Ausstellung: Erinnern – Lernen – Zukunft gestalten

Ausstellung : Erinnern – Lernen – Zukunft gestalten

Menschen werden gedemütigt, misshandelt und verhaftet, Geschäfte geplündert und verwüstet, das Gotteshaus geschändet: Vor 80 Jahren wurde in der „Reichskristallnacht“ am 9. November und am Morgen des 10. November offen Gewalt gegen Juden ausgeübt.

Dieses Pogrom war staatlich inszeniert und wurde nicht nur von fanatischen Nationalsozialisten, sondern auch von ganz normalen Bürgern verübt – auch in Trier. Der Diskriminierung und Gewalt folgten Entrechtung sowie Verfolgung, die schließlich in Vernichtung mündete.

In Trier haben sich zahlreiche Organisationen zusammengetan und gedenken seit Jahren der Opfer der Pogromnacht – in diesem Jahr unter der Überschrift „Erinnern – Lernen – Zukunft gestalten“. „Wir wehren uns gegen Versuche, diese Verbrechen zu verharmlosen  und widersprechen allen Bestrebungen, gesellschaftliche Gruppen wie Juden, Muslime oder Geflüchtete zu diffamieren“, heißt es in der Erklärung der AG Frieden.  „Wir setzen uns für eine Gesellschaft ein, in der alle Menschen respektiert werden und  stellen uns mit den Gedenkveranstaltungen gegen jede menschenfeindliche Position, insbesondere von Seiten der Neuen Rechten“, betont Thomas Zuche von der AGF.

Das Programm beginnt am Freitag, 2. November, um 19 Uhr mit einem Vortrag zur Eröffnung der Ausstellung „Das unbekannte Vernichtungslager Kulmhof“ in der Volkshochschule am Domfreihof. Dort wurden mehr als 140 Trierer Kinder und Erwachsene von den Nationalsozialisten ermordet.

In der Ausstellung werden einige Trierer Familien werden vorgestellt Geöffnet ist sie bis 16. November, Montag bis Freitag, 9 bis 18 Uhr, im Foyer der Volkshochschule (VHS). Am Sonntag, 4. November, 11 Uhr, spricht der Berliner Historiker Professor Wolfgang Benz in der VHS über  „Die „Reichskristallnacht“ im November 1938: Inszenierte Gewalt gegen Juden“.

Am Gedenktag, Freitag, 9. November, bietet das Stadtmuseum  Simeonstift um 12 Uhr eine Mittagsführung „Jüdisches Leben in Trier“ an und um 15 Uhr eine kommentierte Filmvorführung „Zeitzeugen berichten“. Um 21 Uhr sind im Studio des Theaters Trier Geschichten von Opfern der Pogromnacht und von neuen Tätern unter der Überschrift „Der Schoß ist fruchtbar noch“ zu sehen.

Zum „Mahngang gegen Antisemitismus und Rassismus“ laden AG Frieden und Jüdische Kultusgemeinde Trier ein. Treffpunkt ist um 16 Uhr auf dem Vorplatz der Porta Nigra. An drei Stationen tragen Schüler der Berufsbildenden Schule Gestaltung und Technik Trier Texte zum Thema Nazidiktatur, Verfolgung und Widerstand vor. Der Mahngang endet gegen 17 Uhr an der Stelle der ehemaligen Synagoge. Dort legen Stadt­verwaltung und Jüdische Kultusgemeinde Kränze nieder. Im Anschluss lädt die Stadt für 17.30 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung an den 80. Jahrestag der Pogromnacht von 1938 in den Vieh­markt­thermen ein. (Anmeldung erforderlich: Telefon 0651/718-3022, E-Mail protokoll@trier.de). Um 19 Uhr beginnt das Schabbat-Gebet der Jüdischen Kultusgemeinde Trier in der  Synagoge in der Kaiserstraße.

Weitere Veranstaltungen:

Sonntag, 11. November, 17 Uhr: Jüdisch-Christliche Gemeinschaftsfeier zum 80. Jahrestag der Pogromnacht, Caspar-Olevian-Saal, Willy-Brandt-Platz.

Dienstag, 13. November, 19 Uhr: Film „Auf der Suche nach dem letzten Juden in meiner Familie“, Broadway Filmtheater, Paulinstraße.

Freitag, 16. November, 19 Uhr: Vortrag „Jüdisches Leben in Trier im 19. Jahrhundert: Der schwierige Weg zwischen Integration und Orthodoxie“ Referenten sind Michelle Stoffel und Professor Dr. Stephan Laux, Volkshochschule, Raum 5.

Sonntag, 18. November, 11 Uhr: „Tag der Begegnung“, Synagoge.

Montag, 19. November, 20 Uhr: „Antisemitismus heute – Bestandsaufnahme und Gegenstrategien“ mit Dieter Burgard (Antisemitismusbeauftragter RLP)  und Florian Eisen­heuer (Antonio-Amadeu-Stiftung Berlin), Volkshochschule, Raum 5.

  • Das komplette Programm liegt aus bei VHS und AG Frieden, www.agf-trier.de
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