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Weiblich – ländlich – gesellig – vielseitig

 Eine Gruppe der Landfrauen bei einer Erlebnisführung durch Trier im Juni 2018. Foto: Landfrauenverband
Eine Gruppe der Landfrauen bei einer Erlebnisführung durch Trier im Juni 2018. Foto: Landfrauenverband FOTO: Landfrauenverband Trier
Trier. Es wird viel geboten: Tipps zur gesunden Ernährung, Renteninformationen, selbstgemachtes Fast-Food für Jugendliche und das „Trierer Land Kochbuch“, Kurse für natürliches Auftreten in Beruf und Ehrenamt, Kampf gegen Lebensmittelverschwendung, Wellnessangebote, die Erlebnisführung „Unterirdisches Trier“, Mitgestalten des Gottesdienstes beim Erntedankfest im Trierer Dom, ein Krimi-Dinner mit Miss Marple oder eine gesellige Mehrtagesfahrt an den Bodensee.

Dies sind nur einige Beispiele für das äußerst vielseitige Programm eines Trierer Vereins. Er hat allerdings eine Besonderheit: Er ist fest in weiblicher Hand.

Der Landfrauenverband Trier feiert am Samstag, 16. März, in der Kultur- und Marktscheune Welschbillig sein 40-jähriges Bestehen. Die Vorsitzende Heike May und ihre Kolleginnen vom Vorstand versprechen zur Feier des Tages ein sehr vielfältiges Programm.

„40 Jahre Kreisverband Trier im Deutschen Landfrauenverband, damit sind wir eigentlich Spätentwickler, aber dafür umso aktiver und eine starke Gemeinschaft“, sagt May. Tatsächlich wurde der heutige Deutsche Landfrauenverband schon 1948 gegründet und hat derzeit deutschlandweit über 500 000 Mitglieder. Erst 1978 kam es auf Initiative von Oberstudienrätin Hildegard Wacht zur Gründung des Trierer Kreisverbands mit zunächst 98 Mitgliedern. Heute sind es 670 – und der Trend ist weiter steigend. Tatsächlich kann sich die jüngste Entwicklung mit 45 Neuzugängen seit Herbst 2018 sehen lassen. May: „Wir erleben im Moment einen richtigen Boom.“ Dies zeige, dass der Landfrauenverband Trier mit seinen Angeboten wohl richtig liege. Der Landesverband Rheinland-Pfalz umfasst 18 Kreisverbände und hat rund 19 000 Mitglieder.

Die Idee einer Vereinigung von Landfrauen geht auf das Jahr 1898 zurück, als in Rastenburg (Ostpreußen) der erste landwirtschaftliche Hausfrauenverein gegründet wurde. Das Ziel war eine Art Selbsthilfeverein für Bäuerinnen und Winzerinnen mit unterstützenden Hilfen bei Hauswirtschaft und Gartenbau, begleitet von kulturellen Angeboten und Fortbildungsmöglichkeiten.

Doch die Strukturen der Landwirtschaft haben sich seitdem grundsätzlich gewandelt. Nur die wenigsten Landbewohner arbeiten heute noch in Agrar- oder Weinbaubetrieben. Dies schlägt sich auch in der Mitgliederstruktur des Landfrauenverbandes nieder. „Bei uns sind alle willkommen, die wenigsten Mitglieder sind noch Bäuerin oder Winzerin“, wird erklärt. Deshalb seien auch die rein landwirtschaftlichen Themen in den Hintergrund getreten. „Einer der Schwerpunkte ist die gesunde Ernährung für alle Altersgruppen. Da gehen wir mit Kursen in die Dörfer“, erklärt Vorsitzende May. Ein weitere Schwerpunkt sei das Fortbildungsprogramm, mit Kursen vor Ort oder mit Fortbildungsfahrten wie im November mit 200 Teilnehmerinnen zum Frauen-Landtag nach Mainz.

Nach Ansicht des Verbands sind die Frauen in der Politik nach wie vor völlig unterrepräsentiert, ihre Präsenz sei dort zu stärken. Das zeige sich schon am erschreckend geringen Frauenanteil in den kommunalpolitischen Gremien. Der Verband betont dabei seine politische Überparteilichkeit und Überkonfessionalität. „Wir stehen allen offen, was auch für das Alter der Mitglieder gilt“, wird versichert. Und Wert legt der Vorstand auch auf den Hinweis, dass zu sämtlichen Veranstaltungen und Kursen auch Nichtmitglieder herzlich willkommen sind.

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