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Freizeit
Trier geht ein Licht auf

Bei der Illuminale im vergangenen Jahr leuchtete es rund um die Trier Neustraße. Foto: Archiv/Tanja Logemann
Bei der Illuminale im vergangenen Jahr leuchtete es rund um die Trier Neustraße. Foto: Archiv/Tanja Logemann FOTO: g_freiz <g_freiz@volksfreund.de>+SEP+g_freiz <g_freiz@volksfreund.de>
Trier. Besucher der Stadt Trier sollten nicht allzu überrascht sein, wenn sie am Freitag oder Samstag, 28./29. September, plötzlich einen brennenden Blumenstrauß in den Händen halten oder in eine Laser-Klangwolke eintauchen: Beim zweitägigen Kunst-Festival Illuminale, organisiert von der Trier Tourismus und Marketing GmbH, bringen Künstler Feuer und Laser in Palastgarten und Kaiserthermen.

Viele Aktionen sind spielerisch und leicht, manches auch rau und konkret auf das Denkmal bezogen. So legt sich beispielsweise über die Palästra ein Netz oder Schachbrett aus Laserstrahlen, durch das man sich bewegen kann. Der Laser als modernste Lichtform stellt einen Bezug zur technisierten Gegenwart her, zugleich schafft er mit dem Werk „Lumen Aqualis“ von Katrin Bethge einen Bezug zum Weltkulturerbe. Dazu kreiert der international profilierte Künstler Robert Henke am Samstag einen eigenen Klang.

Der Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart beginnt jedoch beim Feuer: „Es ist die archaischste Form des Lichts und war elementar für die Entwicklung der Menschheit. Es war Voraussetzung für die Industrialisierung“, sagt Kurator Fabian Lasarzik. Daran knüpft Kulturdezernent Thomas Schmitt an: „Mit der Energie des Feuers wurde Eisen geschmolzen, Lehm gehärtet und wurden die Thermen geheizt. Bei der Illuminale wird das Areal zwischen Kurfürstlichem Palais und Kaiserthermen dank Feuer, Licht und Laser zu neuem Leben erweckt. Das Licht-Festival eröffnet dank der Künstler ungewöhnliche Perspektiven auf das Festival-Gelände.“ Marcus Reuter, Direktor des Rheinischen Landesmuseums und Hausherr in den Kaiserthermen freut sich schon jetzt: „Es gibt spektakuläre Arbeiten mit Licht in und an den antiken Mauern dieser Unesco-Welterbestätte.“

Norbert Käthler, Geschäftsführer der Trier Tourismus und Marketing GmbH, ist sich sicher, dass die Illuminale einen hohen Mehrwert für die Stadt bietet: „Das Besondere der Veranstaltung besteht darin, dass die Lichkunstwerke direkt für den Ort entwickelt werden. Und Trier hat dafür ganz besonders spannende Orte. Ich freue mich darauf, dass die Kaiserthermen und der Palastgarten beim Festival neu zu erleben sind und bedanke mich jetzt schon bei allen Partnern für ihr großes Engagement sehr herzlich.“

PROGRAMM UND KÜNSTLER

Haben Sie noch Feuer?

Kain Karawahn und Schüler der Integrierten Gesamtschule Trier (IGS)

Künstlerische und performative Interventionen mit Feuer erlebt man selten. Kain Karawahn hat eine langjährige und tiefgehende Konzeption zu unserer Kultur des Feuers seit über 30 Jahren künstlerisch und spektakulär entwickelt. Mit feurigen Grüßen aus Stromboli.

Vortex

Hochschulprojekt – Daniel M. Scholl und Maximilian Weil

Die interaktive Installation erforscht die scheinbar immaterielle Zwischenwelt der fraktalen Lichtbrechung.

Foxy & Rexy

Hochschulprojekt – Eva Steuer und Candy Hobracht

Auf ihrer großen Wanderung benötigen die beiden Hilfe, den richtigen Weg zu finden. Baue Brücken für sie.

Microme. ~ Impression

Hochschulprojekt – Nico Purper

Diese abstrakte, generative Visualisierung kann man durch die eigene Körperwärme steuern.

Collage of Light

Hochschulprojekt – Meng Yun Tsai und Eva Steuer

Die Installation lädt dazu ein, mit Licht zu spielen und in eine Schattenwelt einzutauchen.

Klein Anders und Ralph Mr. Light

Ralph Mr. Light

Chillige Minimal-DJ-Musik und der Laserharfenspieler Ralph Mr. Light wechseln sich auf der Bühne des blauweißen Pop Up Kulturmobils Klein Anders ab – ein Erlebnis für Augen und Ohren.

Ein Teich aus Laser und Feuer

Gretalux

Die sprudelnde Wasserfontäne des Springbrunnens im Palastgarten wird zur plastischen Projektionsfläche und sprudelt in ganz neuem Glanz.

Lumen Aqualis

Gretalux/Robert Henke

Thermische Vorgänge von Lasertechnik interpretiert – und der Besucher mittendrin. Freitag: Lumen Aqualis und Klanginstallation, Samstag: Layering Buddha/Live Electronics.

Social Sacrifice

Hochschulprojekt – Marian Kost und Peter Ehses

In einem opfergleichen Ritus übergeben Nutzer dem Feuer ausgewählte Sünden und huldigen so den Göttern der Social-Media-Maschine.

Lichtspuren

Katrin Bethge

Jahrelang verstellt ein Baugerüst den Blick auf Teile des Welterbes der Kaiserthermen. Mit einfachen, analogen Mitteln thematisiert die Lichtkünstlerin Katrin Bethge das Gerüst als eine Projektionsfläche für dynamische Licht- und Schattenzeichnungen, die mikro- und makrokosmische Welten entstehen lassen.

Energetische Konstruktionen – Laserinstallation

Rainer Plum

Das spannendste der Kaiserthermen sind die unterirdischen dunklen gemauerten Gänge. Hier trifft zweitausendjährige Ingenieurskunst auf moderne Lichtkunst und technische Präzision (Zugang begrenzt, Wartezeiten möglich).

Lauflicht und Feuerbrunnen

Pyromancer Berlin

Die Pyromancer Berlin werden mit „Lauflicht“ viele kleine temporäre Feuerbilder in den Nachthimmel malen. Das zweite Exponat ist den elementaren Grenzen von Feuer und Wasser gewidmet. Die Intention hierbei ist es, das Aufeinandertreffen jener gegensätzlichen Elemente sichtbar zu machen und die Vorgänge am Schmelzpunkt dieser normaler­weise inkompatiblen Kräfte zu visualisieren.

Industrial Future

Jugendzentrum Auf der Höhe und jugendliche Flüchtlinge

We are one! Industrial Future – Raus aus der Vergangenheit. Ein Upcycling-Projekt geflüchteter Jugendlicher.

Binary Patina 4

Jeong-Ho Park und Marcus Haberkorn

Eine interaktive Fassadenprojektion und auf Barockmusik aufbauende Soundscapes kleiden das Kurfürstliche Palais neu ein.