Ratgeber: So wird ihr Garten insektenfreundlich

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Wie schafft man es, dass der Garten für Insekten geeignet ist? Warum ist das überhaupt wichtig? Die Woch erklärt alles rund um insektenfreundliches Gärtnern.

Der Apfelbaum trägt keine Früchte. Die letzte gesunde Petersilie Marke Eigenbau wird sich nicht mehr selber aussäen, weil der Samen fehlt. Und auch bei den Stockrosen heißt es, Fortpflanzung Fehlanzeige. Das Schreckensszenario bei dem es an Früchten und Samen fehlt, ist angesichts des dramatischen Insektensterbens nicht aus der Luft gegriffen. Mehr als 80 Prozent allein der europäischen Nutzpflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Aus China kommen bereits Bilder, auf denen Menschen in Obstbaumkronen die Blüte bestäuben.

Doch so emsig sie auch pinseln, an den Fleiß der geflügelten Bestäuber kommen sie nicht heran. Eine Hummel besucht am Tag gut 1000 Blüten. Bei rund 560 bekannten Wildbienen, zu denen auch die Hummeln zählen, ist allein deren Leistung unbezahlbar. Wollte man es ausrechnen, kommen alle Blütenbestäuber zusammen allein in Europa auf eine erwirtschaftete Summe von jährlich 14 Milliarden Euro. Nicht einmal im Schichtbetrieb wie es Florfliege & Co. im Wechsel mit Nachtfaltern und Konsorten sieben Tage die Woche rund um die Uhr praktizieren, hätte der Mensch dagegen eine Chance.

Existenzbedrohend kann der Insektenschwund aber nicht nur für die Nahrungsmittelerzeugung werden. Wo keine Bienen mehr summen, keine Grille zirpt und kein Schmetterling über blühende Landschaften gaukelt, verschwindet neben der Lebendigkeit eine biologische Vielfalt. Wie real das Insektensterben ist, haben ausgerechnet Autofahrer vor Augen. Musste man vor einigen Jahren die Windschutzscheibe auf der Fahrt in den Sommerurlaub noch regelmäßig reinigen, bleibt sie heute fast frei von mitgenommenen Insekten. Unter die Räder sind sie durch andere Entwicklungen gekommen.

In einer ausgeräumten Landschaft, wo Unkrautvernichtungsmittel und Pestizide zum Einsatz kommen, können Gärten zur letzten Rettungsinsel werden.

Szenenwechsel: In die Gärtnerei stürmen seit Tagen Menschen, die von der bienenfreundlichen Staude des Jahres gehört haben. „Wo haben sie diese Disteln?“, werden die Gesellen gefragt. Die liebenswerten Kratzbürsten ziehen Insekten magisch an. Auf den blauen Blütenbällen einer Kugeldistel finden Maja & Co. Pollen und Nektar. Insektenfreundliche Pflanzen anzusiedeln ist aber nicht das Einzige, was der bedrohten Fauna hilft. Was man im insektenfreundlichen Garten alles tun kann, und was man besser lassen sollte, ist mehr als man denkt. Wie sie es schaffen, dass Ihr Garten Falter, Hummel, Biene und Co. ein angenehmes und insektenfreundliches Zuhause bietet, erfahren Sie im Hintergrund auf Seite 2.

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