Unsere Vereine: Zum Jubiläum geht’s in die Pension Schöller

Unsere Vereine : Zum Jubiläum geht’s in die Pension Schöller

Theaterverein Wiesbaum-Mirbach spielt ab 15. November eine legendäre Komödie

Eine Theatertradition habe es in den Ortsteilen Wiesbaum und Mirbach mit heute 560 beziehungsweise knapp 100 Einwohnern schon lange gegeben. „Und wir Frauen spielten zu unterschiedlichen Anlässen aus Eigeninitiative Sketche und kleine Stücke“, erzählt Roswitha Zens. Doch dann habe die Sache auf Vereinsfüße gestellt werden sollen, erinnert sie sich an die Geburtsstunde des Theatervereins bei einem geselligen Beisammensein mit Gerta Helmert und Helmut Stuck.

Das ist nun genau 20 Jahre her. Und deshalb ist jetzt Jubiläumssaison des Theatervereins Wiesbaum-Mirbach. Helmut Stuck wurde seinerzeit zum ersten Vorsitzenden gewählt – „und hat bis heute die Fäden in der Hand“, betont seine Dauer-Stellvertreterin Roswitha Zens. „Er kann sehr gut organisieren, kennt sich bestens in rechtlichen Dingen aus und spielt selbst super Theater“, bringt sie das Engagement des 58-jährigen Prokuristen einer Molkerei auf den Punkt.

Überhaupt zeichnet sich der Vorstand durch eine hohe Kontinuität aus. Auch Helmut Stucks Ehefrau Regina ist von Anfang an dabei, bisher als Schriftführerin, nun als Beisitzerin und weiterhin als die Leiterin der Jugendgruppe „Coolisse“. Gerta Helmert ist nach 20 Jahren zwar gebührend verabschiedet worden, kümmert sich aber weiterhin um den Kartenverkauf. Auch Margret Blum war zwei Jahrzehnte mit von der Partie. Aktuell hat der Verein 92 Mitglieder; davon sind 43 im Kinder- und Jugendalter.

Das Premierenstück 1999 war „Blaues Blut und Erbsensuppe“. Im vorigen Jahr war „Der Guru von Do-Ping“ auf die Bühne gebracht worden. An die Stücke „Schäferstündchen“ und „Katzenjammer“ erinnern sich Roswitha Zens und Regina Stuck noch gerne. Und an „Pension Schöller“, ein besonders beliebtes Stück von Laientheatergruppen und in Wiesbaum 2009 bereits gespielt. Für die Spielzeit im 20. Jahr sei es in einer anderen Fassung als damals ausgewählt worden – vor etwa einem halben Jahr, wie Roswitha Zens erzählt. So viel Vorlauf braucht ein Stück, bis es reif für die Generalprobe (traditionell vor Mitarbeitern und Bewohnern der umliegenden Seniorenheime) und für die fünf Aufführungen (siehe Info) ist. Im Rahmen der Proben im Laufe der zwei Jahrzehnte fanden zwei theaterpädagogische Projekte statt: mit dem inzwischen verstorbenen Pantomimen und Regisseur Mehmet Fistik, der in Stadtkyll und Esch zuhause war, und mit Massud Noori aus Köln.

Zum Theaterverein Wiesbaum-Mirbach gehören die 24 „Bühnenmäuse“, die jeweils am ersten Adventssonntag im Rahmen der Weihnachtsbuchausstellung der Katholischen Öffentlichen Bücherei ein Stück spielen, dieses Mal „E-Mail an den Weihnachtsmann“. Der neunjährige Tim Meyer spielt dann den Kommissar. Der Jungschauspieler sagt: „Es ist toll, wenn so viele Zuschauer da sind, und wenn sie uns durch Lachen und Klatschen zeigen, dass es ihnen gefällt.“ Die Jugendabteilung „Coolisse“ spielt jeweils am dritten Adventswochenende (samstags und sonntags um 14.30 Uhr) ein Kinderstück – im Jubiläumsjahr ist es das Märchen „Aschenputtel“. Unter den 19 Mitwirkenden ist Nils Theobald (18). „Mir gefällt die Gemeinschaft besonders gut“, erklärt er.

Der Vorstand des Theatervereins Wiesbaum-Mirbach. Foto: Helmut Stuck/Theaterverein Wiesbaum-Mirbach
„Jubel, Trubel, Jubiläum“ hieß es 2004. Zur 1200-Jahr-Feier von Wiesbaum gab es von den Damen „1200 Küsse für Freddy“. Foto: privat
Die Jugendgruppe Coolisse – hier ein Bild aus dem Jahr 2014 – führt Märchen auf. Diesmal ist „Aschenputtel“ an der Reihe. Foto: e_servib <e_servib@volksfreund.de>+SEP+e_servib <e_servib@volksfreund.de>

Neben den schauspielerischen Leistungen, die der Verein Jahr für Jahr auf der Bühne zeigt, spielen gemeinsame Veranstaltungen eine wichtige Rolle. Etwa der Besuch der Aufführungen auf der Freilichtbühne Schuld (Landkreis Ahrweiler), die Wanderungen, Helferfeste, Spielfeste und das Abschlusskegeln. Oder vor Kurzem – extra zum Jubiläum – die Mehrtagesfahrt nach Hamburg mit dem Besuch des Ohnsorgtheaters.

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