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Kultur
„Singen öffnet Kinderherzen und macht froh“

Bei den Abschlusskonzerten des Projekts „Klasse! Wir singen“ treten die Schüler gemeinsam mit einer Band vor vielen Zuschauern auf.
Bei den Abschlusskonzerten des Projekts „Klasse! Wir singen“ treten die Schüler gemeinsam mit einer Band vor vielen Zuschauern auf. FOTO: Anja Albrecht
Trier/Bitburg/Wittlich. Die Erfolgsgeschichte eines bundesweiten Projekts mit einfachem Konzept soll sich in der Region Trier fortsetzen. Hier lesen Sie alles, was Eltern, Lehrer und Schüler dazu wissen müssen.

Die Woch und der Trierische Volksfreund stellen das Projekt „Klasse! Wir singen“ vor. Zur Teilnahme aufgerufen sind alle Schüler der Klassen 1 bis 7 aus der gesamten Region Trier, von der Eifel über die Mosel bis zum Hunsrück.

Geschichte Die Aktion „Klasse! wir singen“ geht auf eine Initiative des Braunschweiger Domkantors Gerd-Peter Münden zurück. Ursprünglich für kleine Verhältnisse in Braunschweig gedacht, meldeten sich schon 2007 rund 28 000 Teilnehmer an. Der niedersächsische Kultusminister bat daraufhin Gerd-Peter Münden, das Projekt landesweit anzubieten. Seit 2011 läuft die Aktion jährlich wechselnd in anderen Bundesländern. Inzwischen haben sich nach Veranstalterangaben etwa 1,25 Millionen Teilnehmer und Besucher an 322 Liederfesten erfreut.

2016 wurde „Klasse! Wir singen“ mit dem Lea-Award für die beste Nachwuchsförderung ausgezeichnet, 2017 mit dem Initiativpreis des Kulturpreises Deutsche Sprache. 2019 sind Konzerte in Nordrhein-Westfalen (Dortmund, Wuppertal, Münster und Bielefeld), in Mecklenburg-Vorpommern (Rostock, Schwerin und Neubrandenburg) sowie in Berlin und Trier geplant. Die Arena Trier ist vom 10. bis 12. Mai Schauplatz der Liederfeste.

Ziele „Klasse! Wir singen“ will das Singen in der Gesellschaft neu verankern, Familien zur kulturellen Teilhabe ermuntern, Lehrer motivieren, das Singen in den Regelunterricht integrieren, Inklusion ohne Grenzen leben sowie Migrantenkinder und deren Familien integrieren und beim Lernen der Sprache unterstützen.

Programm Zum aktuellen Liederkanon gehören je nach Klassenstufe Volkslieder wie „Kein schöner Land“, aber auch „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Dschungelbuch, „Hab ’ne Tante aus Marokko“, „Ich wollt’, ich wär’ ein Huhn“ oder „Morning has broken“.

Lehrer Das Schulprojekt wendet sich an die Klassenlehrkräfte der Klassen 1 bis 7. Das Projektbüro unterstützt die Schulen mit pädagogischen Materialien, Elternbriefen in 17 Sprachen und Fortbildungen, so dass das Projekt auch für fachfremde Lehrer leicht zu handhaben ist. Teilnehmer vergangener Jahre berichten über die positive Elternresonanz und ein besseres Schulklima. Klassen singen die Lieder immer wieder und verwenden sie zu verschiedenen Anlässen.

Eltern Gerd-Peter Münden erklärt allen Eltern, warum ihre Kinder an dem Projekt teilnehmen sollten: „Motiviert von der Aussicht auf ihr Konzert in den großen Veranstaltungsorten, wo sonst nur die Stars singen, verändern sich die Kinder. Dabei geht es nicht um Wettbewerb, sondern um das Miteinander. Die Kinder singen in der Vorbereitungsphase (fast) täglich im Klassenverband, und erleben, wie sie durch gemeinschaftliches Bemühen immer besser werden. Singen öffnet Kinderherzen und macht froh. Auch nach Jahren noch bezeichnen Kinder, die an Liederfesten teilgenommen haben, dieses Konzert als eines der prägenden kulturellen Erlebnisse ihrer Kindheit. Dabei wirkt sich der gute Geist auf die ganze Schule aus, weil überall miteinander gesungen wird und die Vorfreude auf das Liederfest ansteckt. Die euphorischen Publikumsreaktionen stärken das Selbstvertrauen auch der Kinder, die sonst eher zurückhaltend sind.“

Kosten Die Finanzierung der Aktion beruht auf drei Säulen: Teilnehmerbeitrag, Sponsoren und Kartenverkauf. Für den Beitrag von acht Euro pro Kind bekommt jeder Schüler (und die Lehrkraft) etwa acht Wochen vor dem Liederfest das Liederbuch, eine Mitsing-CD des Liederkanons sowie ein T-Shirt und eine Platzkarte für das Konzert. Sponsoren übernehmen die Kosten für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf (zum Beispiel Menschen mit Behinderung), Teilnehmer aus Familien mit mindestens vier Kindern sowie für Flüchtlingskinder. Sponsoren finanzieren außerdem das Projektbüro und fangen Spitzen ab, wenn der Kartenverkauf die Kosten eines Liederfest-Standortes nicht deckt. Trotz hoher Ausgaben für Hallen, Technik und Personal können die Eintrittspreise moderat gehalten werden (zwischen 6 und 15 Euro), da 90 Prozent der Konzerte ausverkauft sind. Der Vorverkauf für Trier beginnt am 1. Dezember.

Anmeldung Wer sein Kind zu „Klasse! Wir singen“ anmelden möchte, wendet sich an die entsprechende Schule und weist auf das Projekt hin. Alle teilnehmenden Kinder einer Klasse sollten dann gesammelt von einem Lehrer registriert werden. Die jeweilige Lehrkraft registriert sich auf der Homepage, gibt Namen und T-Shirt-Größen der Schüler an und schließt die Anmeldung ab.

Bei Fragen ist das Projektbüro in Braunschweig unter Telefon 0531/39069010 montags bis freitags von 9 bis 14 Uhr erreichbar. Anmeldeschluss ist der 1. November 2018.

Alle Infos, Fotos, Videos und Anmeldung im Internet: www.klasse-wir-singen.de

Passend zu den einzelnen Liedern des Projekts „Klasse! Wir singen“ gibt es Showeinlagen mit verkleideten Darstellern – etwa zwei Wölfen.
Passend zu den einzelnen Liedern des Projekts „Klasse! Wir singen“ gibt es Showeinlagen mit verkleideten Darstellern – etwa zwei Wölfen. FOTO: Verein Singen
Bei den Abschlusskonzerten des Projekts "Klasse! Wir singen" treten die Schüler gemeinsam mit einer Band vor vielen Zuschauern auf.
Bei den Abschlusskonzerten des Projekts "Klasse! Wir singen" treten die Schüler gemeinsam mit einer Band vor vielen Zuschauern auf. FOTO: Anja Albrecht
Bei den Abschlusskonzerten des Projekts „Klasse! Wir singen“ treten die Schüler gemeinsam mit einer Band vor vielen Zuschauern auf.
Bei den Abschlusskonzerten des Projekts „Klasse! Wir singen“ treten die Schüler gemeinsam mit einer Band vor vielen Zuschauern auf. FOTO: Anja Albrecht