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Unsere Vereine
Die Aarleyspatzen fliegen wieder

 Ein Gruppenfoto der Aarleyspatzen vom vergangenen Jahr mit dem Vorstand, der auch den Elferrat bildet (in weißen Uniformjacken), der Funkengarde (in Rot) und der Jugendfunkengarde (in Blau).
Ein Gruppenfoto der Aarleyspatzen vom vergangenen Jahr mit dem Vorstand, der auch den Elferrat bildet (in weißen Uniformjacken), der Funkengarde (in Rot) und der Jugendfunkengarde (in Blau). FOTO: Tv / Mike Fleschen
Üdersdorf. „Ja das Üdersdorfer Herz schlägt in Freude und in Schmerz. Solang Junge und die Alten immer treu zur Heimat halten“, so heißt es im Refrain der „Nationalhymne“ des Karnevalvereins Aarleyspatzen aus Üdersdorf, die bis heute zum Abschluss einer Kappensitzung gesungen wird.

Mit zwei unterschiedlichen Sitzungen bietet der Verein ein abwechslungsreiches Programm in einer Session an. Das bedeutet, dass bei den Üdersdorfern derzeit Karnevalsfieber herrscht, Büttenreden geschrieben und Tänze einstudiert werden.

„Die Funkengarde mit 13 jungen Damen probt schon seit Monaten“, sagt Lydia Zimmer, die Vorsitzende der Aarleyspatzen. „Im vergangenen Jahr haben wir die Mädchen neu eingekleidet.“ Ebenfalls steht in Üdersdorf seit einigen Jahren wieder ein gestandenes Männerballett auf der Bühne, das für große Erheiterung sorgt.

Weitere Episoden aus der langen Lebensdauer des Karnevals in Üdersdorf kommen beim Erzählen in Erinnerung: „Auf einer der Kappensitzungen im Jahr 1998 sorgte unsere Funkengarde für einen Eklat. Getanzt wurde nach der Musik von ,Sister Act‘ (nach dem gleichnamigen Film mit Whoopi Goldberg, die sich als Nonne verkleidete). Unserem Pastor waren die Kostüme zu echt, er stand auf und verließ die Sitzung. Anschließend konnte sich der damalige Vorstand einiges anhören. Am folgenden Tag wurde unser Pastor aufgesucht und der Vorstand entschuldigte sich für den Auftritt“, sagt Lydia Zimmer lachend.

Mehr als 50 Jahre besteht der Verein, der von 20 Personen im Oktober 1966 gegründet wurde. Nicht lange überlegen musste man beim Vereinsnamen. „Er wurde nach der höchsten Erhebung im Ort benannt, der Aarley“, fügt der Vereinspräsident Matthias Schoden hinzu. Schon im folgenden Jahr konnte unter dem damaligen Präsidenten Lothar Lauer und dem Vorsitzenden Willi Scheuls die fünfte Jahreszeit zünftig eingeläutet werden. Eine der ersten Gruppen in der Bütt waren die Aarleyspatzen, das Aushängeschild des Vereins. Sie begeisterten mit ihren Liedern über das Dorfgeschehen bis 1997 das Publikum. Aus Altersgründen hat sich die Gruppe aufgelöst. Die Kappensitzungen wurden bis 1986 im Gasthaus Reichertz-Land veranstaltet. Dann wurde die neu gebaute Mehrzweckhalle mit Platz für rund 300 Besucher zum Schauplatz der närrischen Veranstaltungen. „Die Sitzungen sind sehr beliebt und werden von den Üdersdorfern, aber auch von Gästen aus der Umgebung gerne besucht“, sagt Lydia Zimmer. Das Programm wird durchgezogen, auch wenn mal einer der Büttenredner im Krankenhaus liegt. So geschah es im Jahr 2013, als Matthias Schoden mit Berthold Horten gemeinsam auftreten sollte – der wurde kurzerhand in einer Livekonferenz zugeschaltet, „was zu einer effektvollen Erheiterung der Gäste führte“, sagt der Präsident.

350 Mitglieder zählt der Verein heute. „Davon sind 60 Kinder und Jugendliche“, sagt Lydia Zimmer. Klar, dass die Üdersdorfer Narren keine Nachwuchssorgen haben. „Wir legen besonderen Wert auf die Jugendarbeit“, sagt Zimmer, so sei auch in Zukunft die Funkengarde immer startbereit. Ebenso sind die Kindersitzungen seit 1990 fester Bestandteil des Üdersdorfer Karnevals. „Das Programm der Kindersitzung wird größtenteils von den Jugendlichen selbst aufgestellt und entsprechend auch eingeübt“, sagt die Vorsitzende. Als Dankeschön spendiert der Verein von seinen Einnahmen schon mal einen Ausflug oder veranstaltet ein Zeltlager.

Damit auch der Umzug zum Vergnügen für die Besucher aus Nah und Fern wird, sind die fleißigen Wagenbauer und Fußgruppen auch schon seit längerer Zeit am Basteln. Allerdings sei es damit inzwischen weniger geworden, denn es fehle an Unterstellmöglichkeiten, bedauern die Vorsitzende und der Präsident der Aarleyspatzen.

In diesem Jahr haben sich die Aarleyspatzen eine besondere Neuerung überlegt: Der Umzug beginnt mit einer geänderten Uhrzeit um 15.11 Uhr am Feuerwehrhaus. Auch die Streckenführung ist neu, der Umzug endet direkt an der Turnhalle, wo auf die Gäste ein großes und abwechslungsreiches Zugfinale wartet. Danach wird wie gewohnt in der Halle weitergefeiert.

Drei Fragen an Lydia Zimmer

Wie sehen Sie die Zukunft des Vereins?

Durch unsere gute und nachhaltige Jugendarbeit sehe ich den Verein für die Zukunft gut aufgestellt getreu unserem Vereinsmotto: „Solang Junge und die Alten immer treu zur Heimat halten ...“

 

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten für den Verein, was wäre das?

Eine Wagenbauhalle, die von allen teilnehmenden Wagenbaugruppen genutzt werden könnte.

 

Was gefällt Ihnen besonders im Verein der Aarleyspatzen?

Unsere vielen aktiven Vereinsmitglieder die, in welcher Form auch immer,  unabhängig vom Elferrat mit ihrem Tun den Verein unterstützen und damit lebendig halten.