Unsere Vereine: Ein musikalischer Geburtstagskuchen mit 22 Lieblingsstücken

Unsere Vereine : Ein musikalischer Geburtstagskuchen mit 22 Lieblingsstücken

Die Kyller Chorallen feiern am 24. November ihr zehnjähriges Bestehen mit einem Jubiläumskonzert in Jünkerath

„Vereine, die grundsätzlich keine Frauen aufnehmen, sind aus meiner Sicht nicht gemeinnützig“, hat gerade in dieser Woche Bundesfinanzminister Olaf Scholz gesagt. Nicht erklärt hat er, was er von Chören hält, in denen grundsätzlich keine Männer mitsingen dürfen. Zum Beispiel bei den Kyller Chorallen. Der Frauenchor feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen mit einem Jubiläumskonzert (siehe „Info“ rechts).

„Der Name ,Kyller Chorallen‘ ist Augenzwinkern und Ortsbestimmung in einem“, erläutert Sängerin Ulrike Erb-May. Denn vor 370 Millionen Jahren gab es rund um das heutige Hillesheim Korallenriffe. Da lag das Wortspiel nahe.

Warum sie einen reinen Frauenchor gegründet hat, erklärt Chorleiterin Gudula Kinzler so: „Wenn ich Sängerinnen und Sänger suche, dann kommen 20 Frauen und drei Männer – darauf hatte ich keine Lust.“ Ein ausgewogener Klang ist damit jedenfalls nicht zu schaffen.

Eine bunte Truppe mit viel Spaß am Gesang: die Kyller Chorallen mit Chorleiterin Gudula Kinzler (zweite Reihe, Mitte). Foto: Kyller Chorallen
So hat alles angefangen: Der erste Auftritt am 1. Juli 2009 in der Scheune von Musiklehrerin Mechthild Roller in Oberbettingen. Foto: Kyller Chorallen
Die Kyller Chorallen singen zwar keine Kirchenlieder – treten aber auch in Kirchen wie hier 2017 in Mürringen (Belgien) auf. Foto: Kyller Chorallen
Sie ist von Anfang an mit dabei: Chorleiterin Gudula Kinzler am Klavier. Foto: Kyller Chorallen
Geselligkeit wird bei den Chorallen großgeschrieben: Hier haben die Sängerinnen einen gemeinsamen Ausflug nach Luxemburg unternommen. Foto: Kyller Chorallen

Den Anstoß zur Gründung des Chores gaben vor zehn Jahren Elke Hatenrath-Jardin und Konny Serwe: Sie hatten sich in Bitburg bei einem Musical-Projekt kennengelernt, das ebenfalls von Gudula Kinzler geleitet wurde. Alle drei wohnten in der Nähe voneinander und starteten daher einen Aufruf. Bereits zum ersten Treffen fanden sich 17 Sängerinnen ein – Chorstärke erreicht. Ein paar Frauen gingen wieder, andere kamen, jedes Jahr gab es aber einen kleineren oder auch größeren Auftritt. „An der 20 haben wir lange gekratzt“, sagt Chorleiterin Kinzler. Aber mittlerweile ist auch diese Marke überschritten. Die 22 Sängerinnen proben jeden jeden Mittwoch in Hillesheim Chorliteratur unterschiedlicher musikalischer Richtungen. Nur eines war von Anfang an klar: „Bloß keine Kirchenlieder!“ Aber vom Volkslied über  Schlager bis Rock und Pop, von Klassik bis Musical ist fast jedes Genre vertreten. Auch für Olaf Scholz wäre bestimmt das Passende dabei.