Gartenarbeit im Herbst: So wird der Garten fit für die kalte Jahreszeit

Gartenarbeit im Herbst : So wird der Garten fit für die kalte Jahreszeit

Im Herbst gilt es, den Garten fit für den Winter zu machen. Ein trockener Herbsttag ist ideal für die meisten Aufgaben.

Herbstzeit ist Erntezeit

Im Nutzgarten erfreut man sich am erntereifen Gemüse. Das Meiste holt man jetzt vom Beet. Nur späte Sorten von Blumenkohl, Brokkoli, sowie Weiß- und Rotkohl bleiben bis zum Frost stehen. Grünkohl wird durch die kühleren Temperaturen erst richtig zart. Droht das Quecksilber in der Nacht unter null Grad zu sinken, wird es Zeit die Kürbisse einzulagern. Bis dahin reifen die Trendfrüchte in der Herbstsonne aus.

In den letzten Jahren hat die Vielfalt an Arten und Sorten enorm zugenommen. Für manchen stellt sich bei der Ernte die Frage, ob seine Panzerbeeren – so der botanische Fachausdruck der Früchte – essbar sind. Hier hilft nur, das Saattütchen aufzuheben. Darauf ist vermerkt, ob es sich um einen Speisekürbis oder Zierkürbis handelt. Und selbst unter den Zierkürbissen gibt es essbare und solche, die nicht zum Verzehr geeignet sind. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn man Zier- und Speisekürbisse nebeneinander angebaut hat und jetzt Samen für die kommende Saison ernten will. Bienen und andere Insekten machen beim Bestäuben keinen Unterschied zwischen den verschiedenen Typen. Ist ein Speisekürbis von einem ungenießbaren Zierkürbis befruchtet worden, kann die neue Generation bitter schmecken. Dann sollte man ihn nicht essen.

Jetzt beginnt die beste Pflanzzeit

Während die Trauben zu voller Süße reifen, sind die Zwiebeln bereits geerntet. Foto: Kathrin Hofmeister

Pflanzen, die im Herbst gesetzt werden, können sich ganz aufs Wurzelbilden konzentrieren. Die Erde wird wieder feuchter und der Boden ist noch warm. Ende November ist es unter der Erde immer noch wärmer als Mitte April. Im Herbst gesetzte Pflanzen sichern sich daher einen Vorsprung gegenüber Artgenossen, die im Frühjahr in die Erde kommen. Bis auf Pflanzen die frostempfindlich sind, kann man jetzt alles pflanzen. Für Obstgehölze beginnt die beste Pflanzzeit sogar erst im Oktober. Wurzelnackte Rosen sind noch etwas später dran.

Hokkaidos zählen mit ihrem nussigen Aroma zu den besten Speisekürbissen. Foto: Kathrin Hofmeister

Bäume setzen

Den Platz für ein Gehölz sollte mit Bedacht gewählt werden. Um ihre Schönheit zu entfalten, müssen sie sich nach ihrem natürlichen Erscheinungsbild ausdehnen können. Eine Zaubernuss beispielsweise zeichnet sich durch ihren malerischen Wuchs mit wenigen trichterförmig gestellten Hauptästen und lockerer Bezweigung aus. Auch Blumen-Hartrigel oder Japan-Schneebälle sind Großsträucher für Einzelstellung. Fehlt der Platz, und das Gehölz muss ständig beschnitten werden, damit es nicht in den Weg ragt oder andere Pflanzen bedrängt, geht der sogenannte Habitus verloren. Für kleinere Gärten kann es dann sinnvoller sein, Heckengehölze zu verwenden. Oder man hält Ausschau nach Spalier- und Säulenformen.

Stauden pflanzen

In Gärtnereien und Gartencentern werden immer häufiger Großstauden in Blüte angeboten. Sie geben sofort einen Eindruck der ausgewachsenen Pflanze. Oft haben sie annähernd ihre Endhöhe und -breite erreicht. Deshalb kann man sie ruhig eng pflanzen. Anders sieht es bei Stauden in den gängigen siebener und neuner Töpfen aus. Ihr Vorteil: Sie wachsen oft besser an. Bis ein Staudenbeet mit den Jungpflanzen zu einem Bild zusammengewachsen ist, dauert es zwei bis drei Jahre. Doch die Phase lässt sich leicht mit Lückenfüllern überbrücken. Dazu bieten sich einjährige Pflanzen an oder kurzlebige Arten wie Patagonisches Eisenkraut.

