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Sternsinger: Könige bringen Kanzlerin und Bundespräsidenten den Segen

Sternsinger : Könige bringen Kanzlerin und Bundespräsidenten den Segen

Wenn Maren, Selma und Elias am Sonntag, 6. Januar, an die Tür von Schloss Bellevue klopfen, dann wird kein Geringerer als Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier öffnen. Dort, wo sonst in Berlin Staatsgäste empfangen werden, bringen 40 Kinder aus dem Bistum Trier dem Bundespräsidenten und seiner Frau Elke Büdenbender den Segen der Sternsinger.

Doch beim Bundespräsidenten stapft man natürlich nicht eben mal durch die Tür: Bei einem Vortreffen Anfang Dezember in Wittlich übten die Kinder gemeinsam mit Sebastian Ulbrich vom Kindermissionswerk Die Sternsinger aus Aachen den Ablauf und das Protokoll, das es am 6. Januar einzuhalten gilt. „Wo steht wer genau beim Fototermin, welches Lied wird wann gesungen, wie stellen wir uns für die Vorstellung des Bistums auf und wie läuft das anschließend genau, wenn wir beim Bundespräsidenten eingeladen sind und uns mit ihm unterhalten dürfen?“

Die Kinder und Jugendlichen hatten viele Fragen an Ulbrich. Der arbeitete beim Einstudieren des eng getakteten Ablaufs mit hilfreichen Tipps und Tricks: „Jeder merkt sich jetzt mal seinen Nebenmann oder seine Nebenfrau, und dann stellt ihr euch genau in dieser Reihenfolge nochmal auf.“ „Das Mikrofon geht nur an, wenn man es richtig nahe an den Mund hält, wir üben das mal mit einer Wasserflasche.“ „Morgens gut frühstücken, damit ihr das lange Stehen gut durchhaltet.“

Nach dem Frühstück und einem Gottesdienst wird es am 6. Januar für die Sternsinger aus dem Bistum zum Bundespräsidialamt gehen, wo sie sich im Foyer aufstellen werden, dann geht es gemeinsam vor das Hauptportal des Schloss Bellevue auf die Treppe. Was dann kommt, findet so oder ähnlich um den Dreikönigstag in ganz Deutschland statt: Die Kinder werden anklopfen, ihnen wird geöffnet und sie werden den Segen C+M+B+19 an das Portal schreiben: „Christus mansionem benedicat“, also „Christus segne dieses Haus“.

Dann geht es in den großen Saal des Schlosses, wo die Kinder einen Gruß aus ihrem Heimatbistum mitbringen und die aktuelle Aktion und den Themenschwerpunkt vorstellen werden: Kinder mit Behinderung stehen im Fokus; Beispielland ist Peru.

Sie vertreten dabei alle Mädchen und Jungen, die rund um den Jahreswechsel Spenden für Not leidende Kinder in aller Welt sammeln. Die Kinder und Jugendlichen kommen aus den Pfarreien St. Johannes in Sirzenich, St. Antonius in Saarhölzbach, St. Hildegard in Emmelshausen und dem Pestalozzi-Haus in Neunkirchen. In Trier hatten Ende 2017 mehr als 2600 Sternsinger die 60. Aktion Dreikönigssingen bundesweit eröffnet.

Wer den Segensspruch sagt, wer die Spende des Bundespräsidenten entgegennimmt oder wer das Bistum vorstellt: Viele Kinder werden eine tragende Rolle an diesem besonderen Tag spielen.

Einen Tag später, am Montag, 7. Januar, vertreten vier Kinder aus der katholischen Pfarrgemeinde St. Amandus in Konz-Könen um 11 Uhr das Bistum Trier beim Sternsinger-Empfang von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Die Mädchen und Jungen aus Konz-Könen hatten sich am Sternsinger-Wettbewerb der 60. Aktion Dreikönigssingen beteiligt und beim Preisrätsel die richtige Lösung gefunden. Bei der anschließenden Ziehung der diözesanen Gewinner hatten sie zudem das nötige Losglück.

Seit 1984 bringen die Sternsinger jedes Jahr ihren Segen „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“ ins Bundeskanzleramt. Kanzlerin Merkel heißt die kleinen und großen Könige bereits zum 14. Mal willkommen. Unter dem Motto: „Segen bringen, Segen sein. Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit!“ werden sich die Sternsinger bei der 61. Aktion Dreikönigssingen an die Seite von Kindern mit Behinderung stellen.