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Statistik
Menschen, Autos, Apotheken

Wittlich/Bernkastel-Kues. Wer einen Blick auf die Zahlen wirft, die das Statistische Landesamt ständig zusammenträgt, kann daraus ganz neue Perspektiven auf das Geschehen entwickeln, an dem er oder sie täglich teil hat: Sei es auf der Straße, in der Schule, in der eigenen Wohnung oder beim Arzt.
Lars Oliver Ross

Der Landkreis Bernkastel-Wittlich ist eine landschaftlich reizvolle Region. Er erstreckt sich von den Höhen der Eifel über die Mosel bis in den Hunsrück hinein. Es ist ein sehr grüner Landstrich, geprägt von kleinen Dörfern und Städtchen. So kann man den Kreis beschreiben, wenn man eher auf wolkige Worte steht.

Es geht aber auch anders: Der Landkreis ist 1167 Quadratkilometer groß, von denen 48,3 Prozent von Wald bedeckt sind. Der Durchschnitt aller Landkreise in Rheinland-Pfalz liegt bei 41,7 Prozent. Der Kreis ist gegliedert in vier Verbandsgemeinden mit 105 Ortsgemeinden und zwei verbandsfreie Gemeinden.

So hört sich der gleiche Sachverhalt in Zahlen an, und von denen trägt das statistische Landesamt Rheinland-Pfalz ständig Unmengen zusammen, um damit viele Bereiche des Lebens statistisch abzubilden, und vor allem auch, um Vergleiche möglich und Veränderungen sichtbar zu machen. Deshalb lohnt sich ein Blick auf das, was das Amt mit Sitz in Bad Ems jedem Bürger unter anderem im Internet unter der Adresse www.statistik.rlp.de bereitstellt und ständig aktualisiert.

Bevölkerung

Der Landkreis Bernkastel-Wittlich ist etwas männlicher und etwas älter als der Landesdurchschnitt: Von den 112 006 Menschen, die zum Stichtag am 31.12.2016 im Landkreis Bernkastel-Wittlich lebten, waren 55 904 Männer und 56 102 Frauen. Der Männeranteil liegt mit 49,9 Prozent etwas höher als der Schnitt aller Kreise, der bei 49,5 Prozent liegt. Der Anteil der jungen Menschen (bis 20 Jahre) liegt je 100 Menschen im sogenannten erwerbsfähigen Alter (20 bis 65 Jahre) mit 30,6 Prozent unter dem Landesschnitt von 31,1, der der Älteren (über 65 Jahre) mit 37,1 etwas über dem Schnitt der anderen Landkreise, der bei 36,3 liegt.

Nach Vorausberechnungen des Landesamtes wird die Zahl der Menschen im Kreis übrigens bis 2035 auf etwa 103 500 und damit um 6,5 Prozent schrumpfen. Dieser Trend gilt für alle Landkreise, allerdings voraussichtlich nicht in der gleichen Geschwindigkeit. Das Minus soll im Schnitt bei 5,3 Prozent liegen. Während der Anteil der Jungen mit berechneten 30,7 je 100 Menschen zwischen 20 und 65 annähernd gleich bleiben wird, steigt der Anteil der Älteren auf 64,6, so dass dann nach dieser Prognose auf 100 Menschen im erwerbsfähigen Alter 95,3 Menschen kommen, die einer Erwerbsarbeit noch nicht oder nicht mehr nachgehen

Bildung

Der Landkreis hat eine kleinteilige Bildungslandschaft: Insgesamt gibt es hier 60 Schulen. Mit 42 sind die meisten davon naturgemäß Grundschulen, hinzu kommen sieben Realschulen plus, vier Gymnasien, zwei Integrierte Gesamtschulen und fünf Förderschulen. An diesen Schulen werden im laufenden Schuljahr 11 373 Schüler unterrichtet. 3702 an Grundschulen, 2961 an Gymnasien, 2692 an Realschulen plus, 1514 an Integrierten Gesamtschulen und 504 an Förderschulen.

Während die Zahlen für andere Schularten nah am Durchschnitt aller Landkreise liegen, führt das früh entwickelte Angebot zweier integrierter Gesamtschulen dazu, dass der Anteil der Schüler, die diese besuchen, in der Sekundarstufe eins (bis zur zehnten Klasse) mit 20,8 Prozent aller Schüler dieser Stufe deutlich über dem Landesschnitt von 16,7 Prozent liegt. Dafür rangiert der Anteil der Gymnasiasten in dieser Stufe mit 33,7 Prozent deutlich unter dem Landeswert von 38,9 Prozent.

Von den 877 Kindern., die in diesem Jahr im Landkreis eingeschult wurden, besuchen 96,5 Prozent eine Grundschule, 3,5 Prozent eine Förderschule.

Gesundheit

Die ärztliche Versorgung im Landkreis ist überdurchschnittlich gut. Denn in der Region gab es 2016 insgesamt 162 Ärzte. Damit kommen 690 Einwohner auf einen Arzt. Im Schnitt aller Landkreise sind es 769 Einwohner je Arzt. 65 Ärzte im Kreis sind Allgemeinmediziner und damit  für die Grundversorgung besonders wichtig. Auch hier ist die Abdeckung insgesamt etwas besser als im Schnitt der Kreis im Land. Denn hier kommen auf einen Allgemeinmediziner 1720 Menschen, anderswo 1834.

Zahnärzte gibt es im Kreis 55 und damit einen pro 2033 Einwohner (Landesschnitt: 2179). Einzig bei den Apotheken ist der Kreis nur durchschnittlich ausgestattet. Insgesamt bieten 26 Apotheken hier ihre Dienste an.

Wohnen

Im Landkreis dominiert das Einfamilienhaus. Insgesamt leben die 112 000 Menschen im Kreis in 55 630 Wohnungen, die sich auf 39 766 Gebäude verteilen. Mehr als Dreiviertel dieser Gebäude und mehr als die Hälfte aller Wohnungen sind Häuser mit nur einer Wohnung. Diese dominieren zwar auch in allen anderen rheinland-pfälzischen Landkreisen mit durchschnittlich 51 Prozent aller Wohnungen. In Bernkastel-Wittlich ist der Anteil mit 55,5 Prozent allerdings noch höher. Die Wohnungen im Kreis sind durchschnittllich 113,1 Quadratmeter groß und damit 1,4 Quadratmeter größer als die Durchschnittswohnung im Land.

Verkehr

Der Landkreis hat viele Straßenkilometer, auf denen es recht gefährlich zugeht. Insgesamt gab es Anfang 2017 genau 93 551 angemeldete Kraftfahrzeuge im Kreis. Die meisten davon waren mit 71 849 Personenwagen. Pro 1000 Einwohner gab es damit 641 Autos, im rheinland-pfälzischen Landkreisschnitt waren es 636. Während diese Zahlen noch nah beieinander liegen, ist der Landkreis bei der Zahl der Verkehrsunfälle deutlich überdurchschnittlich: 2017 gab es hier 4508 Unfälle. Das sind 40,2 pro 1000 Einwohner. Im Durchschnitt aller Landkreise waren es „nur“ 33,8 je 1000 Einwohner. Der größte Teil der „zusätzlichen“ Unfälle, die sich auf den insgesamt 1101 Kilometer Straßen im Landkreis ereigneten, waren jedoch glücklicherweise nur mit Sachschäden verbunden.