Grober Rindenhäcksel eignet sich nur als Wegbelag. Foto: Kathrin Hofmeister

Vor dem Auspflanzen taucht man die Pflanzen samt Topf unter Wasser bis keine Blasen mehr aufsteigen. Der Wurzelballen hat sich vollgesogen und wächst leichter an. Die ausgetopften Pflanzen setzt man im Herbst lieber ein bis zwei Zentimeter tiefer als sie im Topf stand. Dann frieren sie nicht so schnell hoch.

Pflanzflächen abmulchen

Rispenhortensien schneidet man erst im nächsten Frühjahr zurück. Foto: Kathrin Hofmeister

Rindenmulch ist die vielleicht bekannteste Abdeckung, um auf Pflanzflächen Unkraut zu unterdrücken und Feuchtigkeit zu speichern. Die zerkleinerte und gesiebte Baumrinde wird gerne aus optischen Gründen aufgebracht und bietet sich unter Sträuchern, auf Baumscheiben (fünf bis sieben Zentimeter dick) und als Gartenwegebelag (zehn Zentimeter) an. Auf alteingewurzelten Staudenbeeten (nicht mehr als fünf Zentimeter) in schattigeren Partien ist Rindenmulch möglich. Allerdings sollte man nur qualitativ hochwertigen Rindendekor verwenden, der gut abgelagert ist. Riecht der Rindenmulch stark nach Harz, könnte er noch zu frisch sein. Und selbst abgelagerter Rindenmulch entzieht dem Boden und damit den Pflanzen beim Verrottungsprozess Stickstoff. Vor dem Abmulchen empfiehlt sich daher eine vorhergehende Stickstoffgabe von beispielsweise 40 bis 80 Gramm Hornspäne pro Quadratmeter. Zwischen Rosen und Prachtstauden erweist sich Rindenmulch eher als hinderlich. Zum Einarbeiten der Rosen- und Staudendünger muss die Schicht entfernt werden. Versuche in Forschungseinrichtungen des Gartenbaus haben gezeigt, dass Rindenmulch bei frisch gepflanzten Stauden und Bodendeckern ungeeignet ist. Besser wartet man wegen der Düngeproblematik, bis die Pflanzen eingewachsen sind. Fehl am Platz ist Rindenmulch außerdem bei Pflanzen, die einen alkalischen Boden lieben, denn Rindenmulch macht den Boden sauer.

Alternative Bodenabdeckung

Pflanzarten, die alkalische Böden bevorzugen, etwa Lavendel oder Bartblume, sollte man bevorzugt mit kalkhaltigem Material mulchen. Mineralische Mulchstoffe wie Kalksplitt, Kies, Granitsplitt oder Schiefer-Chips bieten sich für Pflanzarten an, die auch in der Natur auf steinigen Böden vorkommen. Die Korngröße für mineralischen Mulch liegt bei acht bis 16 Millimeter. Das Abdecken mit Mineralmulch ist etwas anderes als die zunehmende Verfüllung der Gärten mit Stein. Ein lebendiger Boden und die Bepflanzung stehen im Vordergrund. Es handelt sich lediglich um eine Auflage. In Versuchen hat sich eine Schichtstärke von fünf bis sieben Zentimeter Mineralmulch bewährt.

Rasen braucht Luft und Licht

Herbstzeitlose gehören zu den wenigen herbstblühenden Zwiebelblumen und erinnern daran, dass die Bollen fürs nächste Frühjahr im Herbst gesetzt werden. Foto: Kathrin Hofmeister

Bis Ende Oktober kann man den Rasen noch vertikutieren, um Unkraut und Moos zu beseitigen. Bei der Belüftung der Grünfläche wird der Rasen zuerst gemäht. Dann bearbeitet man die Fläche kreuzweise mit einem Vertikutiergerät und entfernt das gelöste Material. Mit dem Fächerbesen recht man auch alle Herbstblätter vom Rasen. Das feuchte Klima unter den Blättern begünstigt nicht nur Pilzkrankheiten. Verschwindet der Rasen unter Herbstlaub, bekommen die Gräser kein Licht und Moos setzt sich durch.

