wintercup wieder mit einer Prämie von 2000 Euro dotiert. Wahrscheinlich werden aber auch diesmal sämtliche vier Teams zumindest den Großteil der ihnen eigentlich zustehenden Gelder noch an Ort und Stelle dem guten Zweck zuführen. Schließlich geht es beim Wintercup auch und vor allem um einen möglichst hohen Spendenerlös zugunsten der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz. Gut 13 000 Euro sind seit 2015 bereits dafür zusammen gekommen. Die SG Sauertal stellt sich mit rund 50 Helfern in den Dienst der guten Sache und hofft an beiden Turniertagen auf mindestens 500 Zuschauer.

Bei der Spielgemeinschaft waren sie besonders erleichtert, dass die Elversberger auch nach der Demission des früheren Eintracht-Trier-Trainers Roland Seitz Ende Oktober bei ihrer Zusage blieben. „Damit war zwar unsere Bezugsperson nicht mehr da, den guten Zweck unterstützt Elversberg aber sehr gerne, zumal der Wintercup auch sportlich sehr interessant für sie ist“, sagt Günter Kimmling vom Orga-Team. Als „Selbstverständlichkeit“ bezeichnet der sportliche Leiter der Trierer Eintracht, Horst Brand, die Zusage seines Vereins: „Unser Trainer Josef Cinar hat so die Möglichkeit, innerhalb von nur zwei Tagen, sich ein Bild über den Leistungsstand der Mannschaft zu machen. Die kurze Anreise und der soziale Aspekt machen die Sache perfekt.“

Das Aushängeschild der SG Sauertal ist die erste Mannschaft, die unter Trainer Martial Servais (links) aktuell in der Bezirksliga spielt. Foto: SG sauertal
Großes Spiel vor stattlicher Kulisse: Bis ins Rheinlandpokal-Achtelfinale hatten sich die Sauertaler in der Saison 2008/09 vorgekämpft. Das Duell mit dem damaligen Regionalligisten Eintracht Trier wollten 1200 Zuschauer sehen. Der Favorit aus der Porta-Nigra-Stadt setzte sich trotz starker kämpferischer Vorstellung der Gastgeber am Ende mit 5:0 durch. Foto: SG Sauertal

Tickets für den Wintercup gibt es auf der Sportanlage in Ralingen. Tageskarten kosten 6 Euro, Kombitickets sind zum ermäßigten Preis von 10 Euro erhältlich.

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