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Karneval
Jecken im Fastnachtsfieber

 Wegen Verdachts auf einen überhöhten Spaßfaktor hat die Bundespolizeiinspektion Trier das Trierer Stadtprinzenpaar Pierrot I. und Marie-Claire I. gemeinsam mit ihrem Hofstaat eingehend überprüft. Das Ergebnis war eindeutig: So närrisch sind nur echte Karnevalisten. Im Gegenzug unterzog das Prinzenpaar die Polizeibeamten einem Humortest, den diese auch mit Bravour bestanden. Stefan Jäger, Inspektionsleiter der Trierer Bundespolizei.: „Im Zweifel prüfen wir lieber gründlich!“
Wegen Verdachts auf einen überhöhten Spaßfaktor hat die Bundespolizeiinspektion Trier das Trierer Stadtprinzenpaar Pierrot I. und Marie-Claire I. gemeinsam mit ihrem Hofstaat eingehend überprüft. Das Ergebnis war eindeutig: So närrisch sind nur echte Karnevalisten. Im Gegenzug unterzog das Prinzenpaar die Polizeibeamten einem Humortest, den diese auch mit Bravour bestanden. Stefan Jäger, Inspektionsleiter der Trierer Bundespolizei.: „Im Zweifel prüfen wir lieber gründlich!“ FOTO: Bundespolizeiinspektion Trier
Region. Dreigestirne, Prinzenpaare und janz viele Narren. Wie in Trier Karneval gefeiert wird und warum.

Die Prinzenpaare sind gekürt und laufen sich warm für den Höhepunkt der Session: Am 4. März - in diesem Jahr also verhältnismäßig spät - feiern die Narren Rosenmontag. Von Hillesheim bis Olzheim, von Bitburg bis Bernkastel-Kues, von Trier bis Saarburg: Die Region ist im Fastnachtsfieber und freut sich auf ein jeckes Fest. Doch warum wird eigentlich Karneval gefeiert? Und was muss man in diesem Jahr über den Karneval in der Region wissen? DIE WOCH hat alle wichtigen Informationen für Sie  zusammengetragen.

Die Karnevalsession beginnt jährlich am 11.11. um 11.11 Uhr und endet dienstags vor Aschermittwoch (in der Fastnacht). Allerdings wird sich nach Ende der Session nichtsdestotrotz an manchen Orten noch am Aschermittwoch getroffen, um den „Geldbeutel auszuwaschen“ - das soll in der Zukunft Reichtum bringen. Beliebt sind am Tag nach der Fastnacht auch Heringsessen, die in vielen Gasthäusern angeboten werden. Aschermittwoch ist nämlich der Beginn der Fastenzeit. Während die früher sehr strikt eingehalten wurde, verzichten manche Katholiken auch heute noch am Aschermittwoch und an Karfreitag (Ende der Fastenzeit) auf Fleisch.

Doch zurück zum Frohsinn und der Frage: Wie läuft so eine Karnevalssession eigentlich ab?

In vielen Orten wird zur Fastnacht ein Motto festgelegt - das kann einfach nur lustig, manchmal aber auch spöttisch oder politisch sein. Das Motto der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval (ATK) lautet in diesem Jahr: „Der Globus eiert, Trier feiert.“

Viele Städte oder Dörfer wählen für die Karnevalssession eigene Repräsentanten, die dafür sorgen, dass der Spaß nicht zu kurz kommt. Dann werden entweder Dreigestirn (bestehend aus Prinz, Bauer und Jungfrau), Karnevalsprinz oder -prinzessin oder ein Prinzenpaar vorgestellt. In Trier wurde seitens der ATK dieses Jahr ein Prinzenpaar gekürt: Es handelt sich um Pierrot I. von Luxair Tours und um Marie-Claire I. vom Kylltal-Reisebüro. Auch die Bitburger Narren dürfen sich auf zwei gut gelaunte Herrscher freuen: Dort regieren Julia I. und Wolfgang I. bis Fastnachtsdienstag. Und in Wittlich-Wengerohr haben zurzeit Sir Uli I. aus der Schlampfur und seine Prinzessin Diana I. von Drüben das Sagen. Gern gesehene Gäste bei Kinderkappensitzungen sind natürlich auch Kinderprinzenpaare: So schauen beispielsweise Simon II. und Alina I. den erwachsenen Jecken in Bernkastel-Kues genau auf die Finger.

