1. Die Woch

Unsere Vereine: Vier Fußballvereine aus der Südeifel tun sich zusammen

Unsere Vereine : Vier Fußballvereine aus der Südeifel tun sich zusammen

Im neuen Jugendförderverein Bitburg e.V. ziehen die Sportclubs FC Metterich, FC Bitburg, TuS Mötsch und Stahler SC gemeinsam an einem Strang.

Die Jugendabteilungen der Fußballclubs FC Bitburg und FC Metterich, des Stahler SC und der TuS Mötsch organisieren ihren Jugendfußball zukünftig gemeinsam. Hierzu gründeten sie einen eigenständigen Verein, den Jugendförderverein (JFV) Bitburg e.V. Karl-Ernst Weimann, Elmar Seiwert und Timo Neises sind die drei gleichberechtigten Vorsitzenden. Der neue Verein geht mit insgesamt 16 Teams in die Saison 2020/21. In allen Altersklassen von den Bambini bis zur den A-Junioren kann mitgespielt werden. Nach neuen „Anfänger-Kids“ bei den Bambini und F-Junioren wird noch gesucht.

Die Vorstände und vor allem die Jugendleiter der drei Bitburger Vereine haben sich Ende 2019 schnell darauf geeinigt, gemeinsame Sache zu machen. Die konstruktiven Gespräche führten im ersten Schritt zu einer Kooperation des FC Bitburg mit der bisherigen Jugend­spiel­gemeinschaft der beiden Bitburger Stadtteilclubs aus Stahl und Mötsch. „Das klappte hervorragend. Und da der Weg zu dem Nachbar nach Metterich nur ein paar Autominuten entfernt ist, wuchs sehr schnell der Gedanke der Zusammenarbeit. Der nächste Schritt war dann, für die Jugendarbeit einen entsprechenden eigenständigen Förderverein zu gründen“, erzählt der Jugendleiter des FC Bitburg, Hendrik Müller. Warum man nicht bei der bisherigen Konstruktion als Spielgemeinschaft geblieben ist, die um Metterich zu erweitern war, sagt Heiko Ewen, Jugendleiter Stahler SC: „Wir wollten sicher stellen, dass alle Kids bei ihren ersten Schritten mit dem Ball auch anschließend Spielmöglichkeiten bei uns finden. Die Regularien des Deutschen Fußball-Bundes ermöglichen bei Spielgemeinschaften nur zwei Teams pro Altersstufe. Diese Begrenzung wollten wir vermeiden.“

„Aus vier mach’ eins.“ Unter diesem Motto stand dann die Gründungsversammlung des JFV, die rund 300 Jugendspieler offiziell zum 1. Juli neu strukturieren sollte. Einstimmig wurde der Zusammenschluss der Jugendabteilungen der Fußballclubs aus Bitburg und Metterich, der TuS Mötsch und des Stahler SC in dem eigenständigen JFV beschlossen.

Und so sieht die Organisation des neuen Vereins konkret aus: Geführt wird er von drei gleichberechtigten Vorsitzenden. Eine sportliche Leitung, die aus einem Viererteam (Manfred Surges, Andre Rieder, Heiko Ewen und Hendrik Müller) besteht, wird die Entwicklung koordinieren. Die aktuellen Trainer der Mitgliedsvereine und einige neue Trainer von außerhalb übernehmen die Arbeit in der Praxis. Die Finanzierung soll zukünftig vom neuen Verein selbstständig ermöglicht werden. Die Grundlage wird neben den Mitgliedsbeiträgen, die von den teilnehmenden Vereinen kommen, durch monatliche Beiträge der Eltern als Ausbildungspauschale gesichert. Zudem wollen die Verantwortlichen in Abstimmung mit den Muttervereinen Sponsoren gewinnen.

Hendrik Müller formuliert die Absichten so: „Fußball für alle ist das Ziel des neuen Vereins. Alle, die das Spiel mit dem Ball lieben, unabhängig vom Talent, sollen bei uns ihren Platz finden. Auch die vielen Kinder, die Sport auf hohem Niveau treiben wollen, werden sich in unserem Verein wohlführen, denn wir bieten Spielmöglichkeiten bis zur obersten Verbandsklasse.“

Wenn dann die Altersgrenze erreicht ist, soll jeder der Spieler in einer der Seniorenmannschaften der vier JFV-Partner kicken können. In allen vier Vereinen gibt es viel Engagement, aber durch die räumliche Nähe auch viele Spielerwechsel. Mit dem Zusammenschluss ist das Spielen überkreislich in der Bezirks- oder gar Rheinlandliga ohne Ver­eins­wechsel möglich.