Wenn die Blätter fallen

Nach dem trockenen Sommer hat der Blattfall teilweise viel früher begonnen als üblich. Bäume und Sträucher reagieren damit auf den Wasserstress. Normalerweise gibt der Herbst durch niedrige Nachttemperaturen und hohe Tagestemperaturen das Signal die Blätter zu färben. Werden die Tage immer kürzer und feuchter, schmeißen die Laubgehölze ihr Laub je nach Art früher oder später ab. Dann fragt sich so mancher, wohin mit dem vielen Laub. Alle Laubarten, die sich wie Ahorn oder Linde gut zersetzen, kann man mit den üblichen Küchenabfällen, Rasen- und gehäckseltem Gehölzschnitt kompostieren. Oder man stellt einen reinen Laubkompost her.

Jetzt schon ans Einwintern denken

Einen Teil des Herbstlaubes kann man für frostempfindliche Pflanzen sammeln. Baut man aus Maschendraht eine Art Korb um den Mönchspfeffer oder die frisch gesetzte Rose, schützt das eingefüllte Herbstlaub vor Frost und Wintersonne. Ähnlich verfährt man mit winterharten Kübelpflanzen. Im Topf sind sie anderen Extremen ausgesetzt als ausgepflanzt. Der Zwerg-Konifere im Pflanzgefäß auf dem Balkon beispielsweise friert der Wurzelbereich schnell durch. Anstatt die Kübel von außen mit Noppenfolie zu isolieren, kann man kleinere Töpfe mit der Pflanze in größere Kübel oder Kisten stellen und den Zwischenraum mit Laub ausstaffieren. Wertvoller Nebeneffekt: In der natürlichen Dämmung finden Nützlinge wie Schlupfwespen oder andere Insekten ein Überwinterungsquartier.

Nicht alles abschneiden

Herbstputz bedeutet nicht zwangsläufig, alle Beete leer zu räumen. Auch Verblühtes kann seinen Reiz haben. In einem vogel- und insektenfreundlichen Garten finden die nützlichen Freunde in Fruchtständen und trockenem Laub Nahrung und Unterschlupf. Für viele Stauden sind stehengelassene Samenstände ein Winterschutz.

Pflanzen mit schlechter Standfestigkeit oder solche, die sich nicht unkontrolliert ausbreiten sollen, schneidet man dagegen zurück. Das gilt beispielsweise für Astern oder Goldrute, die sich stark versamen würden. Andere sollte man zurückschneiden, damit sie Überwinterungsknospen bilden. Spornblume und Prachtkerze beispielsweise nimmt man bereits Ende September bodennah zurück. Wählt man bewusst aus, was abgeräumt wird und was stehen bleiben darf, schafft man eine Bühne für Gartenbilder, wie sie nur die tiefer stehende Herbstsonne zaubern kann. Gräser gehören unbedingt zu den lichtdurchfluteten Strukturbildnern. Mit Raureif überzogen, geben stabile Stauden wie Fetthenne, Fruchtschmuck oder haltbare Blütenstände der Hortensie dem Garten bis in den Winter ein interessantes Gesicht.

Hortensien schneiden

Herbstastern und Stauden-Sonnenblumen sorgen im Herbst noch einmal für Blütenüberschwang. Foto: Kathrin Hofmeister

Die dekorativen Blütenbälle der Hortensiensorte Annabelle kann man beruhigt über Winter stehen lassen. Sie blüht am diesjährigen Holz und muss erst im Frühjahr zurückgeschnitten werden. Ball-Hortensien, wie die bekannten Bauernhortensien dagegen bilden ihre Blütenknospen am Holz des vorherigen Jahres. Sie nehmen ihre Blütenanlagen sozusagen mit in die kommende Saison. In den raueren Lagen von Eifel und Hunsrück hat es sich bewährt, auch an Ball-Hortensien Verblühtes als Frostschutz stehen zu lassen. Nach den stärksten Frösten im kommenden April sieht man dann wie weit die Äste heruntergefroren sind und schneidet nur bis zur Blütenknospe zurück.