Bibliotheken: Horte des Wissens

Bibliotheken : Horte des Wissens

Lange Gänge, hohe Regale voller Bücher, alles ein bisschen verstaubt, gebraucht. So stellen sich viele sicherlich noch eine Bibliothek vor. Doch heute sind diese Orte nicht mehr die finsteren, beengenden Räume von früher.

Vielmehr ist es ein Begegnungsort geworden. Hell und freundlich, angepasst an die Bedürfnisse der Nutzer.

Büchereien sind vollgepackt mit Wissen. Die meisten öffentlichen Häuser sind kostenlos. Für alle Gesellschaftsschichten findet sich das passende Angebot. Ärmere Familien, die sich vielleicht keine Bücher leisten können, werden hier fündig genauso wie solche, die vielleicht nur ein Platzproblem haben, aber das Schmökern nicht aufgeben wollen. Kinder bekommen hier intensiven Kontakt mit Medien und werden zum Lesen animiert. Das wiederum fördert die Sprachfähigkeiten. Ähnliches gilt für Menschen aus fremden Ländern, die hier nicht nur Deutsch lernen, sondern auch Anschluss finden können.

109 Bibliotheken gibt es in Trier, den Landkreisen Trier-Saarburg, Vulkaneifel und Bernkastel-Wittlich sowie dem Eifelkreis Bitburg-Prüm, wie auf der Seite des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz (LBZ) zu lesen ist. Einige werden kommunal betrieben, manche wenige hauptamtlich, mehrere ehrenamtlich. Die Hauptamtlichen sind besonders in den großen Städten vertreten – die Stadtbibliotheken in Trier, genauso wie in Wittlich, Prüm, Bitburg und Daun.

Hinzu kommen sehr viele kleinere öffentliche Büchereien, die meist in katholischer Hand sind oder von den Gemeinden betrieben werden. Laut dem LBZ gibt es nur eine handvoll evangelisch geführte Büchereien in der Re­gion.

Tatsächlich sind besonders die größeren Stadtbibliotheken heute zum Treffpunkt geworden. Das bestätigen die Direktoren der einzelnen Häuser. Viele Menschen kämen heute nicht mehr für einen kurzen Zeitraum vorbei, um sich schnell ein oder zwei Bücher auszusuchen, erzählt etwa Elke Scheid von der Stadtbibliothek Wittlich. Vielmehr blieben die Gäste lange. Um zu arbeiten – allein oder in der Gruppe –, zum Lernen oder um am Computer zu sitzen. Viele Menschen hätten inzwischen nur noch Smartphones oder Tablets. Daher sei es nicht verwunderlich, dass viele Menschen hier Dokumente ausdrucken oder Bewerbungen schreiben.

Entsprechend hat sich auch der Job der Angestellten gewandelt. Heute sind sie nicht mehr nur dafür da, dass die Bücher ordnungsgemäß verliehen und zurückgegeben werden. Zwar sind die Bibliotheksangestellten noch immer die beste Anlaufstelle, wenn man eine Lese-Empfehlung braucht. Doch inzwischen stehen sie auch mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um technische Belange geht.

Senioren beizubringen, wie man einen E-Reader bedient oder Jugendlichen zu zeigen, wie man einen Druckauftrag wegschickt – die Angestellten in Bibliotheken sind Allround-Talente.

Denn hinzu kommen auch noch pädagogische Fähigkeiten. Mit einer der wichtigsten Ansätze der Büchereien ist es, Kinder schon von klein auf für das Lesen zu begeistern. Dafür gibt es einerseits spezielle Veranstaltungen und Leseabende für Kinder. Damit kommen die jungen Besucher schon mal ins Haus.

Andererseits gibt es den Lesesommer. Der wird in ganz Rheinland-Pfalz von vielen Büchereien veranstaltet und erfreut sich großer Beliebtheit. Rund 20 000 Kinder haben sich im vergangenen Sommer vom 17. Juni bis zum 17. August in 198 teilnehmenden Bibliotheken in ganz Rheinland-Pfalz angemeldet. Das Ziel der Aktion: Während der Sommerferien sollen die Kinder mindestens drei Bücher lesen, die sie in den Bibliotheken ausleihen können. Schaffen sie dieses Ziel, bekommen sie am Ende der Aktion eine Urkunde. Jedes zusätzlich gelesene Buch ist gleichzusetzen mit einem Los für den großen Tombola-Topf. Je mehr Bücher ein Kind also liest, desto höher sind seine Chancen, zu den Gewinnern zu gehören. Der Hauptpreis beim Lesesommer 2019 war ein Familienwochenende im Europapark. Außerdem gab es Sachpreise wie eine Solar­power­bank oder eine Nintendo Switch zu gewinnen. Das LBZ verzeichnet 161 000 Ausleihen beim Lesesommer, den rund zwei Drittel der Kinder erfolgreich abgeschlossen haben. Durchschnittlich wurden acht Bücher gelesen. Der nächste Lesesommer steht schon fest: Vom 22. Juni bis zum 22. August 2020 können junge Leser und Leserinnen von sechs bis 16 Jahren während der Sommermonate in den Bibliotheken schmökern.

Doch nicht nur Bücher haben die Häuser heutzutage im Angebot. Vielmehr wächst die Vielfalt an Medien, und durch das Internet ist es auch kein Problem, ein Werk zu bekommen, dass in der hiesigen Bibliothek nicht vorhanden ist. Per Fernleihe lassen sich fast alle Bücher oder andere Medien organisieren. Das ist allerdings in den meisten Büchereien nicht kostenlos, sondern verlangt eine kleine Gebühr. Meist wird diese Form der Ausleihe vor allem für Fachliteratur, Zeitschriftenaufsätze oder lange vergriffene Bücher genutzt.

Doch online können nicht nur analoge Medien ausgeliehen werden. Seit 2010 gibt es den Onleihe-Katalog. Dieser wird ebenfalls vom LBZ organisiert und findet sich in vielen Büchereien in Rheinland-Pfalz wieder. Hier können elektronische Medien ausgeliehen werden - also E-Books oder Hörbücher, Zeitschriften und Zeitungen. Bequem auch von zuhause aus, auf den eigenen Reader oder das Tablet.