1. Die Woch

Freizeit: Wandern neu entdeckt

Freizeit : Wandern neu entdeckt

Der Tag des Wanderns am 17. September soll Lust auf Bewegung in der Natur machen – Corona hat den Trend verstärkt.

(red/daj) Bundesweit laden zum Tag des Wanderns am Freitag, 17. September, Vereine und andere Organisationen zu Aktionen rund um das Thema Wandern ein. Das Spektrum reicht von Naturschutz-Aktionen bis zu Kultur- und Hüttenwanderungen. Da die diesjährigen Aktionstage Gesundheitswandern vom 17. bis 19. September stattfinden, wird auch das Gesundheitswandern vielerorts angeboten.

Initiiert hat den Tag des Wanderns vor fünf Jahren der Deutsche Wanderverband. Normalerweise findet er am 14. Mai statt, wurde in diesem Jahr aber wie schon 2020 in den September verschoben. In Hillesheim lädt der örtliche Eifelverein am Freitag, 17. September, 18 Uhr, zu einer sechs Kilometer langen Abendwanderung ein. Treffpunkt ist an der Messehalle am Marktplatz in Hillesheim.Neben der Waldentwicklung auf den ehemaligen Heideflächen des Wiesbachtals werden alte und weitgehend unveränderte Buchenwälder vorgestellt. Weitere Themen der dreistündigen und mittelschweren Wanderung sind die Geologie des Mittleren und Oberen Buntsandsteins und der Naturschutz.

Die Nachfrage nach Wanderwegen ist aufgrund der Corona-Situation im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr stark angestiegen. Das ergab eine nicht repräsentative Branchenbefragung des Deutschen Wanderverbands. „Viele Menschen haben das Wandern neu für sich entdeckt“, so Studienleiter Erik Neumeyer. Auch der stärkere Betrieb auf den Wanderwegen spiegele den Boom. Über 90 Prozent der Befragten gaben an, dass sie nach dem ersten Lockdown eine sehr hohe oder hohe Frequentierung „ihrer“ Wanderwege wahrgenommen hätten.

Besonders häufig nachgefragt wurden laut DWV-Befragung Halbtages- und Tagestouren (90 Prozent), gefolgt von zertifizierten Wanderwegen (54 Prozent), Familienwanderangeboten (43 Prozent) und Mehrtagestouren (35 Prozent). Das sind im Wesentlichen die Wanderungen, die schon vor der Pandemie eine wachsende Rolle gespielt haben. Neumeyer: „Damit hat die Corona-Pandemie wie in vielen anderen Lebensbereichen auch beim Wandern eine verstärkende Wirkung auf bestehende Trends.“

Allerdings hätten auch Beeinträchtigungen der Umwelt zugenommen, wie 53 Prozent der Befragten angaben. Am häufigsten wurde Müll am Wegesrand (86 Prozent) beobachtet.

Bei der DWV-Befragung im Herbst 2020 rechneten 42 Prozent damit, dass sich der coronabedingte Wanderboom bis einschließlich 2022 fortsetzen werde. Studienleiter Neumeyer ging jedoch davon aus, dass der nach der Befragung verhängte harte Lockdown tiefgreifende Auswirkungen auf die Gastronomie haben würde. Er sah „die Gefahr, dass Strukturen nachhaltig verloren gehen und den aufkeimenden Wanderboom blockieren“.

Wie sich die Situation mittelfristig entwickelt, bleibt also abzuwarten. Einen ersten Aufschluss darüber könnten die Ergebnisse des Wandermonitors der Forschungsgruppe Wandern an der  Ostfalia-Hochschule für angewandte Wissenschaften geben, die im Frühjahr 2022 veröffentlicht werden sollen. In den Jahren 2020 und 2021 wurden und werden dafür Wanderer nach ihren Vorlieben befragt.

Eines jedenfalls ist klar: Auch wenn das Hochwasser im Juli nicht nur im Ahrtal, sondern zum Beispiel im Bereich der Irreler Wasserfälle schwere Schäden verursacht hat, so ist die Region doch insgesamt gut aufgestellt, um von einem möglicherweise anhaltenden Wanderboom zu profitieren. Erst vor gut drei Wochen hatte das Wandermagazin bekanntgegeben, dass der Vulkamaar-Pfad in der Vulkaneifel zu Deutschlands schönstem Wanderweg gewählt wurde. Der zweite Platz in der Kategorie der Tagestouren für den Felsenweg 6 im Naturpark Südeifel unterstreicht die Beliebtheit der Eifel als Wanderregion.

Wandertermine der regionalen Vereine finden Sie wie gewohnt im Innenteil. Aber auch ganz individuell und nicht nur am Tag des Wanderns lohnt es sich, die Region zu Fuß zu entdecken. Und das Beste daran: Wer sich auf eigene Faust auf den Weg in die Natur macht, muss sich über Corona-Regeln keine Gedanken machen.