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Kultur
Eine Jugend ohne Vorbilder?

Trier. Oktober 1998, Laramie, Wyoming: Matthew Shepard (21) wird Opfer eines brutalen Gewaltdeliktes. Er wird gefunden, aufgehängt wie eine Vogelscheuche an einem Zaun und stirbt aufgrund seiner lebensgefährlichen Kopfverletzungen.

Shepard ist in den USA kein Unbekannter. Die von Barack Obama 2009 erlassenen Gesetze zur Verfolgung von Hassverbrechen tragen Shepards Namen. Als der Jugendclub des Theaters Trier sich seiner Geschichte annehmen will, regt sich Widerstand aus dem Ensemble: Theater habe nicht die Aufgabe, einzelne Schicksale in den Vordergrund zu stellen, sondern solle sich mit allgemeinen Menschheitsfragen auseinandersetzen. Pate soll hierfür Marie-Louise Ekman, schwedische Künstlerin und Theaterintendantin, stehen. In ihren Stücken und Filmen ist der Wunsch nach Selbstverwirklichung und die Frage, ob der Mensch durch die Kunst ein besserer werden kann, zu spüren. Diese zwei unterschiedlichen Verständnisse von Theater ringen in „Marie-Louise Ekman Is a Friend of Mine“ miteinander um die Frage: Wo soll eine Jugend ohne Vorbilder in der Zeit von Fake News hin? Und: Wie kann Theater bei dieser Lebensfrage helfen? Inszenierung: Marc-Bernhard Gleißner und Ina Pfisterer.

Termine: 2., 9., 10., 19. und 20. Juni, jeweils 19.30 Uhr, Studiobühne.