Feierlich leckere Landgerichte

Region : Feierlich leckere Landgerichte

Die Weihnachtszeit ist eine ganz besondere im Jahr. Von viel Arbeit, aber auch von vielen schönen Begegnungen, Geschenken und besonderen Leckereien geprägt.

In den Listen der beliebtesten Gerichte wechseln sich Kartoffelsalat  mit Weihnachtsgans, Braten, Raclette oder Fisch unter den ersten Plätzen ab. Meist duftet es schon Wochen vorher nach Weihnachten, wenn Kerzen brennen, Tannenkränze die Räume schmücken und die ersten Plätzchen gebacken werden. Gerade wenn man an die eigene Kindheit zurückdenkt, riecht man noch Omas Plätzchen, weiß genau, wie Mamas Rouladen geschmeckt haben, und Opas Spezialmischung beim Punsch ist allen noch in bester Erinnerung. In vielen Bauernbetrieben war und ist die Weihnachtszeit ebenfalls besonders. Heike May von den Landfrauen Trier erinnert sich, wie es früher bei ihnen war: „Da wir bis 2010 einen Milchviehbetrieb hatten, gab es an Heiligabend immer viel zu tun im landwirtschaftlichen Betrieb. Es wurde so viel wie möglich vorbereitet, damit man an den Feiertagen so wenig wie möglich in Stall und Betrieb arbeiten musste. Aber trotzdem mussten die Kühe zweimal am Tag gemolken und die Tiere versorgt werden. Manchmal war ich auch froh wieder in den Stall zu gehen besonders am 2. Weihnachtstag, damit man wieder in Bewegung kam, nach dem vielen Essen.“ Oft, so sagt sie, sei aber an den Weihnachtstagen etwas dazwischengekommen, die Wasserleitungen an den Tränken der Tiere im Stall waren kaputt oder an zwei Weihnachten nacheinander hatten Kühe schwere Geburten, wobei man kaum einen Tierarzt erreichen konnte. Heute sehen ihre Mahlzeiten an Weihnachten so aus: „Am 1. Weihnachtstag gibt es mittags bei uns traditionell eine Rindfleischsuppe, abends koche ich seit Jahren Rinderrouladen mit Rotkohl und Kartoffelklößen.“ Heike May weiß, dass die Bescherung, als sie noch sehr klein war, erst am 1. Weihnachtstag stattgefunden hat. Heiligabend gab es damals bei ihnen gekochte Rinderzunge mit Rosenkohl und Salzkartoffeln. Das Rindfleisch oder auch die Zunge waren vom eigenen Schlachtrind.

Manuela Schmitz von den Landfrauen Wittlich denkt noch gerne an die Anisplätzchen ihrer Oma: „Die hat man tagelang im Haus gerochen und lecker waren sie dazu. Ich habe schon bestimmt 100 Mal versucht, sie zu backen, aber ich kriege sie nicht genauso hin.“ Als sie noch ein Kind war, gab es an Heiligabend Nudelsalat mit Würstchen, wenn das Christkind, das von einem Mädchen aus dem Dorf dargestellt wurde, kam und von einem Engel mit Glöckchen angekündigt wurde, hat die Familie den Salat immer schnell hinter die Couch gestellt. „Es sollte ja aufgeräumt aussehen“, sagt sie schmunzelnd. Am ersten Tag gab es Rindfleisch mit Remouladensoße oder einen Braten. „Es gab fast immer drei Gänge und war viel einfacher als heute. Ich höre heute oft von Ente oder Wild, das gab es früher nicht.“ Sehr schön findet sie, dass sich die Männer heute mehr an den Arbeiten rund um Weihnachten beteiligen und schließt: „Wenn mein Mann Heiligabend nicht kochen würde, gäbe es bei uns immer noch Nudelsalat.“ Viele Menschen gehen aber mit ihren Familien an Weihnachten auch essen. Tobias Stadtfeld von der Heidsmühle in Manderscheid kann das bestätigen. „An Weihnachten werden oft Tische für zwischen zehn und zwanzig Personen bestellt, an denen die gesamte Familie gemeinsam feiert. In den vergangenen Jahren hat sich daran wenig geändert. Wie es früher war weiß ich nicht, denn da hatten viele Gasthäuser und Hotels an Weihnachten geschlossen.“

Die Landfrauen der Region und Tobias Stadtfeld von der Heidsmühle in Manderscheid wünschen den Lesern viel Spaß beim Nachkochen, gutes Gelingen und eine fröhliche Weihnachtszeit.

