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Wirtschaft
Rückblick 2017: Weniger Betriebsinsolvenzen und Arbeitslose

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Trier ist mit strategisch guter Verkehrsanbindung und der gesunden Strukturmischung ein attraktiver Wirtschaftsstandort. Unternehmen profitieren von den günstigen Bedingungen der Region, was sowohl den Gewerbetreibenden als auch Arbeitnehmern zugutekommt. 2017 mussten deutlich weniger Betriebe Insolvenz anmelden und auch die Zahl er Arbeitslosen ging zurück. Die Woch fasst wesentliche Fakten zusammen.

Deutlich weniger Insolvenzen

Aktuellen Zahlen der hiesigen Creditreform zum Insolvenzgeschehen in der Region zufolge, sind die Unternehmensinsolvenzen im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Der Rückgang von 128 Verfahren im Jahr 2016 auf 109 in 2017 beträgt 14,84 Prozent. Im Vergleich zur gesamten Bundesrepublik, in der die Pleiten um nur 6,3 Prozent gefallen sind, eine zufriedenstellende Bilanz. Der positive Trend zeichnete sich branchenübergreifend ab. Einzige Ausnahme bildet der Handel. Hier kam es gegenüber 2016 um fünf zusätzliche Insolvenzen, was einer Steigerung von 50 Prozent entspricht. Die Spitzenreiter:

1. verarbeitendes Gewerbe - Rückgang um 66,67 Prozent

2. Baugewerbe - Rückgang um 53,33 Prozent

3. Dienstleistung - Rückgang um 7,06 Prozent

Durch die rückläufigen Insolvenzen sank 2017 auch die Zahl der Arbeitsplätze, die unter den Betriebspleiten litten. Während im Vorjahr noch knapp 1.230 Arbeitsplätze betroffen waren, reduzierte sich die Anzahl 2017 auf 779. Für 2018 rechnet Creditreform damit, dass sich der Trend, hin zu weniger Insolvenzen, fortsetzt.

Arbeitsmarkt 2017: Geringere Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel

Obwohl die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt 2017 gegenüber dem Vorjahr um monatlich 657 und somit um 5,7 Prozent gesunken ist, leidet die Wirtschaft unter Fachkräftemangel. Die Nachfrage nach Arbeitskraft steigt, für Betriebe wird es zunehmend schwierig, offene Stellen qualifiziert zu besetzen. Im Vergleich zu 2016 waren im letzten Jahr 708 Stellenangebote mehr bei der Arbeitsagentur Trier registriert. Insgesamt blieben über 16.000 Stellen frei. "Einerseits freuen wir uns über die niedrige Arbeitslosigkeit, andererseits gibt es sehr viele offene Stellen und wir stehen vor der Herausforderung, Arbeitgebern die Kräfte zu vermitteln, die sie benötigen", wird Heribert Wilhelmi, Chef der Agentur für Arbeit Trier, unter trier.de zitiert. Trotz der aktuellen Herausforderungen blickt die Region auf eine stabile Konjunkturentwicklung und die damit verbundenen, positiven Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.

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Hilfe bei drohender Insolvenz

Befinden sich Betriebe in einer finanziellen Krise, ist es den Unternehmern oft nicht mehr möglich, die Sanierungsfähigkeit ihrer Unternehmung realistisch einzuschätzen. Um eine Insolvenz abzuwenden, kann ein Sanierungsgutachten behilflich sein. Es wird im Idealfall von einem kompetenten Gutachter mit juristischem und betriebswirtschaftlichem Know-how erstellt. Mit dem Gutachten soll geklärt werden, ob der Betrieb gerettet werden kann und welche Maßnahmen dafür erforderlich sind. Ein elementarer Bestandteil ist die Überbrückung von Liquiditätsengpässen. Potenzielle Methoden sind dabei der Verkauf von Umlauf- und Anlagevermögen sowie, vorausgesetzt die Wettbewerbsfähigkeit ist künftig gesichert, die Aufnahme neuer Kredite. Sind herkömmliche Darlehen von Kreditinstituten aufgrund negativer Schufa-Einträge nicht möglich, wären Alternative Sofortkredite eine Option, die auf die Schufa-Abfrage verzichten. "Die Höhe der Kredite, die ohne SCHUFA vergeben werden, schwankt. Kleinstbeträge ab 500 € sind genauso im Angebot, wie große Kredite bis 100.000 € oder darüber", so der Hinweis auf dem Vergleichsportal kreditohneschufa-test.de, das aktuelle Kreditangebote geprüft hat. Die Zinsen fallen bei schufafreien Krediten in der Regel höher aus, als es Kreditnehmer von herkömmlichen Bankkrediten gewohnt sind. Über die Konditionen gleichen die Anbieter das zusätzliche Risiko aus, das sie mit der Kreditvergabe übernehmen.

Ein weiterer Lösungsansatz, der aus einem Sanierungsgutachten hervorgehen kann, betrifft die radikalen Marktveränderungen, die zahlreichen Betrieben zu schaffen machen. Über das Gutachten lässt sich feststellen, ob eine Unternehmung fähig ist neue Wege einzuschlagen, um sich in Zukunft einen Platz im Wettbewerb zu sichern. Eine professionelle Wettbewerbsanalyse ist ein Muss.

Ist die Insolvenz nicht mehr abzuwenden, können die Tipps von Rechtsanwalt Jörg Franzke unter ra-franzke.de hilfreich sein.

Zum Wirtschaftsstandort Trier

Neben den beiden Wasserstraßen Mosel und Saar, die den Wirtschaftsstandort Trier mit den Häfen in Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen verbinden, ist die Region über das Schienen- und Autobahnsystem bestens mit dem europäischen Transportnetz verbunden. Auch die Nähe zum Flughafen in Luxemburg ist für ansässige Unternehmen von Bedeutung. Strukturell wird die Wirtschaft von einer bunten und wertvollen Mischung geprägt. Egal ob Dienstleister, Weinbauer, Textilindustrie, Kunsthandwerk, Lebensmittelindustrie oder Baugewerbe: Von allem ist etwas geboten. Fachkräfte bildet die Universitätsstadt vor Ort aus. Schwerpunkte der Hochschule Trier sind Technik, Wirtschaft, Informatik, Gestaltung und BLV (Bauingenieurwesen, Lebensmitteltechnik, Gebäude-, Versorgungs- und Energietechnik). Eindrücke zur Hochschule im Video:

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