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Trier: Mehr Ärzte gegen mehr Einkommen

Trier : Mehr Ärzte gegen mehr Einkommen

Von Benedikt Laubert

Trier – das sind vor allem Häuser, Straßen und vielleicht noch ein paar Gärten und Parks – oder? Ein Blick auf die Zahlen des statistischen Landesamts verrät: Ganz und gar nicht! Das besiedelte Gebiet (also Wohnhäuser, Industrie, Sportplätze und so weiter) ist gerade einmal 26 Quadratkilometer groß – das entspricht 22 Prozent des 117 Quadratkilometer großen Stadtareals. Straßen und Wege beanspruchen elf Quadratkilometer. Mit 76 Quadratkilometern macht die Vegetation den größten Teil des Stadtgebiets aus. 45 Quadratkilometer davon sind Waldgebiet.  

Der Landkreis Trier-Saarburg hat mit 76 Quadratkilometern mehr besiedeltes Gebiet – im Vergleich zum Wald-, Weide- und Ackergebiet ist das aber verschwindend wenig. Fast eine Million Quadratkilometer der Kreisfläche sind unbesiedelt. Ein Blick in die Zahlen, die das statistische Landesamt veröffentlicht, verrät noch einiges mehr über die Stadt, was die meisten so wohl noch nicht wussten.

Gesundheit
Hier macht sich das Stadt-Land-Gefälle mit am stärksten bemerkbar. In Trier sind 291 Ärzte niedergelassen. Da sind Allgemeinmediziner, Fachärzte, Zahnärzte und andere eingerechnet. Im Kreis Trier-Saarburg – dem Gebiet, auf dem mehr Bürger wohnen, sind nur 169 Ärzte niedergelassen.

Wohnen

In der Stadt ist es ein bisschen enger: In Trier hat jeder Einwohner rund 43,8 Quadratmeter Fläche zum Leben. Im Kreis sind es fürn fünf Quadratmeter oder knapp zehn Prozent mehr (48,4 Quadratmeter). Einfamilienhäuser bieten in Trier ihren Bewohnern rund 134 Quadratmeter Fläche. Im Kreis Trier-Saarburg sind sie im Schnitt fast 140 Quadratmeter groß.

Bevölkerung

Was das Alter der Bewohner angeht, fällt auf: Die Gruppe der 20- bis 34-Jährigen (31 128 Personen) macht mit 28 Prozent fast ein Drittel der Trierer Einwohner aus. Kein Wunder, studieren doch alleine 20 000 junge Menschen an den Hochschulen der Moselstadt. Sehr viele Studenten kommen von außerhalb und verlassen Trier nach dem Studium wieder.

Die nächstgrößere Altersgruppe, die 35- bis 49-Jährigen, ist mit 18 Prozent Anteil an der Gesamtbevölkerung eher klein. Insgesamt leben nach den Zahlen in Trier 110 000 Menschen (Stand 2016), darunter rund 96 000 Deutsche und 14 000 Ausländer. Im Landkreis Trier-Saarburg leben mit 148 000 deutlich mehr Menschen.

Bildung und Soziales

23 der 41 Trierer Schulen sind Grundschulen. Die Stadt hat außerdem sechs Gymnasien, fünf Förderschulen, eine private Realschule und vier Realschulen plus sowie eine Integrierte Gesamtschule und eine Waldorfschule zu bieten. Insgesamt sind in der Primarstufe 3400 Schüler, in der Sekundarstufe I 6500 und in der Sekundarstufe II 1715 Schüler. In Kindertageseinrichtungen und in staatlich geförderter Kindertagespflege wurden vergangenes Jahr etwa 4000 Kinder betreut.
In Trier ist der Anteil der Menschen größer als im Kreis Trier-Saarburg, die eine Grundsicherung für Arbeitssuchende bekommen – also Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld. In Trier sind es 7000, was einen Anteil von 7,4 Prozent ausmacht. Im Kreis sind es 4000 Menschen, was einen Anteil von 3,6 Prozent der Bevölkerung ausmacht.

Verkehr

Wer in der Stadt wohnt, kommt besser ohne Auto aus. Die Zahlen des statistischen Landesamts zeigen: Auf 100 Stadtbewohner kommen 45 Autos, im Kreis Trier-Saarburg sind es 64 Autos auf 100 Einwohner. Neben den Autos fahren auch zahlreiche Busse, LKW und andere Gefährte in der Stadt. Der Verkehr fließt auf kleinerem Raum – und das führt wohl zu mehr Unfällen. Auf 100 Einwohner fielen 3,8 Unfälle im Jahr 2017. Im Kreis waren es mit 3,1 pro 100 Bewohner etwas weniger Unfälle.

Tourismus

In Trier mag es mehr kulturelles Angebot an einem Ort geben – was übernachtende Touristen angeht, hängt der Kreis Trier-Saarburg die Stadt aber deutlich ab. Konkret heißt das: Trierer Betriebe boten vergangenes Jahr fast 5000 Betten an, während den Touristen im Kreis doppelt so viele zur Verfügung standen. Die ohnehin zahlreichen touristischen Übernachtungsmöglichkeiten im Kreis waren außerdem doppelt so stark belegt (rund 10 000 Übernachtungen pro Bett), wie die in der Stadt. Wenn man bedenkt, dass Trier und Kreis mehr oder weniger gleich viele touristische Gäste anlockten (um die 400.000 pro Jahr), wird klar: Trier ist offensichtlich für kurze Besuche beliebt – die Touristen, die den Kreis besuchen, bleiben lieber länger.

Geld

Triers Bewohner sind ein bisschen ärmer als ihre Nachbarn aus dem Kreis. Der durchschnittliche Trierer hatte 2015 rund 20 000 Euro an Einkommen zur Verfügung (neuere Zahlen hat das Land noch nicht veröffentlicht). Der durchschnittliche Kreisbewohner hatte dagegen 22 000 Euro zur Einkommen Verfügung.