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Statistik
Dünn besiedelt, aber touristisch weit vorn

Der Sitz der Verwaltung Bernkastel-Wittlich: Das Kreishaus in der Kurfürstenstraße.
Der Sitz der Verwaltung Bernkastel-Wittlich: Das Kreishaus in der Kurfürstenstraße. FOTO: klaus kimmling
Wittlich/Bernkastel-Kues. Die Mitarbeiter des Statistischen Landesamts Rheinland-Pfalz zählen fast alles. Ein Blick in ihre Daten zeigt, wo die Stärken der Region liegen. Von Lars Oliver Ross
Lars Oliver Ross

112 000 Menschen machen den Landkreis Bernkastel-Wittlich unter den 24 Kreisen und zwölf kreisfreien Städten nach den Einwohnerzahlen des statistischen Landesamtes gemessen zur Nummer 17 in Rheinland-Pfalz. In der Region Trier liegt der Kreis nach Trier-Saarburg, wo rund 148 000 Menschen leben, auf Platz zwei – noch knapp vor Trier (etwa 110 000) und weit vor den Eifeler Nachbarn Bitburg-Prüm (98 000) und Vulkaneifel (61 000). 

Eng wird es denen aber – auch wenn die Einwohnerzahl in den vergangenen beiden Jahren nach Jahrzehnten der Stagnation wieder leicht gewachsen ist – noch lange nicht im Kreis. Denn mit nur 95,9 Menschen auf jedem der insgesamt 1168 Quadratkilometer Boden nimmt Bernkastel-Wittlich landesweit Rang 33 unter 36 Kreisen und kreisfreien Städten ein.

Für keinen anderen Kreis gilt das geflügelte Wort vom „Leben, wo andere Urlaub machen“ zugleich so sehr wie hier. Denn der Landkreis Bernkastel-Wittlich ist touristisch unangefochten die Nummer eins im Land. Hier gibt es 359 touristische Betriebe, die 19 388 Gästebetten anbieten, in denen im Jahr 2016 genau 842 597 Gäste insgesamt 2 645 673 Mal übernachtet haben. In all diesen Bereichen belegt Bernkastel-Wittlich Rang eins im landesweiten Vergleich, den das statistische Landesamt in Bad Ems immer wieder aktualisiert. Die Attraktivität des Landkreises Bernkastel-Wittlich entspringt nicht zuletzt aus seinem ländlichen Charakter. Etwa 34 000 Hektar der Fläche nutzen Landwirte, davon mehr als 3000 Hektar Winzer für ihre Betriebe. Auf den Weiden grasen etwa 24 000 Rinder und mehr als 6000 Schafe. Es gibt mehr als 12 000 Schweine und fast 900 Pferde.

Und dennoch: Der Landkreis, der landschaftlich Eifel, Mosel und Hunsrück in sich vereint, ist auch geprägt von seinen Städten – und davon gibt es streng genommen vier. Das sind Wittlich, Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach und Manderscheid. Bei einer davon ist Stadt allerdings eher ein Namensbestandteil. Auch wenn manche Lokalpatrioten es anders sehen mögen, Manderscheid ist mit 1300 Einwohnern ein großes Dorf, das aus historischen Gründen Stadt heißt. Aber auch die drei verbleibenden Städte sind sehr unterschiedlich groß. Die Kreisstadt Wittlich hat mit 18 300 Einwohnern klar die Nase weit vorn. Denn in Bernkastel-Kues leben „nur“ 6900 Menschen, in Traben-Trarbach 5700. Das heißt aber auch, dass knapp 30 Prozent der Menschen, die im Landkreis leben, in diesen drei Städten beheimatet sind.

Die Daten der rheinland-pfälzischen Statistiker geben allerdings noch viel umfassendere Einblicke in fast alle Bereiche Lebens in der Region: von Bildung über Straßenverkehr und Gesundheitswesen bis zur Wirtschaft.⇥ Seite 3

Einst der Sitz der Stadtverwaltung – und auch heute noch ein Schmuckstück des Wittlicher Marktplatzes: das Alte Rathaus.
Einst der Sitz der Stadtverwaltung – und auch heute noch ein Schmuckstück des Wittlicher Marktplatzes: das Alte Rathaus. FOTO: m_wil <m_will@volksfreund.de> - Klaus Kimmling
Bernkastel-Kues Januar 2016. Nichts los in Bernkastel-Kues, leerer Marktplatz, wie man ihn normal nicht kennt, geschlossene Geschaefte und leere Strassen. TV-Foto: Klaus Kimmling
Bernkastel-Kues Januar 2016. Nichts los in Bernkastel-Kues, leerer Marktplatz, wie man ihn normal nicht kennt, geschlossene Geschaefte und leere Strassen. TV-Foto: Klaus Kimmling FOTO: Klaus Kimmling
Das Wahrzeichen von Traben-Trarbach: Das Brückentor verbindet beide Stadtteile.
Das Wahrzeichen von Traben-Trarbach: Das Brückentor verbindet beide Stadtteile. FOTO: m_mo <m_mo@volksfreund.de>
Von vielen Punkten des Hunsrücks ist der Radarturm am Erbeskopf sichtbar. Foto: Klaus Kimmling
Von vielen Punkten des Hunsrücks ist der Radarturm am Erbeskopf sichtbar. Foto: Klaus Kimmling FOTO: Klaus Kimmling / TV