1. Die Woch

Motor: Warum Toyota doch noch Diesel kann

Motor : Warum Toyota doch noch Diesel kann

Unser Fahrbericht: Der aufgewertete Land Cruiser ist ein kerniges Stück Fahrfreude.

Eigentlich ist der Dieselmotor ja nicht mehr so das Ding bei Toyota. Die Japaner gelten als „Motor“ und Verfechter der Umwandlung auf neue regenerative Energieformen wie E-Mobilität und Wasserstoff. Aber eben nur eigentlich. Denn in diesem Fall soll und kann es nicht ohne das selbst zündende Aggregat unter der Haube gehen. Eine Ausfahrt im schweren Offroader mit dem neuen 2,8 Liter großen Turbodiese, der im aktuellen Jahrgang auch mit weiteren Features aus den Bereichen Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Komfort verbessert wurde, bestätigt uns in der Annahme: Toyota kann auch noch Diesel.

Wer sich einen „echten“ Offroader, also keinen dieser Soft-SUV, zulegt, der will in der Regel eines: dass zunächst einmal sein Auto und damit auch er auffallen. Auffallend wenigen Besitzern solcher Fahrzeuge geht es dabei aber wirklich darum, sich ins sprichwörtliche heimatliche Outback zu stürzen. Wichtig sind zunächst einmal die erhöhte Sitzposition, ein hoher Einstieg, ein (oft nur angedeuteter) Unterbodenschutz, viel Bodenfreiheit, Wattiefe, mächtige Radhäuser und groß dimensionierte „Schlappen“.

Meist werden Fahrzeuge solcher Art, vorausgesetzt ist ein Allradantrieb, eingesetzt, um als Zugmaschine für schweren Anhänger zu fungieren. Dafür ist der Toyota Land Cruiser mit seiner martialischen Erscheinung konzipiert und geschaffen: Das bewährte, auf einem Leiterrahmen ruhende Chassis, 4X4-Antrieb, Geländeuntersetzung, Bergan- und -abfahrtkontrolle bieten die für solche Vorhaben notwendigen Voraussetzungen. Eine Wattiefe von 70 Zentimetern, und ein Böschungswinkel von 32 Grad sorgen dafür, dass man auch abseits befestigter Straßen keine Angst haben muss, nicht mehr vorwärts zu kommen. Zudem kann man bis zu drei Tonnen an den Haken des „dicken Brummers“ mit einem Stauvolumen von bis zu 1934 Litern nehmen.

Für das Modelljahr 2021 wurde der Land Cruiser jetzt noch einmal aufgewertet. Der 2,8 Liter große Dieselmotor generiert jetzt 204 PS. Das sind 27 „Pferde“ mehr als in der vorherigen Ausbaustufe. Zudem verfügt er jetzt über Stopp-Start-Technik, was auch CO2- und Verbrauchswerte gesenkt hat. Dieses Kraftwerk verrichtet seine Arbeit auch im Pick-up Hilux. Nichts geändert hat sich an den Dimensionen: Als Dreitürer ist der Land Cruiser 4,40 Meter lang oder kurz. Je nach Sichtweise. Als Fünftürer kommen noch einmal 44 Zentimeter Länge und die Optionen einer dritten Sitzreihe gegen 1790 Euro Aufpreis hinzu. Auf die Straße gebracht wird die Kraft von einer ebenso präzise arbeitenden wie kaum wahrnehmbaren Sechsgang-Automatik

 Mehr Power unter der Haube und hochwertigere Ausstattung: Der aufgewertete Toyota Land Cruiser.
Mehr Power unter der Haube und hochwertigere Ausstattung: Der aufgewertete Toyota Land Cruiser. Foto: Harald Dawo

Unterwegs auf „zivilisiertem Terrain“ erlebten wir den aufgepeppten Land Cruiser als wuchtigen und dynamischen Gesellen mit dem Fahrkomfort und der präzisen Lenkung eines Pkw. Dieses Attribut gilt auch für die Ausstattung des mit ausreichend Platz für Kopf, Beine und Schultern ausgestatteten Offroaders. Je nachdem, welche der vier Ausstattungsversionen man wählt, sind ein schnelleres Multimedia-Touchscreen-System inklusive Apple Carplay und Android Auto und Navigationssystem mit Rückfahrkamera sowie das Sicherheitspaket Toyota-Safety-Sense der zweiten Generation serienmäßig an Bord oder optional erhältlich.
Die Preisliste für den dergestalt aufgewerteten Land Cruiser beginnt bei 43 650 Euro für den Dreitürer, der Fünftürer ist ab 46 050 Euro zu haben. Mit rund 1000 jährlich erwarteten Verkäufen gibt sich Toyota noch etwas bescheiden. Aber Luft nach oben ist auf dieser Skala sicherlich noch vorhanden.