Bei vielen Jecken beliebt ist der Sitzungskarneval, der mit Büttenreden von lustig bis satirisch und flotten Gardetänzen aufwartet. Diesbezüglich hat Trier einige Hochkaräter zu bieten - so ist zum Beispiel der Rosa Karneval bekannt für seine fröhlich-bunten Sitzungen. Jährlich veranstaltet der Verein Schmit-Z diese im Nu ausverkauften Veranstaltungen. Und wenn der Rosa Karneval ruft, dann sind sie alle willkommen – egal ob schwul, lesbisch, trans- oder heterosexuell. Hauptsache, die Stimmung stimmt. In Scharen strömen die Fastnachtsfreunde auch zu den Sitzungen der Karnevalsgesellschaft Heuschreck, der KG „M‘r wieweln noch“ en Zalawen 1911 oder zum Verein Rot-Weiß Ehrang.

Lohnenswerte Veranstaltungen gibt es auch in anderen Ecken der Region zu entdecken. So organisiert die AG zur Integration Jugendlicher mit Beeinträchtigung am Samstag, 2. März, eine integrative Karnevalsparty im Haus der Jugend in Bitburg. Umtriebig sind auch die Altricher Möhnen: Die Große Möhnensitzung startet am 23. Februar. Nahezu legendär ist übrigens auch der Küchenfeenball, der am 8. Februar nach Prüm in die Karolingerhalle lockt.

Den Übergang vom Sitzungskarneval zum Straßenkarneval markiert dann die Weiberfastnacht (dieses Jahr am 28. Februar), die donnerstags vor Aschermittwoch stattfindet. Traditionell gilt, dass an diesem Tag der Frau die Macht zugestanden wird.

Bei den Rathauserstürmungen in der Region haben die Bürgermeister keine Chance: Für kurze Zeit nimmt das närrische Volk das Zepter in die Hand.

In Karnevalshochburgen, zu denen das Rheinland, die Eifel und der Hunsrück gehören, gilt der Tag als inoffizieller Feiertag. Oft wird ab mittags nicht mehr gearbeitet. Es wird in den Kneipen gefeiert und auf den Straßen getanzt – und das alles in möglichst fantasievollen Kostümen. Den Männern wird vielerorts als Zeichen der Machtübernahme die Krawatte abgeschnitten und als Entschädigung ein Küsschen geschenkt. So ein toller Tag will finanziert werden - und so putzen die Möhnen den Männern gerne auch mal die Schuhe. Gegen eine großzügige Spende, das versteht sich ja wohl von selbst!

Nach der Weiberfastnacht beginnt dann die Reise der Karnevalszüge, die vor allem am Karnevalssonntag und Rosenmontag unterwegs sind. In Trier setzt sich der Rosenmontagszug am 4. März ab 12.11 Uhr in Bewegung - und zwar von Trier-Süd in Richtung Norden, wo in der Arena Trier dann eine große Rosenmontagsparty steigt. Andreas Peters, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval, rät den Jecken aus der Umgebung, unbedingt dabei zu sein: „Der Karneval in unserer Stadt wird immer größer und schöner. Vor allem findet hier ein ehrenamtliches Fest statt, nicht so wie in anderen Städten, wo Unternehmen für die Züge bezahlen.“ Beliebt bei den Narren sind auch Nacht­umzüge: In Trier-Euren leuchten sich die Teilnehmer am 2. März ab 18.30 Uhr den Weg durchs Dunkel. Und in der Eifel startet der weithin bekannte Nachtumzug in Gondenbrett am Karnevalsfreitag um 19.11 Uhr.

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