Mandel-Ingwer-Kugeln

1 Ei und 150 g Zucker schaumig rühren, 150 g kandierten Ingwer klein hacken, abgeriebene Zitronenschale und 400 g gemahlene Mandeln unter die Eimasse kneten, Rollen formen, in Abschnitte schneiden, dies zu Kugeln rollen.

1 Ei verschlagen, Kugeln darin rollen, dann in 1 Päckchen gehackten Mandeln rollen und die Kugeln so „panieren“. Auf Backpapier legen. Im nicht vorgeheizten Backofen bei 200 °C Umluft ca. 10 Minuten backen, bis sie leicht braun sind.

Rezept: Marie-Luis Schlaegel, kfd Wittlich

Fruchtpunsch

Zutaten: 4 Stückchen brauner Kandis, 4 EL Orangensaft, 4 EL Zitronensaft, 2 Orangen, 1 Flasche Apfelsaft, 3 Nelken, ½ Zimtstange.

Zubereitung: Den Apfelsaft mit den Gewürzen erhitzen. Inzwischen die Orange schälen und filetieren und in Würfel schneiden. In jedes Glas Orangenstückchen und Kandiszucker geben und Saft der Orange und der Zitrone zugeben. In das Gals einen Kaffeelöffel stellen. Mit dem heißen, nicht kochenden Apfelsaft aufgießen.

Rezept: Liliane Marmann Landfrauen Wittlich

Forellenmousse mit Feldsalatpesto

Forellenmousse: 2 geräucherte Forellenfilets, 125 g Doppelrahmfrischkäse, 2 EL Sahne, 1 EL Zitronensaft, 2 EL fein gehackte Dillspitzen.

Die Forellenfilets von der Haut befreien und im Mixer fein pürieren. Den Doppelrahmfrischkäse mit der Sahne und dem Zitronensaft so lange verrühren, bis eine glatte Masse entstanden ist. Dann das Fischpüree gründlich unterrühren. Die Forellenmousse mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken. Die fein gehackten Dillspitzen unterziehen und die Masse in den Kühlschrank stellen.

Feldsalatpesto: Feldsalat, Walnüsse, Pinienkerne, Käse (Pecorino oder Grana Padano), Olivenöl, Salz und Pfeffer.

Feldsalat waschen und putzen, mit dem Wiegemesser fein hacken. Die Menge an Walnüssen und Pinienkernen mahlen, die etwa der Hälfte des Feldsalatgewichts entspricht. Anteilmäßig gleichviel Pecorino oder Padano fein reiben. Alles in eine Schüssel geben und mit Olivenöl überdecken. Die Zutaten mit dem Stabmixer zu einer Masse verarbeiten. Zwei bis drei Stunden bei Zimmertemperatur ziehen lassen. Mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Rezept: Heidsmühle Manderscheid

Rinderroulade mit Pflaumen

4 Rinderrouladen; für die Füllung: Salz, Pfeffer, Paprika, Senf, 4 Scheiben durchwachsener Speck, 1 Zwiebel, 8 getrocknete Pflaumen; für die Soße: Butterschmalz, 1 Zwiebel, Tomatenmark, 1 EL Mehl, 0,3 l Rotwein, 0,3 l Gemüsebrühe, Nelkenpulver, evtl. dunkle Schokolade (80 Prozent Kakao).

Rinderrouladen trocken tupfen, mit Salz, Pfeffer, Paprika würzen, mit Senf bestreichenmit Speck, Zwiebel und je 2 Pflaumen belegen, aufrollen und mit Garn oder Nadel binden. Fleisch in Butterschmalz kräftig anbraten, Zwiebel würfeln, anbraten, anschließend das Tomatenmark kurz rösten, Mehl darüberstreuen, verrühren, mit Rotwein und Gemüsebrühe ablöschen. 1 Prise Nelkenpulver hinzugeben, bei 170 °C 1,5 Stunden im Backofen schmoren lassen. Die Soße mit der Schokolade verfeinern.

Rezept: Heike May Landfrauen Trier

Spätzle

500 g Mehl, 100 ml Milch, 8 Eier, 20 g Salz. Eier, Salz, Milch verrühren, nach und nach Mehl zugeben. Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen, salzen. Teig in eine Spätzlepresse geben oder auf ein großes Schneidbrett und portionsweise ins kochende Salzwasser schaben. Die Spätzle sind gar, wenn sie an die Oberfläche gelangen. Mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser holen, abtropfen lassen. Kurz abschrecken.

