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Unsere Vereine: Ei, ei, wer gackert denn da?

Unsere Vereine : Ei, ei, wer gackert denn da?

Als „Strohna Hohna“ werden die Strohner Bürger seit Jahrzehnten von Menschen anderer Geburtsorte betitelt – der Name ist längst Tradition. Und zur Tradition gehört auch die Pflege des Brauchtums, der sich der Strohner Karnevalsverein seit der Gründung im Frühjahr 2016 verschrieben hat.

Zwar hat es auch früher karnevalistische Aktionen gegeben, aber ein Verein hat nicht existiert. „Wir haben damals den Karnevalsverein mit 38 Menschen gegründet, heute haben wir schon 135 aktive Mitglieder“, sagt der Vorsitzende Thomas Stolz, der, wie alle anderen Vorstandsmitglieder auch, bei der Jahreshauptversammlung des Vereins im November 2018 wiedergewählt wurde. „Das zeugt unter anderem auch von dem Vertrauen, das die Mitglieder uns entgegenbringen“, freut sich Stolz.

Schaut man sich die von Geschäftsführer Fabian Mohr verwaltete Facebookseite des Vereins an, erkennt man schnell, mit welchem Engagement die Strohner die Karnevalssession vorbereiten und jede Neuigkeit prompt verkünden. Mehr als 600 Fans folgen dem Verein über diese Plattform. Darüber hinaus ist der dem Dachverband  Rheinische Karnevals-Korporationen (RKK) angegliederte Verein in den sozialen Netzwerken Instagram und Snapchat aktiv. Zusätzlich gibt es ein eigenes Vereinsmagazin, das an alle Haushalte verteilt wird. „Ein guter Kommunikationsmix für alle Zielgruppen ist uns sehr wichtig“, erläutert Mohr.

Seit etwa einem Jahr neu ist die digitale Fernsehsendung „HohnaTV“, die über Facebook schnell eine Reichweite von mehreren Tausend Besuchern pro Ausgabe erzielt. In der letzten Ausgabe nahm der Vorsitzende Stolz unter anderem Bezug auf die neue Winterferienregelung, der wohl viele Karnevalsvereine misstrauisch entgegen sehen. „Ich gehe davon aus, dass alle die, die Karneval feiern wollen, dies auch machen werden. Wir beobachten die erstmalige Durchführung dennoch mit einem kritischen Auge.“

In jedem Fall lassen sich die Hohna bei der Planung nicht entmutigen. Der Terminkalender ist voll. Mangels eigenen Umzugs in Strohn – das Hauptaugenmerk liegt laut Kassenwart Dominik Welter auf dem Bühnenkarneval – gibt es für die Vereinsmitglieder ausreichend Möglichkeiten, mit den bunten Hohna-Kostümen, den Vereinsschals und eigenen Wagen an den Umzügen der befreundeten Vereine in der Umgebung teilzunehmen. „Zum ersten Mal fahren wir in eine ganz andere Region – zu einem der größten Umzüge an der Mittelmosel nach Enkirch“, sagt Katrin Bros, die zweite Vorsitzende. „Wir möchten mit unserer Hohna-Schar neue Impulse setzen.“ Dann gibt es noch den Vereinsausflug in die „Lachende Kölnarena“ am Freitag, 8. Februar.

Aber auch in Strohn selbst wird gefeiert und zwar, wie kann es anders sein, im „Hohnastall“, zu dem das Bürgerhaus an den Karnevalstagen umbenannt wird. Zum fünften Mal gibt es dort die Kölsch-Party am Samstag, 2. März, zu der wieder rund 300 Besucher erwartet werden. „Wir hoffen, dass auch der Bunte Abend am Samstag, 16. Februar, erneut großen Zuspruch erfährt“, sagt Bros. Dabei zeigen auch die jungen Damen der Funkengarde ihre seit Oktober neu einstudierten Tänze. Als Adjutant des Sitzungspräsidenten fungiert an diesem Abend zum zweiten Mal der erst 19-jährige Lukas Stolz.

Und wenn die närrische Zeit vorbei ist, gackern die Hohna trotzdem weiter. Dann wird die Kirmes, in deren Rahmen ein Rockbandkonzert sowie ein Sieben-Schräm-Turnier stattfindet, gemeinsam mit den weiteren ortsansässigen Vereinen organisiert. „Der Zusammenhalt innerhalb unseres Verein ist groß, und wir finden mehr und mehr Anerkennung“, sagt Dominik Welter. In diesem Sinne: Strohna Hohna – ei,ei!

Drei Fragen an ...

... den Vorsitzenden Thomas Stolz

Karneval wird in Strohn ja schon lange gefeiert? Wie kam es dazu, dass vor rund drei Jahren ein Verein gegründet wurde?

Seit über 40 Jahren gibt es den örtlichen Karneval, der von der Vereinsgemeinschaft organisiert worden ist. Vor drei Jahren wollten wir das Brauchtum selber strukturieren und über einen Verein richtig organisieren. Durch viele engagierte Personen kam es folglich zur Gründung des Vereins.

Wie sehen Sie die Zukunft des Vereins?

Wir haben in den letzten Jahren eine enorme Jugendarbeit geleistet und versuchen nach wie vor, junge Leute – auch in Führungspositionen – einzubinden. Wir wollen die Leidenschaft und Erfahrung des Brauchtums weitergeben und zugleich Mut machen, um Dinge zu verändern. Ein Verein muss schließlich mit der Zeit gehen. Stillstand ist Rückstand. Ich blicke daher mit voller Zuversicht in die Zukunft.“

Wird es irgendwann einmal wieder einen Karnevalsumzug in Strohn geben?

Das ist derzeit schwierig zu sagen. Aktuell haben wir nicht genügend Gruppen, um einen eigenen Umzug zu gestalten. Sollte es in Zukunft die Bereitschaft und den Willen für einen eigenen Umzug geben, dann steht der Verein dahinter.“