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Kultur
Löwenbaum und Weinteufel

Eine Rarität im Enkircher Heimatmuseum: eine Weinflasche mit Konturenprägung des Weinteufels.
Eine Rarität im Enkircher Heimatmuseum: eine Weinflasche mit Konturenprägung des Weinteufels. FOTO: Hans-Dieter Georg
Enkirch. 77 Weinlagenbezeichnungen hat es einst in Enkirch gegeben. Übrig geblieben sind noch fünf: Steffensberg, Monteneubel, Herrenberg, Zeppwingert und Ellergrub.

Die Weinlagen Löwenbaum, Weinkammer, Klosterberg oder Ungsberg existieren heute nicht mehr. Sie sind jedoch verewigt auf den Etiketten für Weinflaschen. Einige dieser Etiketten ab 1907 sind bis Ende Oktober im Heimatstuben-Museum Enkirch ausgestellt.

Und es gibt noch andere Raritäten zu sehen. Die Gesellschaft „Enkircher Weinteufel“ hatte sich in den 1950er Jahren zur Aufgabe gemacht, mit diesem Schriftzug Weinwerbung zu betreiben. Eine Weinflasche mit Konturenprägung des Weinteufels wurde in Auftrag gegeben und hatte gute Absatzzahlen. Dazu gab es einen Weinbrunnen, der unter anderem auf der Messe „Hellwegschau Unna“ als Werbeträger zu sehen war. Unna ist heute offizielle Partnergemeinde von Enkirch.

Die Ausstellung zeigt Exponate quer durch den Winzerstand mit seinen Höhen und Tiefen. Wie die sehr erfolgreiche Frostschutzberegnungsanlage der Firma Perrot aus Calw, die mehr als 30 Jahre die Frostschäden im Frühjahr fast auf Null reduzierte und dann das Aus der Anlage wegen angeblicher Wettbewerbsverzerrung.

Heute sind die Enkircher Flächen zu weniger als einem Drittel bewirtschaftet, es war damals die größte Anlage in Europa mit fast 70 Hektar Fläche. Die Seitentallagen Willigshell (Klosterberg) und Ungsberg sind heute komplett stillgelegt. Zu sehen ist auch eine Auflistung der Geldentwertung von 1922-23  am Beispiel des Weinhandels aus den Protokollbüchern der ehemaligen Winzergenossenschaft.

Die Öffnungszeiten des Museums: Freitag und Samstag von 17 bis 19 Uhr und Sonntag von 11 von 12 Uhr.