1. Die Woch
  2. Trier

Ehrenamt: Leuchtturmstunde für das Ehrenamt

Ehrenamt : Leuchtturmstunde für das Ehrenamt

Es war eine „Leuchtturmstunde“ für das Ehrenamt im Bistum Trier, wie Generalvikar Ulrich von Plettenberg in Anlehnung an das von der Band gespielte Lied von Peter Maffay formulierte. Vier Initiativen und drei Einzelpersonen hat das Bistum für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet.

Zweimal im Jahr ehrt der Arbeitsbereich Ehrenamtsentwicklung im Bistum Trier in einer Feierstunde verdiente Einzelpersonen und würdigt beispielhafte Initiativen. „Es ist mir ein Anliegen, dem Ehrenamt die Ehre und Wertschätzung zu geben, die es verdient“, erklärte Generalvikar von Plettenberg bei der Preisverleihung im Robert-Schuman-Haus. Domvikar Hans Günther Ullrich, Leiter der Abteilung Ehrenamt beim Bistum Trier, erklärte in seinem geistlichen Impuls zur zuvor gehörten Lesung der Brotvermehrung: „Wenn wir von unserem eigenen Lebensunterhalt etwas geben, dann reicht es für alle, weil der Segen Gottes darauf liegt.“

Dass die über zwei Stunden dauernde Ehrung kurzweilig war, lag auch an der musikalischen Gestaltung durch die Band The Holytones aus Winterbach (Saarland), die ebenfalls geehrt wurde. Mit ihren Coverversionen aktueller Hits sowie Eigenkompositionen begeisterte die junge Gruppe das Publikum, das zum Abschluss noch nach einer Zugabe verlangte.

Die drei geehrten Einzelpersonen kommen aus der Trierer Innenstadtpfarrei Liebfrauen. Als „Langstreckenläufer“ bezeichnete Ullrich sie angesichts ihres inzwischen jahrzehntelangen Engagements. Ullrich war als Pfarrverwalter von Liebfrauen und Leiter der Abteilung Ehrenamt in doppelter Funktion vor Ort. Generalvikar von Plettenberg überreichte den drei Geehrten die von Bischof Stephan Ackermann unterzeichnete Dankesurkunde des Bistums Trier.

Bereits seit 1967 engagiert sich Ricarda Kuhner in der Gemeinde Liebfrauen. Dabei übernahm sie verschiedene Aufgaben, zum Beispiel als Firmkatechetin, Kommunionhelferin oder Lektorin. Sie gehörte dem Pfarrgemeinderat an, bevor sie seit 1982 im Verwaltungsrat Liebfrauen mitwirkte, dessen stellvertretende Vorsitzende sie seit 2017 ist. Dort betreut sie das Ressort Personal.

Hansjosef Raltschitsch ist seit 1972 durchgängig Mitglied im Pfarrgemeinderat Liebfrauen. Ullrich hob auch sein Engagement im Vorbereitungsteam der Fronleichnamsprozession und sein handwerkliches Geschick hervor, das er immer wieder für Feste einbringe. Raltschitsch ist zudem Mit­initiator der Klausenwallfahrt. Ein Herz für bedürfte Menschen zeigt er jedes Jahr bei der „Weihnacht der offenen Tür“ im Kolpinghaus.

Für den dritten Geehrten, Heinz Valerius, ging es 1975 von 0 auf 100: Gerade erst zugezogen, kandidierte er auf Vorschlag von Ricarda Kuhner für den Pfarrgemeinderat und erhielt gleich den Vorsitz, den er bis 2000 innehatte. Nach einigen Jahren als Pfarrgemeinderats-Mitglied hat der den Vorsitz seit 2015 erneut inne. Valerius ist als Lektor tätig und organisiert den Neujahrsempfang. Besonders hervorzuheben ist seine Tätigkeit als Organisator des Besucherdienstes der Liebfrauenkirche. Dort koordiniert er über 40 Ehrenamtliche, die in Zwei-Stunden-Schichten den Besuchern von Liebfrauen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Dank seines Engagements ist dieses Team auch über den Dienst hinaus freundschaftlich verbunden.

Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg, Domvikar Hans Günther Ullrich (Pfarrverwalter Liebfrauen), Domkapitular Hans Wilhelm Ehlen (ehemaliger Pfarrer von Liebfrauen) überreichen den Preis an (vordere Reihe, von links): Hansjosef Raltschitsch, Ricarda Kuhner, Heinz Valerius. Foto: Bistum Trier

„Palaver“ gibt es seit einiger Zeit im Ruwertal. Was für die Trierer zunächst negativ klingt, ist ein Beispiel für kirchenübergreifende Zusammenarbeit zum Dienst am Mitmenschen. 2015 gründete sich dort der Verein „Netzwerk Willkommen im Ruwertal und auf den Höhen“, getragen von der katholischen und evangelischen Kirche, der Caritas, dem diakonischem Werk und der Verbandsgemeinde. Das Begegnungscafé Palaver leitet seinen Namen aus dem Afrikanischen ab, wo es Versammlung und Kennenlernen bedeutet. Entstanden im Zuge der Flüchtlingsbewegung zeigt sich an diesem Beispiel, wie sich ein Projekt im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Ursprünglich konzentrierte sich das Projekt auf die Flüchtlingshilfe. Und obwohl diese immer noch gelebt wird, ist das Projekt ausdrücklich offen für alle Menschen, unabhängig von Alter oder Herkunft. Auch deshalb wird für keine der Veranstaltungen Eintritt erhoben – jeder, der möchte, soll vorbeikommen können zum Kochen, Basteln, zu Sprachkursen, Vorträgen und zum jährlich stattfindenden großen Sommerfest. Auch Projekte wie das Urban Gardening oder Upcycling bringen neue Aspekte in die Arbeit ein. Von Plettenberg würdigte das Netzwerk Willkommen als einen Ort der Menschlichkeit, an dem Vielfalt als Bereicherung angesehen werde und wo auf die Bedürfnisse anderer reagiert werde.