Rezept: Martina Streit Landfrauen Neuerburg

Rotkohl mit Glühwein

1 Zwiebel würfeln. 1 EL Schmalz oder Butterschmalz in einem Topf auslassen, Zwiebel hinzugeben. 700 g Rotkohl fein schneiden zu den Zwiebeln geben. 1 Apfel in kleine Stückchen schneiden, alles andünsten. Mit 250 ml Glühwein, 300 ml Gemüsebrühe und 50 ml Himbeereesig ablöschen. 2 Lorbeerblätter, 5 Nelken, ½ TL Zimt und 1 TL Zucker dazugeben, ca. 1 Stunde schmoren lassen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit 50 g Johannisbeergelee verfeinern.

Rezept: Heike May, Landfrauen Trier

Gekochte Rinderzunge

1 Rinderzunge in kaltem Wasser aufsetzen, zum Kochen bringen, ca. 45 Min. köcheln lassen. 1 Bund Suppengrün putzen und dazugeben, mit 4 Nelken 4 Pimentkörnern, 1 Lorbeerblatt, Pfefferkörnern und Salz würzen und mit 400 ml Riesling aufgießen. Eine gute Stunde weiter köcheln lassen. Anschließend ca. 0,5 l Brühe abseihen. 1 EL Butter in einem Topf schmelzen, 1 gehäuften EL Mehl dazugeben und eine Mehlschwitze herstellen, mit der Brühe ablöschen und gut verrühren, anschließend die Soße ca. 10 Min. leicht köcheln lassen. Soße mit 1 Schuss Riesling, Salz, Pfeffer und Sahne abschmecken, evtl. Trockenpflaumen in die Soße geben. Die Zunge wird gehäutet, in Scheiben geschnitten und mit der Soße serviert.

500 g Rosenkohl putzen, in 500 ml Gemüsebrühe ca. 15 Minuten dünsten. 50 g Speck würfeln, in 30 g Butter auslassen, abgesiebten Rosenkohl dazugeben, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss verfeinern. Dazu passen Salzkartoffeln.

Rezept: Heike May, Landfrauen Trier

Apfelkompott mit Spekulatiuscreme

2 rotschalige Äpfel (ca. 300 g) in 1 mal 1 cm große Würfel schneiden, mit 1 EL Zitronensaft, 2 EL Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker und 1 Zimtstange in einem Topf aufkochen. Drei bis vier Minuten mit geschlossenem Deckel köcheln lassen, gelegentlich umrühren. 1 TL Speisestärke mit 1 EL kaltem Wasser anrühren und unterrühren. Zum Kompott geben. Eine Minute kochen und etwa zwei Stunden kaltstellen.

7 Sepkulatius-Kekse zerbröckeln. 1 Becher Mascarpone und 150 g Sahnejoghurt (griechische Art) mit den zerbröckelten Spekulatius und 1 EL Zucker verrühren. Die Hälfte des Apfelkompotts in fünf Gläser verteilen, dann die Spekulatiuscreme gleichmäßig in den Gläsern darüber schichten und mit dem übrigen Apfelkompott abschließen. 3 Spekulatius grob zerbrechen und die Gläser damit verzieren. Wer möchte, kann noch einen Tupfer Sahne obenauf spritzen.

Rezept: Landfrauen Bitburg

Zitronenküsse

Teig: 100 g Butter, 1 abgeriebene Zitronenschale, 100 g Lemon Curd (englische Zitronencreme), 50 g Zucker, 1 Prise Salz, 1 Päckchen Vanillezucker, 225 g Mehl. Belag: 25 g Lemon Curd. Guss: 3 EL Zironensaft, 75 g Puderzucker.

Aus den Zutaten einen Knetteig herstellen. Zu einer Rolle formen und kaltstellen. Den Ofen vorheizen auf 180 °C Ober- und Unterhitze oder 160 °C Umluft. Aus ca. 1 cm großen Stückchen Kugeln formen und eine Mulde hineindrücken. Mit dem Lemon Curd befüllen und 12 Minuten backen. Guss herstellen und die warmen Plätzchen damit bestreichen.

Rezept: Michaela Büchel-Kremer, Landfrauen Saarburg, Obermosel, Hochwald