Wer zählt die Fledermäuse?

Region : Wer zählt die Fledermäuse?

Der Naturschutzbund (Nabu) ruft Besitzer von Fledermausquartieren an diesem Wochenende zum sechsten Mal zum Fledermauszensus auf. Das Zählen der besonderen Untermieter soll dazu dienen, mehr über die meist unbemerkten Tiere zu erfahren.

Im Gegensatz zu den sonst bundesweiten Nabu-Aktionen findet der Fledermauszensus bisher nur in Rheinland-Pfalz statt. Der Quartiersverlust ist eine der Hauptbedrohungen für alle der 22 streng geschützten rheinland-pfälzischen Fledermaus­arten.

„Am besten postiert man sich für die Zählung bei Sonnenuntergang schräg unterhalb des Ausfluges der Tiere, denn so sind die Silhouetten der Tiere vor dem noch hellen Himmel gut zu sehen. Der Ausflugszeitpunkt ist von Art zu Art verschieden. Bei der häufigsten Art, der Zwergfledermaus, beginnt das Spektakel kurz nach Sonnenuntergang. Dann ist schnelles Mitzählen gefragt, denn die Tiere fliegen recht zügig nacheinander aus. Nach 30 Minuten ist oft schon alles vorbei. Wichtig ist, dass alle Besitzer von Fledermausquartieren, die sich an der Aktion beteiligen, dies am besten in jedem Jahr wiederholen. Ein aktueller Meldebogen kann über die Website des Nabu Rheinland-Pfalz heruntergeladen werden.

Alle einheimischen Fledermausarten sind Insektenfresser. Bis zu 5000 Mücken kann eine Fledermaus pro Nacht vertilgen. „Besitzer von Fledermausquartieren berichten häufig, dass sie kaum Fliegen und Stechmücken haben, solange die Fledermäuse am Gebäude leben“, erzählt Ann-Sybil Kuckuk, Naturschutzreferentin des Nabu Rheinland-Pfalz. Trotzdem werden unzählige Quartiere bei Sanierungsmaßnahmen zerstört, oder die Tiere aus Angst vor Verschmutzung vertrieben. „Meist ist es kein böser Wille, sondern Unwissenheit“, sagt Kuckuk weiter. Deshalb hat der Nabu die Aktion „Fledermäuse Willkommen!“ ins Leben gerufen.

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