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SsangYong Tivoli: Fahrspaß mit zwei kleinen Drachen

Motor : SsangYong Tivoli: Fahrspaß mit zwei kleinen Drachen

Kein anderes Segment ist so stark besetzt wie das der SUV oder Crossover mit folgenden Vorgaben: Kompakte Außenabmessungen, also etwa 4,20 Meter lang. Dazu großzügig und variabel in der Innenraumgestaltung und an der Verbindung (Konnektivität) zum und mit dem Smartphone sollte es auch nicht hapern.

In dieses Raster fällt auch der SsangYong Tivoli, den wir nach erfolgtem Facelift mit dem 163 PS starken Vierzylinder Benziner fuhren.

Die koreanische Automarke ist ein echter Exot und dürfte nur absoluten Autofreaks ein Begriff sein. Zu Unrecht, denn das Haus hat durch ein tiefgreifendes Revirement seiner Angebotspalette mächtig aufgeholt und mehr Trümpfe als nur ein überzeugendes Preis/Leistungs-Verhältnis im Angebot.

Die Konkurrenz ist in diesem Segment, das einst der Toyota RAV4 (mit-)begründete, groß. Was hat der Tivoli mit dem 163 PS starken Benziner dem also entgegenzusetzen? Die „zwei Drachen“ – so die offizielle Übersetzung des Namens SsangYong – schicken ihr kleines SUV mit veränderter Optik ins Rennen. Ein pfiffig gestaltetes Design, eine gelungene Mischung aus klaren vertikalen und horizontalen Linien ohne weich gezeichneten Schnickschnack.

Steile Frontpartie mit optionalen LED-Scheinwerfern, breite C-Säule, neu gestaltete Heckleuchten, die jetzt etwas dominanter wirken. Der Tivoli hat einen eigenständigen Charakter entwickelt und geht selbstbewusst in das Duell mit Opel Mokka, VW T-Roc, Škoda Kamiq & Co.

Viele Verbraucher messen den Wert eines solchen Fahrzeugs weniger an der ohnehin je nach Motorisierung frei wählbaren Leistung, sondern an seinen inneren Werten. Sprich am Radstand, am Verhältnis der kompakten Außenmaße zum gestaltbaren mobilen Innenraum. Wie kann man das Verhältnis von Insassen und/oder Gepäck möglichst sinnvoll nutzen? Und geht das auch, ohne dass man gleich die Gebrauchsanweisung für Umbaumaßnahmen herbei zaubern muss?

Die Koreaner haben es geschafft, in diesem 4,22 Meter langen Auto mit seinem Radstand von 2,60 Meter jede Menge an Platz und gestaltbarer Mobilität zu schaffen. 422 Liter Gepäck können inklusive eines zusätzlichen Platzes unter dem Ladeboden genutzt werden. Die Fondlehnen sind in der Neigung um 32 Grad verstellbar. Hinten gibt es übrigens keinen störenden Mitteltunnel, der das kommode Reisen erschwert.

Das Facelift macht sich im Vergleich zum Vorgänger vor allem in der Gestaltung des Cockpits in Aussehen, Haptik, Bedienungsfreund sehr positiv bemerkbar. Die puppigen Regler gehören der Vergangenheit an, ein bis zu 9,2 Zoll großer Bildschirm und eine digitale 10,25-Zoll-Instrumententafel mit Navigationsfunktion in der Top-Ausstattung heben den Koreaner deutlich an.

Okay: Das permanente metallene Klacken des Blinkers hätte man abstellen können. Das wirkt wie ein Gruß aus der automobilen Steinzeit. Sicherlich, manches stammt noch aus der Hartplastik-Epoche, aber insgesamt wirkt das Ambiente jetzt sehr viel stimmiger als vorher. Und irgendwo muss der ja immer noch sehr stringente Preis/Leistungs-Anspruch ja auch begründbar sein.

Ach ja, und wie fährt sich das neue kleine Drachenmobil jetzt? 163 Pferde im Motorraum aus dem neuen 1,5 Liter wollen gefüttert werden.(siehe technische Daten) Auf die Straße gebracht werden sie im Falle unseres Testwagens von einer sechsstufigen Automatik. 260 Newtonmeter stehen an Drehmoment zur Verfügung.

Beim Anfahren kommt der Motor nach einer kleinen, übersensiblen Gedenksekunde der Transmission-Einheit schnell auf Touren. In einem Drehzahlbereich zwischen 1500 und 4500 Touren gibt das Triebwerk sein maximales Drehmoment freudig ab. Eine Sport-Taste für Fahrwerk und präzisere Rückmeldung der Lenkung sorgt für etwas mehr Laune. Gegen 2000 Euro Aufpreis ist die 2wd-Variante auch als Allradler erhältlich.

Ein Blick auf das neue, aufgeräumte Cockpit des Tivoli mit hochwertigen Materialien. Foto: SsangYong

In der Ausstattungsversion „Onyx“ unseres Testwagens waren jede Menge „Assis“ (Berganfahrassistent, Bergabfahrhilfe, Spurhalter, Verkehrszeichenerkennung, Sicherheitsabstandswarnung) enthalten. Dazu Komfortdetails wie beheizbares Lederlenkrad, abgedunkelte Heckscheiben, Smartphone-Integration durch Apple CarPlay und Android Auto So kam ein Preis von 26 590 Euro zustande. Wer sich als Purist versteht, der erhält den neuen SsangYong Tivoli bereits ab 15 990 Euro.