Und dann ist Müller noch eines besonders wichtig: „Mädchen sind natürlich herzlich willkommen und sollen möglichst lange im JFV mit den Jungen zusammen spielen“, erklärt er. „Ab der C-Jugend ist ein Doppelspielrecht möglich, und langfristig können die Mädchen in der Abteilung des FC Bitburg ihren Platz finden.“

Nach Corona geht es langsam wieder aufwärts

Nach einer drei­wöchigen Sommerpause ist der Jugend­förder­verein mit allen Mannschaften in die Vorbereitung auf die neue Saison gestartet. „Das Training im Juni war aufgrund der damaligen Corona-­Verordnung noch sehr eingeschränkt und technik- und athletik­orientiert“, berichtet Hendrik Müller über die bisher einmalige Situation. „Seit aber der Wettkampf mit bis zu 30 Spielern auf dem Platz wieder erlaubt ist, können endlich wieder normales Training und Testspiele absolviert werden. Die Hygienekonzepte erlauben mittlerweile vor allem zur Freude der Eltern und Freunde auch endlich wieder Spiele mit Zuschauern.“ Fast alle Kinder und Jugendliche sind aus der Pause in den aktiven Fußball zurückgekehrt, und einige neue Spieler kamen noch dazu. Müller sagt: „Die F-Junioren und die Bambinis sind als Letzte nach der Pause wieder in den Trainings­betrieb eingestiegen. Hier würden wir uns über ein paar neue fuß­ball­begeisterte Kids freuen.“

Drei Fragen an die drei gleichberechtigten Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands

Wie sind Sie aktuell mit dem bisherigen Ablauf in der neuen Gemeinschaft zufrieden – sind bisher alle Erwartungen unter den erschwerten Bedingungen erfüllt worden?

Karl-Ernst Weimann: 20 Fußballmannschaften aus unterschiedlichen Spielklassen, die auf Kreis-, Bezirks- und Rheinlandebene kicken, Spieler, Mitglieder, Trainer und Ehrenamtliche aus vier unterschiedlichen, traditionellen Vereinen der Region, miteinander zu vereinen – das ist mit der Gründung eines kleinen Unternehmens zu vergleichen. Und dann noch Corona. Wir sind zufrieden. Trotz der Krise konnten bereits viele Prozesse in Gang gesetzt werden. Eine große Gemeinschaft ehrenamtlicher Helfer mit Kompetenzen in unterschiedlichen Bereichen wirken beharrlich mit zahlreichen Ideen und hohem Engagement zusammen und lassen ein wachsendes Miteinander im JFV entstehen.

Wo liegen die Schwierigkeiten?

Elmar Seiwert: Bei einem neuen Verein müssen Struktur, Funktionen und Mitwirkende zunächst gefunden werden. Ebenso müssen sich die Abläufe untereinander einspielen, gegebenenfalls nachjustiert werden. Hier sehen wir uns bereits auf einem guten Weg. Schwierigkeiten dagegen bereitet die Finanzierung zur Umsetzung der Vereinsphilosophie, die Förderung von Breitensport und leistungsorientiertem Sport. Sie erfordert finanzielle Mittel für gut ausgebildete Übungsleiter, Sportgeräte, Fahrzeuge oder Fahrtkosten für teils weite Fahrten im Fußballverband Rheinland. In der Lockdown-Phase der Pandemie sind Einnahmequellen wie Stadionverkauf versiegt. Die Sponsoren-Akquise war infolge der allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheit erschwert, Konzeptbesprechungen und Verhandlungen mit Sponsoren waren infolge der Kontaktverbote nur eingeschränkt möglich.

Wie sehen Sie die neue Gemeinschaft für die Zukunft aufgestellt?

Timo Neises: Viele ehrenamtliche Kräfte im Verein arbeiten sehr gut miteinander. Unterschiedliche Qualifikationen, Fähigkeiten und Inter­essen­schwer­punkte wirken zusammen. Im sportlichen Bereich stehen gut ausgebildete, erfahrene Übungsleiter zur Verfügung. Jugendfußball in Bitburg mit seinen Stadtteilen und im nahegelegenen Nachbarort Metterich ist attraktiv, lockt seit vielen Jahren eine hohe Anzahl von Kindern und Jugendlichen. Die Kinder der bisher eigenständigen Vereine kennen sich aus Schule und Spielplatz, sind miteinander befreundet. Diese Gegebenheiten sind gute Grundlagen für ein gutes Vereinsmiteinander. Die beharrliche Mitwirkung der Vereinsakteure, Mitglieder, Eltern und Kinder und die erwünschte Anerkennung der Vereinsarbeit und Unterstützung durch Gönner und Sponsoren. Sie lassen eine erfolgreiche Entwicklung der Vereinsgemeinschaft JFV Bitburg und der Kinder und Jugendlichen erwarten.

