Unsere Vereine: Sie bieten Hilfe in der Not statt Sonntagsreden

Unsere Vereine : Sie bieten Hilfe in der Not statt Sonntagsreden

„Viele reden – wir helfen. Reden Sie nicht – helfen Sie“. Dies ist das Motto des Trierer Fördervereins krebskranker Kinder. Es zeigt an, dass es hier nicht allein um Spaß, Spiel, Sport oder Unterhaltung geht, obwohl unterhaltsame Aktivitäten auch auf dem Programm stehen.

Tatsächlich arbeitet in der Vereinsgeschäftsstelle in Trier, Matthiasstraße 55, eine funktionierende und unbürokratische Sozialeinrichtung, die allein auf Privatinitiative basiert. „Und alles nur ehrenamtlich“, betonen Vorsitzender Eugen Schuh, sein Vertreter Rudolf Beys und Schatzmeister Dietmar Mattes. Der Zweck dieses Vereins mit heute rund 500 Mitgliedern ist einfach erklärt: Erfahren Eltern, dass ihr Kind an Krebs erkrankt ist, folgt dem enormen seelischen Druck meist noch eine hohe finanzielle Belastung. Und die fällt für Betroffene aus der Region Trier noch höher aus, seit 2018 die Kinderkrebsstation des Trierer Mutterhauses schließen musste. Schuh: „Das Mutterhaus stellt nur noch Diagnosen und bietet die spätere Nachsorge durch die Villa Kunterbunt. Für die umfangreichen Therapien müssen die Betroffenen heute in die Klinik Homburg ausweichen. Bei Familien etwa aus der Eifel sind das schnell 200 Kilometer und mehr.“ Viele Eltern wären in dieser Zeit oft zur doppelten Haushaltsführung gezwungen, mit Betreuung der Geschwister zu Hause. Hier beginne die Unterstützung durch den Verein. Vorsitzender Schuh beziffert die Kosten je nach Fall mit 100 bis 200 Euro monatlich – „es kann aber auch mehr sein“. Im Schnitt seien es jährlich 20 bis 25 Familien, die Hilfe vom Verein erhielten. Oft laufe die Unterstützung dann über Jahre. Schuh zieht eine Bilanz: „In den 30 Jahren unseres Bestehens hat der Verein insgesamt rund 350 Familien Hilfe zukommen lassen. Dabei wurden mehr als drei Millionen Euro an die Betroffenen gezahlt.“ Das Geld stamme allein aus Spenden von Sponsoren wie Firmen, Vereinen, privaten Spendensammlungen bei Geburtstagen und Beerdigungen sowie von den Mitgliederbeiträgen (siehe Info). Mit dem 18. Lebensjahr eines Kindes, also Erreichen der Volljährigkeit, ende in der Regel die Unterstützung.

Gegründet wurde der Verein 1989, Schuh und sein Stellvertreter Beys sind Gründungsmitglieder. Die Idee dazu hatte Jochen Dussa, Polizeibeamter und Begründer der bekannten Joe Dussa‘s Country and Western Band. Anlass war das Schicksal eines krebskranken Kindes in Dussas Bekanntenkreis. Er wollte den Eltern mit einem Benefizkonzert helfen und sprach seine Polizeikollegen Eugen Schuh und Rudolf Beys an, die schon Erfahrung mit ähnlichen Veranstaltungen hatten. Dabei entstand die Idee, einen Hilfsverein zu schaffen. Man zog Erkundigungen ein und führte Gespräche, etwa mit dem damaligen Leiter der Kinderkrebsstation im Mutterhaus, Professor Dr. Wolfgang Rauh. Am Ende stand die Gründung des Vereins, der in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert.

Auszug aus der Chronik zum 25-jährigen Bestehen und ein aktueller Anmelde-Flyer. Foto: Friedhelm Knopp
Sie lenken die Geschicke des Vereins: Vorsitzender Eugen Schuh (Mitte), sein Vertreter Rudolf Beys (links) und Schatzmeister Dietmar Mattes (rechts). Foto: Friedhelm Knopp
Der Verein lädt regelmäßig die betroffenen Kinder und ihre Familien zur Weihnachtsfeier ein. Foto: Verein

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