Unsere Vereine:Bildung fördert Entwicklung

Unsere Vereine : Viele kleine Dinge können Großartiges erreichen

Klein wie effektiv ist der Trierer Verein „Bildung fördert Entwicklung“. Sein Wirkungsradius reicht bis ins ostafrikanische Kenia. Dort hat man sich inzwischen sogar einen gewissen gesellschaftlichen Einfluss verschafft – und dies im positiven Sinne.

In den Schulen der nairobischen Slums sind die Mitglieder bekannt und willkommen.

Der Verein mit rund 170 Mitgliedern ist 2014 an der Universität Trier entstanden, von wo aus auch die meisten seiner Initiativen und Projekte ausgehen. Die  Mitglieder leben heute größtenteils verstreut über ganz Deutschland – es sind in der Mehrzahl ehemalige Studierende der Trierer Uni. „Unser vorrangiges Ziel ist es, jungen Menschen  in Kenia Zuwendung, Ermutigung und Signale der Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben zu geben“, heißt es in einer Infoschrift. Und dazu sei Bildung der Schlüssel überhaupt, in Kenia wie in Deutschland. Das Leitmotto des Vereins lautet auf Kenianisch: „Haba na haba hujaza kibaba!“ – auf Deutsch: „Viele kleine Dinge können Großartiges erreichen.“ Dieses Motto weist schon darauf hin, dass die Vereinsaktivitäten, egal ob in Trier oder etwa in den Slum-Schulen Nairobis,  in keinem Zusammenhang mit den millionenschweren staatlichen Entwicklungshilfeprogrammen stehen.  Der Vorsitzende und Initiator von „Bildung fördert Entwicklung“, der Trierer Geograf und Politologe Dr. Johannes  Michael Nebe, gehört sogar zu den schärfsten Kritikern der Entwicklungshilfe, so wie sie seit 60 Jahren von Europa und den USA praktiziert wird. „Seit sechs Jahrzehnten werden die afrikanischen Völker mit unserem Geld unmündig gehalten. Ihre Potentaten kassieren, an der Situation der Armen ändern sie nichts und die kleinen wie mächtigen afrikanischen Eliten haben sich bequem eingerichtet“, sagt Nebe. Und die daraus folgernde Aussichtlosigkeit der Armen sei wiederum der Grund für die große Fluchtbewegung nach Europa.  Bei der Projekten mit deutschen und kenianischen Studierenden in Afrika habe er selbst einen Entwicklungsprozess durchlaufen – „wir lernten die Verhältnisse in den Slums  kennen und erlebten den Bildungshunger der Kinder und Jugendlichen dort.“

Staatliche Schulen gebe es in Kenia nicht – auch keine Schulpflicht. Was den Slumkindern bleibe, seien so genannte Informelle Schulen, meist von den verschiedenen kenianischen Kirchengemeinden betrieben. Die Zustände dort seien katastrophal mit Klassen von über 50 Kindern,  fehlenden Lernmitteln und baufälligen Räumlichkeiten. Im krassen Gegensatz dazu stünden extrem teure Privatschulen mit Gymnasialbildung für die kleine, privilegierte Oberschicht. Vorsitzender Nebe kennt eine solche Schule, die sogar über einen Privatjet für Bildungsexkursionen nach Europa, USA und Asien verfügt.

Nebe: „Wir gehen in die Slums mit dem Ziel, den jungen Bildungsbenachteiligten dort eine gute (Aus-)Bildung zu geben, die sie ohne unsere Hilfe nicht erhalten würden.“ Neben finanzieller Förderung sei dabei auch die menschliche Zuwendung erforderlich. Dies ermögliche, dass Persönlichkeiten heranreifen, die auch auf andere in Kenia ausstrahlen und das Land verbessern könnten, den Kenia sei ein Wir-Land, wo in der Gruppe und in der Gesamtheit gefühlt werde.

Die Fotoausstellung „Gebt jungen Menschen in Afrika eine Zukunft“ fand im Mai statt. Die Fotos stammten von jungen Menschen aus Kenia. Vorne von links: Bettina Wilhelm (Öffentlichkeitsarbeit), Christel Aretz (zweite Vorsitzende), die Praktikanten Amos Maranga, Elias Muhatia. Hinten: Oberbürgermeister Wolfram Leibe, Vorsitzender Dr. Johannes Michael Nebe. Foto: Verein "Bildung fördert Entwicklung"
Von links: Wasserexperte Adrian Letzner , Amos Maranga, Elias Muhatia, (mit Zertifikat), Wasserexpertin Laurane Detolle und Lambert Akongha, stellvertretender Leiter des Wasserlabors SWT. Foto: Verein Bildung fördert Entwicklung
Flyer, Kalender, Newsletter: Der Verein gibt umfangreiches Schriftmaterial heraus. . Foto: Friedhelm Knopp

In Trier weist der Verein durch Veranstaltungen und Projekte (siehe Projekte in Trier) auf die Probleme in Kenia und seine Arbeit dort hin. Er ist für seine Arbeit auf Spenden und Sponsoren angewiesen. Aus dem geringen Mitgliederbeitag könnte er seine Projekte nicht finanzieren.  Ein besonderes Lob Nebes gilt hier der zweiten Vorsitzenden Christel Aretz und Bettina Wilhelm, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit.