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Mit professionellem Anspruch ins Eventum

Unsere Vereine : Mit professionellem Anspruch ins Eventum

Was am 19. Februar 1956 im Gasthaus Pikart in Lüxem mit der Vereinsgründung des Musikvereins, als kleines Samenkorn begann, ist nach 63 Jahren längst zu einer stattlichen, blühenden, musikalischen Wiese geworden.

Das kann man an verschiedenen Dingen festmachen. Zum einen haben international erfolgreiche Musiker wie Karl- Heinz Steffens, designierter Musikdirektor der Prager Staatsoper, und Matthias Ambrosius, Soloklarinettist der Münchener Philharmoniker, ihre Wurzeln hier. Zum anderen wird hier musikalische Basisarbeit ab dem Kindergartenalter geleistet. Die musikalische Früherziehung wird mit der Kreismusikschule durchgeführt, es gibt eine Blockflötengruppe mit 15 Kindern, ein Vorstufenorchester für Kinder, die seit einem oder eineinhalb Jahren ein Instrument spielen, das eigene Jugendorchester mit 30 Musikern, dass Dirigent Stefan Barth leitet und das große Orchester, indem aktuell 55 Musiker aktiv sind. „Das lassen wir uns auch etwas kosten“, erklärt Joachim Schiffer, 1. Vorsitzender. „Wir stellen schon im Jugendorchester einen Dirigenten und beteiligen uns mit 25 Prozent der Kosten am Einzelunterricht der Musikschule“, sagt er weiter.

Den Jugendlichen macht ihr Hobby im Musikverein sehr viel Freude. Johannes Pschierer, 14 Jahre, spielt Posaune und berichtet: „Ich bin schon seit der musikalischen Früherziehung hier. Man wird musikalisch sehr gefördert und es ist auch ein Treffpunkt im Dorf. Man verliert so nicht den Kontakt zu den Gleichaltrigen und auch nicht zu den anderen Generationen.“ Beim Konzert im vergangenen Advent hatte er seinen ersten Auftritt mit dem großen Orchester. Stefan Barth, Dirigent des Musikvereins, meint: „Es ist wichtig, dass die Übergänge gut gestaltet werden. Die Adventskonzerte bieten sich dafür an, denn dort beginnen alle bei null. Das ist eine gute Gelegenheit sich einzubringen.“ Marie Kotowski, 14 Jahre und spielt Klarinette, findet die musikalische Abwechslung gut, dass man sich Ziele setzt und auf diese hinarbeitet.

Zum musikalischen Niveau des Musikvereins, äußert sich auch Karl-Heinz Steffens: „Die Grundlagen dafür, wurden mit dem Beginn der Jugendarbeit in den 70er Jahren gelegt, und ich war, bei unserem gemeinsamen Konzert vor drei Jahren baff, wie sich das weiterentwickelt hat.“ Auf den Punkt bringt es der 1. Vorsitzende: „Die Verantwortlichen haben damals einen professionellen Anspruch im Amateurbereich formuliert und die Ausgangsvoraussetzungen geschaffen, mit Instrumenten, Lehrern, Proben am Sonntag und Dirigenten.“ Stolz sind die Lüxemer auch darauf, dass viele nach einigen Jahren, etwa nach einer Babypause, wieder zurückkommen. „Der Verein hat zudem eine Sogwirkung. Musiker aus der Umgebung, die sich musikalisch in ihren Vereinen nicht mehr genügend gefordert fühlen, finden hier einen Platz“, berichtet Vereinsmitglied Klaus Wahl. Höhepunkte in der jüngeren Geschichte des Vereins waren das Konzert vor drei Jahren im Eventum mit 1000 Besuchern und die Adventskonzerte. In den 90er Jahren waren es ein ZDF-Sonntagskonzert auf der Niederburg in Manderscheid, ein Auftritt bei der grünen Woche in Berlin, und die musikalische Mitgestaltung bei der Preisverleihung des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ auf Bundesebene in Berlin.

 Der MV Lüxem beim Open-Air-Konzert „Klassik im Dorf“.
Der MV Lüxem beim Open-Air-Konzert „Klassik im Dorf“. Foto: MV Lüxem

In diese Liste soll sich das Konzert mit Thiemo Kraas einreihen. Kennenlernen konnten die Musiker den Komponisten und Dirigenten bereits bei einem Probenwochenende im März. Dabei fiel auf, dass er einen gänzlich anderen Stil hat, das Orchester zu leiten, als Stefan Barth. „Wir mussten sehr konzentriert bei der Sache sein, er hat sehr detailliert gearbeitet. Als Komponist der Stücke konnte er uns auch einiges über die Herangehensweise und Entstehung sagen. Das war für uns sehr interessant und wir haben viel gelernt“, so Joachim Schiffer.

Das Konzertprogramm besteht etwa zur Hälfte aus Stücken des Komponisten, die dieser auch selbst dirigieren wird, bei den anderen Werken übernimmt Stefan Barth den Dirigentenstock.

 Die Flötengruppe unter Leitung von Andrea Wenig.
Die Flötengruppe unter Leitung von Andrea Wenig. Foto: Christina Bents
 Das Orchester spielt beim Adventskonzert in der Pfarrkirche St. Maria Magdalena Lüxem.
Das Orchester spielt beim Adventskonzert in der Pfarrkirche St. Maria Magdalena Lüxem. Foto: MV Lüxem
 Die Gründungsmitglieder des Vereins.
Die Gründungsmitglieder des Vereins. Foto: MV Lüxem
 Logo Unsere Vereine
Logo Unsere Vereine Foto: TV/Schramm, Johannes

Damit es auch tatsächlich ein Erlebnis wird, feilen die Musiker mit ihrem Dirigenten in den letzten Proben vor dem Auftritt an den Feinheiten. Da wird darauf geachtet, dass die einzelnen Töne festlich und in sich ruhend klingen, so dass sich die Stücke in Musik verwandeln, die die Menschen berührt wie eine Blumenwiese, die aus einem Samenkorn entstanden ist.

  • Das Konzert des MV Lüxem unter dem Motto „Vita pro Musica – Ein Leben für die Musik“ findet am Samstag, 18. Mai, im Eventum in Wittlich statt. Der Eintritt kostet im Vorverkauf 13 Euro an der Abendkasse 15 Euro. Karten gibt es bei Ticket Regional, im Alten Rathaus, bei der Moseleifel Touristik, der Mühlenbäckerei in Lüxem und in der Schlossgalerie.