Extra I

Erste Werbetour des neuen Jugendfördervereins Bitburg

Der Jugendtrainer und Torwart der 1. Herrenmannschaft, Celestino Gombo, knüpfte als Stadtratsmitglied den Kontakt zu den Verantwortlichen der Autokino-Veranstaltung in Bitburg. Am letzten August-Wochenende waren auf dem Flugplatzgelände 30 Jungs der A- und B-Junioren im Einsatz. Sie regelten den Eintritt, das Einweisen der Autos und die Versorgung der Besucher mit Snacks und kühlen Getränken. Die Aktion war ein voller Erfolg für den neuen Verein: Den Erlös der Veranstaltung, rund 3100 Euro, überreichten Gebietsleiter Michael Arens von innogy West­energie und Bürgermeister Joachim Kandels nun an Hendrik Müller und Elmar Seiwert vom JFV.

Extra II

Die Teams im JFV

Mannschaftsmeldungen für die Saison 2020/21

(Namen der Trainer in Klammern)

• A-Junioren: Rheinlandliga (Jörg Liewer, Winfried Schilz)

• B1-Junioren: Rheinlandliga (Hendrik Müller, Hans-Richard

   ­Johanns)

• B2-Junioren: Bezirksliga (Helmut Kalle, Kevin Lichter)

• B3-Jugend: Kreisklasse (Erwin Schilz)

• C1-Jugend: Rheinlandliga (Michael Felka, Martijn De Winter)

• C2-Junioren: Bezirksliga (Marc Peiker, Stefan Dornieden)

• D1-Junioren: Bezirksliga (Heiko Ewen, Jacob Rieder)

• D2-Junioren: Leistungsklasse (Marco Lutze)

• D3-Junioren: Kreisklasse (Philipp Mattes, Felix Lübken)

• E1-Junioren: Leistungsklasse (Jürgen Reis, Eduard Walter)

• E2-Junioren: Kreisklasse (Peter Seiwert, Lennard Müller,

  Karl-Ernst Weimann)

• E3-Junioren: Kreisklasse (Julian Ewen, Enrico Schwall und

­  Manuel Brosius)

• F1-Junioren (Timo Borras)

• F2-Junioren (Julian Ewen)

• F3-Junioren (Jessica Dornieden, Christian Groß)

Das Logo des JFV Bitburg. Foto: JFV Bitburg
Der Vorstand des Jugendfördervereins Bitburg – von links: Timo Neises (Vorsitzender), Timo Borras (Beisitzer), Winfried Kessler (Beisitzer), Hendrik Müller (Jugendleiter FC Bitburg), Joachim Schmitz (Beisitzer), Heiko Ewen (Jugendleiter Stahler SC), Peter Müller (Beisitzer), Elmar Seiwert (Vorsitzender), Karl-Ernst Weimann (Vorsitzender), Marko Wallenborn (Jugendleiter TuS Mötsch) und Markus Crombach (Jugendleiter FC Metterich). Hans-Richard Johanns (Jugendleiter FC Bitburg) und Helmut ­Kalle (Jugendleiter TuS Mötsch) fehlen auf dem Bild. Foto: JFV Bitburg
Die Juniorcoaches des JFV haben dank der Kooperation mit der Otto-Hahn-Realschule plus und dem St.-Willibrord-Gymnasium in Bitburg ihre Trainerausbildung zum C-Schein begonnen. Mit dabei Volker Böhme von der Commerzbank Trier, DFB-Sponsor der Initiative (rechts). Ende des Jahres legen sie die Prüfung zum Juniorcoach ab. Im nächsten Schritt wird auf dem Weg zum Trainerschein der Kurs „Teamleiter Kinder“ angeboten. Enrico Schwall, Peter Seiwert, Lennard Müller und Noah Pauwels sind schon jetzt im E-Junioren-Bereich als Trainer aktiv. Foto: JFV Bitburg
Die D-Junioren beim Training in Bitburg-Stahl, noch unter eingeschränkten Corona-Bedingungen. Foto: JFV Bitburg
Etwa 400 Besucher kamen Ende August zu den beiden Vorstellungen im Autokino auf dem Flugplatz in Bitburg. Den Erlös von rund 3100 Euro erhielt der Jugendförderverein. Foto: Rudolf Höser

• Bambini (Julian Ewen, Manuel Baumann)