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Feuerwehr Dierscheid: Löschen, retten, bergen und soziales Engagement seit 80 Jahren

Feuerwehr Dierscheid feiert Geburtstag : Löschen, retten, bergen und soziales Engagement seit 80 Jahren

Die Ausstattung der Dierscheider Feuerwehr hat sich über die Jahre verbessert, der Wille zu helfen ist ungebrochen. Doch nicht nur der Brandschutz liegt der Wehr am Herzen.

80 Jahre sind schon ein Alter. So alt wird nicht jeder, auch nicht jede Feuerwehr. Die Feuerwehr Dierscheid kann in diesem Jahr dieses Jubiläum feiern. Mit 15 Personen hat die Wehr im Jahr 1939 unter Wehrführer Peter Meyer ihren Anfang genommen. Als der Wehrführer zum Militär musste, übernahm Philipp Henkel das Amt. Die Frauen haben damals die Aufgaben in der Feuerwehr übernommen. 1955 hatte die Wehr 19 Aktive und sie bekam eine Tragkraftspritze TS 4/4.

Die Ausstattung hat sich in den weiteren Jahrzehnten stetig verbessert, beispielsweise bekam man 1976 einen Tragkraftspritzenanhänger. Ein besonderer Tag war der 19. Juli 1987. Damals konnte Wehrführer Hermann Loßbrand aus der Hand von Karl Becker, dem damaligen Bürgermeister der Verbandsgemeinde, den Schlüssel für das neue Feuerwehrgerätehaus entgegennehmen.

 Die Freiwillige Feuerwehr Dierscheid Mitte der 1970er Jahre.
Die Freiwillige Feuerwehr Dierscheid Mitte der 1970er Jahre. Foto: FFW Dierscheid

Die Jugendfeuerwehr

Ebenso wichtig ist für die Feuerwehr der 1. Oktober 1983, denn an diesem Datum wurde die Jugendfeuerwehr gegründet, die am Anfang zehn Jugendliche zählte. Meist waren zwischen acht und zehn Jungen und Mädchen dabei. Aktuell sind es drei, weil momentan einfach nicht viele Kinder und Jugendliche im 180-Einwohner-Ort leben. Wehrführer Wolfgang Backes sagt: „Die Jugend ist uns immer wichtig.

 Die Jugendfeuerwehr Dierscheid im Jahr 2012.
Die Jugendfeuerwehr Dierscheid im Jahr 2012. Foto: FFW Dierscheid

Wir wollen die Gemeinschaft stärken, indem wir etwas mit ihnen unternehmen, das sind beispielsweise Zeltlager oder Treffen mit Freunden aus Luxemburg, Ausflüge ins Schwimmbad oder in den Kletterpark.“ Er ergänzt: „Zudem haben wir Kinder aus den Nachbarorten Naurath und Heidweiler mit ausgebildet.“ Bei der Wehr sind es durchgängig 15 bis 18 aktive Feuerwehrleute. Wehrführer Wolfgang Backes sagt: „Für einen Ort unserer Größe ist das schon eine ganz gute Zahl. Besonders schön ist es, dass bei den Übungen eine hohe Beteiligung ist.“

Die Einsätze

Die hohe Beteiligung zahlt sich bei Einsätzen besonders aus. Von denen hatte die Feuerwehr Dierscheid in ihrer Geschichte einige. 1976 war ein Großbrand im Staatsforst beim Hansenkreuz. Die Feuerwehr Dierscheid und 1000 Feuerwehrleute aus dem gesamten Landkreis und darüber hinaus waren nötig, um das Feuer in den Griff zu kriegen, bei dem der Katastrophenalarm ausgelöst war. Über mehrere Tage zogen sich die Löscharbeiten hin.

 Die Dierscheider Feuerwehrleute bringen die Spenden für krebskranke Kinder persönlich ins Mutterhaus nach Trier.
Die Dierscheider Feuerwehrleute bringen die Spenden für krebskranke Kinder persönlich ins Mutterhaus nach Trier. Foto: FFW Dierscheid

Ein KFZ-Brand im Waldgelände bei der alten Kiesgrube war im Januar 1986 ein ungewöhnlicher Einsatz für die Wehr. Bei der Windwurfkatastrophe am 3. und 26. Februar 1990 haben die Feuerwehrleute ebenfalls, teilweise unter Lebensgefahr, mit angepackt. Vielen Mitgliedern ist auch noch der Einsatz im April 1995, bei einem schweren Verkehrsunfall, in Erinnerung. Mit den Wehren aus Hetzerath und Heidweiler hat man im Jahr 2000 einen Großbrand in der ehemaligen Poststelle gelöscht.

Aktiv in der Gemeinde

Die Feuerwehr ist für Dierscheid aber nicht nur sehr wichtig, weil sie ihre Aufgaben – löschen, retten und bergen – wahrnimmt, sondern weil mit dem Deutschen Roten Kreuz und der Interessengemeinschaft nur zwei weitere Vereine im Ort gibt. Sie hilft mit, die örtlichen Traditionen zu pflegen. Die Feuerwehrleute stellen beispielsweise den Mai- und den Weihnachtsbaum auf. „Wir können sagen, dass wir hier in Dierscheid oft den höchsten Weihnachtsbaum der ehemaligen VG Wittlich-Land haben.

 Dieses Foto zeigt einen Umzug in den Anfangsjahren der Feuerwehr.
Dieses Foto zeigt einen Umzug in den Anfangsjahren der Feuerwehr. Foto: FFW Dierscheid

Das ist aber alleine wegen der Höhe, auf der unser Ort liegt, schon so. Aber wir hatten schon oft Bäume, die an die 20 Meter hoch waren“, sagt der stellvertretende Wehrführer Günter Schröder. Bei der Kirmes sind sie, neben dem DRK, Veranstalter. Außerdem haben sie bereits zehn internationale Feuerwehrwanderungen nach Dierscheid geholt.

Soziales Engagement

 Der langjährige Wehrführer Hermann Loßbrand, Wolfgang Backes und Günter Schröder (von links) bei einer Spendenübergabe.
Der langjährige Wehrführer Hermann Loßbrand, Wolfgang Backes und Günter Schröder (von links) bei einer Spendenübergabe. Foto: FFW Dierscheid
 Logo Unsere Vereine
Logo Unsere Vereine Foto: TV/Schramm, Johannes

Von den Erlösen ihrer Aktionen, beispielsweise von der Christmas Rock oder anderen Partys, der Kirmes oder Jubiläen, haben die Feuerwehrleute immer einen großen Teil gespendet. Meist haben die Kinderkrebsstation in Trier oder der Kindergarten das Geld bekommen. Einzelspenden gingen an Bedürftige, die einen Schicksalsschlag erlitten haben. Im vergangenen Jahr haben sie ein Benefizkonzert mit drei Bands und 800 Besuchern organisiert, bei dem 21 700 Euro für einen kleinen Jungen, der an einer seltenen Form des Muskelschwunds erkrankt ist, eingenommen wurden. Noah und dessen Familie können nun einen Hausumbau finanzieren. 30 Helfer waren im Einsatz, 50 Menschen haben insgesamt mit angepackt, und 130 Firmen haben gespendet. Kontakt zur Familie haben die Feuerwehrleute immer noch.