Gerolsteiner Sternsinger fahren ins Europäische Parlament nach Brüssel

Unsere Vereine : Kuchen und Segen vom Kardinal

Für Enie, Janina, Leon und Sebastian aus der Pfarreiengemeinschaft Gerolsteiner Land im Bistum Trier steigt die Aufregung: Am 8. Januar dürfen sie stellvertretend für alle deutschen Sternsinger den Segen ins Europäische Parlament nach Brüssel bringen.

Gemeinsam mit 19 Sternsingern aus Österreich, Ungarn, Rumänien, Italien und Belgien werden sie dann zu Gast sein bei Vizepräsident Rainer Wieland. Passend zum deutschen Aktionsthema „Frieden“ werden die 13 Mädchen und 10 Jungen im Alter von 10 bis 16 Jahren buntgestaltete Friedensbotschaften mit nach Brüssel nehmen.

„Es ist für mich eine große Ehre, dass ausgerechnet wir ausgewählt worden sind und nach Brüssel dürfen“, sagt die zehnjährige Enie aus Pelm. Gemeinsam mit den drei anderen hat sie sich in den letzten Wochen mit ihrer Betreuerin Anja Kessler mehrfach getroffen und Lieder und Texte auswendig gelernt, damit am großen Tag auch alles klappt. Kessler war es wichtig, Jugendliche aus allen Teilen der weiträumigen Pfarreiengemeinschaft mitzunehmen. So stammt Sebastian aus Kalenborn-Scheuern, Janina aus Büscheich und Leon aus Lissingen.

Vor eineinhalb Jahren hatten sich die Sternsinger aus dem Raum Gerolstein mit einem Video beim Kindermissionswerk darum beworben, den Segen zum Bundespräsidenten bringen zu dürfen. „Wir hatten unser Video unter das Thema gestellt, dass sich überall auf der Welt seit 2000 Jahren Menschen ihrem eigenen Stern folgend aufmachen, um etwas in ihrem Leben zu suchen“, erzählt Kessler. Zwar habe es für Berlin nicht geklappt, doch beim Kindermissionswerk erinnerte man sich an das kreative Video und fragte für Brüssel an. „Ich freue mich schon auf den Besuch und finde es spannend zu sehen, wie genau das in Brüssel beim Parlament so abläuft“, freut sich Leon (14). Als Sternsinger engagiert er sich schon seit Jahren, weil er es gut findet, „dass Kinder etwas für andere Kinder sammeln, sodass sie genug zu essen haben, in die Schule gehen können und nicht in Kriege ziehen müssen.“ Die zwölfjährige Janina ist inzwischen schon seit acht Jahren Sternsingerin, „und es macht immer noch Spaß“, sagt sie. „Ich finde es gut, dass die Leute schon auf uns warten und sich freuen, wenn wir vorbeikommen.“

Freuen darf sich auch Vizepräsident Wieland, besonders über die Friedensbotschaften der Kinder. „Der Friede fängt im Kleinen an und geht um die ganze Welt“ lautet unser Motto, erklärt Kessler. Ihre Texte werden die Jugendlichen auf Hochdeutsch und im Dialekt vortragen, außerdem haben sie Bilder gemalt, die unter anderem das diesjährige Beispielland der Sternsingeraktion, den Libanon, in den Fokus nehmen. So zeigt etwa Janinas Bild den Libanon umgeben vom Meer, auf dem ein Schiff fährt. Damit möchte sie auf die Situation von Flüchtlingen aufmerksam machen. Ihre Botschaft: Frieden kann nur entstehen, wenn die Menschen einander helfen und tolerant gegenüber anderen sind.

In Brüssel werden die Sternsinger nach dem offiziellen Empfang jene Parlamentsabgeordneten besuchen, die den Segen für ihre Räume erhalten möchten. Unter einen besonderen Segen hat sich die Gruppe um Anita Kessler aber schon im Nachbarland Luxemburg gestellt: Dort besuchten sie Kardinal Jean-Claude Hollerich. „Es besteht guter Kontakt zwischen dem Kardinal und unserer Pfarreiengemeinschaft, sodass wir es auch im Sinne von Frieden und Völkerverständigung ein schönes Zeichen fanden, den Segen aus Luxemburg symbolisch mit auf unsere Reise zu nehmen“, erläutert Kessler, deren Gruppe von Pfarrer Ralf-Pius Krämer begleitet wurde.