1. Die Woch

Wandern: Viel Geschichte und schöne Aussichten

Wandern : Viel Geschichte und schöne Aussichten

Der Holsthumer Rundweg bietet Wanderern Kultur und Natur.

(red) Der Holsthumer Rundweg verläuft um den Ort herum, und zwar so, dass man von fast jeder Stelle aus einen Blick aufs Dorf hat. So können Wanderer Holsthum von sehr unterschiedlichen, häufig ungewohnten Perspektiven sehen. Der abwechslungsreiche Rundweg bietet Streuobstwiesen, Flusslandschaften, Hopfenfelder, viel Geschichte und schöne Aussichten. Zum Genießen dieser Ansichten und natürlich zum Rasten gibt es am Weg Bänke und Sitzgruppen.

Zu den markanten Punkten zählt das Naturdenkmal Huwelslay, ein Kalk­sinterfelsen am Westhang des Heiderückens zwischen Holsthum und Peffingen. Durch Niederschlagswas­ser und Quellwasser an den Hängen entstanden im Felsbereich krustenarti­ge Kalkablagerungen und Höhlen.

Eine Besonderheit ist die Rochuskapelle, die 1866 als Bitte an Gott errichtet wurde, die Einwohner des Ortes vor der Cholera zu beschützen, die damals im Sauertal grassierte. Die Bitte wurde erhört. Rochus gilt als Schutzpatron der Pestkranken und der Haustiere. Er wurde auch als Beschützer vor Krankheiten angerufen.

Von der Rochuskapelle kann man die Grundmauern der römischen Villa sehen. Es handelt sich um einen römischen Gutshof, eine sogenannte Villa rustica. Das Gebäude hat den für diese Anlagen typischen Grundriss mit einer nach vorne offenen Frontsäulen­halle und zwei Eckrisaliten zu deren beiden Seiten.

Typisch für Holsthum ist der Hopfenanbau im klimatisch günstigen Tal der Prüm, dem einzigen Hopfenanbaugebiet in Rheinland-Pfalz. Abnehmerin für den Hopfen ist die Bitburger Brauerei.

Weiter geht es zur 1769 gegründeten ehemaligen Glashütte, die 1850/51 ihre Pro­duktion endgültig einstellte. Zu sehen sind noch Reste vom großen Rundbau, in der sich der Glasofen, die Häfen, befand. Weitere Gebäude der Anlage sind die Schlei­ferei mit den schmalen Fenstern und den Resten des Mühlenhauses, das Verwaltungsgebäude und das Haus des Glasmeisters.

Das Herrenhaus wurde 1789 erbaut, es ist bis heute im Familienbesitz. Dort befindet sich ein Trauzimmer für standesamtliche Trauungen. Im ehemaligen Wirtschaftsgebäude gibt es heute ei­nen Saal für Feste und Veranstaltungen.

Auch Streuobstwiesen sind typisch für Holsthum. Sie gehören zu den artenreichsten Le­bensräumen Mitteleuropas. Am Weg stehen über 30 verschiedene Apfel-, Birnen- und Steinobstsorten. Informationstafeln mit Beschreibungen der Sorten und deren Verwendung, die größtenteils in Brennereien vor Ort und in den Haushalten erfolgt.

Speziell für den Rundweg hat der Förderverein einen Flyer entwickelt, der auch eine Karte mit der Wegestrecke des Wanderweges enthält. Der Flyer liegt in den Gaststätten des Dorfes und in den Touristikbüros in Irrel und Bollendorf aus.

 Malerisch gelegen: die 1866 erbaute Rochuskapelle.
Malerisch gelegen: die 1866 erbaute Rochuskapelle. Foto: we_wbit <we_bit@volksfreund.de>/Rolf Mrotzek

Der Holsthumer Rundweg hat eine Länge von 7,1 Kilometern, die Dauer der Wanderung beträgt ungefähr 2,5 Stunden. Der Einstieg ist an verschiedenen Stellen möglich.