Theater: Kulturen prallen aufeinander

Theater : Kulturen prallen aufeinander

Der amerikanische Marineoffizier Benjamin Franklin Pinkerton ist in Nagasaki stationiert, wo er nach japanischem Recht die Ehe mit der Geisha Cio-Cio-San, genannt Butterfly, eingeht − vertraglich festgeschrieben für 999 Jahre, mit der Option, dass er jeden Monat kündigen kann.

Als Pinkerton mit seinem Schiff das Land wieder verlässt, ist die Ehe für ihn beendet.

Butterfly hingegen bleibt ihrem amerikanischen Mann treu und wartet sehnsüchtig auf seine Rückkehr. Und Pinkerton kommt nach Japan zurück, allerdings gemeinsam mit seiner amerikanischen Ehefrau Kate. Doch Butterfly hat einen Sohn von ihm. Sie steht vor der Wahl: zurück zu einem Leben als Geisha, den reichen Fürsten Yamadori heiraten, der um sie wirbt, oder der Tod? Butterflys Entschluss steht fest: Ihr Sohn soll mit Pinkerton und seiner Frau nach Amerika gehen, sie wählt den Tod …

Giacomo Puccinis „Madama Butterfly“ gehört zu den beliebtesten Opern, was sicher an dem herzergreifenden Ende liegt. In dieser Oper klingen aber auch andere Themen an. Puccinis Musik spiegelt das Aufeinandertreffen der Kulturen wider. Auch verschiedene Lebensentwürfe und Wünsche treffen aufeinander, wie der Gegensatz zwischen japanischer Spiritualität und der existenziellen Situation von Butterfly sowie dem Materialismus und Imperialismus von Pinkerton.

Für Regisseurin Cornelia Rainer und Ausstatterin Michaela Mandel ist die Fokussierung Cio-Cio-Sans auf Pinkerton bis zur Selbstaufgabe ein wesentlicher Punkt. Wie ein Geist existiert sie und wartet auf seine Rückkehr – ein Motiv, das sich bereits in alten japanischen Geistergeschichten findet. In der Inszenierung am Theater Trier verkörpert die chinesische Sopranistin Siheng Yi die Geisha Butterfly. Der junge russische Tenor Vadim Babichuk, der seit 2016 im „Young Artists Program“ des Bolschoi-Theaters gefördert wird, übernimmt die Partie des Pinkerton. In weiteren Rollen: Janja Vuletic (Suzuki), Carl Rumstadt (Sharpless), Karsten Schröter (Bonzo).

  • Premiere: Samstag, 2. Februar, 19.30 Uhr. Weitere Termine: 9. Februar, 19.30 Uhr, 24. Februar, 18 Uhr, 10. März, 16 Uhr, 17., 31. März, 18 Uhr, 26., 30. April, 18.30 Uhr.
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