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Geocaching
Schnitzeljagd mit GPS-Gerät und Landkarte

GPS-Geräte für Geocaching-Touren können in verschiedenen Tourist-Informationen ausgeliehen werden, zum Beispiel in Kröv.
GPS-Geräte für Geocaching-Touren können in verschiedenen Tourist-Informationen ausgeliehen werden, zum Beispiel in Kröv. FOTO: Touristinformation Kröv / TV
Wittlich. Aus ganz Deutschland kommen Besucher zur Schatzsuche an die Mosel und in die Eifel. Doch was hat es mit den versteckten Dosen überhaupt auf sich? Von Adrian Froschauer

Der GPS-Empfänger ist ein Muss, Block und Stift sind hilfreich, Landkarte und Kompass sind auch manchmal dabei: Das ist die Grundausrüstung der modernen Schatzsucher, die sich Geocacher nennen. Geocaching ist eine Art Schnitzeljagd, bei der die Teilnehmer mit GPS-Geräten sogenannte Caches (vom französischen „cacher“: verstecken) ausfindig machen. Die Koordinaten und der eine oder andere Hinweis auf das genaue Versteck lassen sich online nachlesen. Die Caches sind unter Parkbänken und an Hausfassaden versteckt, in Baumkronen und auf Berggipfeln, in 191 verschiedenen Ländern, sogar in der Antarktis findet man einige (wenn man sie denn findet). Manche lassen sich nur finden, nachdem man ein Rätsel gelöst hat, andere erst am Ende einer Wanderung mit mehreren Etappen. Die eigentlichen Caches sind unterschiedliche Behälter – in den kleinsten steckt nur ein Zettel, auf dem die Finder ihren Namen und das Datum eintragen, in den größten neben einem richtigen Logbuch verschiedene Gegenstände zum Tauschen.

Derzeit gibt es etwa drei Millionen aktive Geocaches auf der Welt. Deutschland steht auf Platz zwei der Länder mit den meisten aktiven Caches: Etwa 370 000 warten laut Internetseite geocaching.com in der ganzen Bundesrepublik darauf, gefunden zu werden. Mehr als 20 000 davon sind in Rheinland-Pfalz versteckt. Auch in der Region werden fleißige Geocacher fündig, egal ob in der Stadt oder auf dem Land: In der Stadt Trier und im Landkreis Trier-Saarburg liegen insgesamt mehr als 1000 Caches, im Eifelkreis Bernkastel-Wittlich mehr als 800, im Landkreis Bitburg-Prüm und im Vulkaneifel-Kreis sind es jeweils fast 500.

Das besondere an der Region sei, dass die hier versteckten Geocaches vor allem in die Natur locken, auf die vielen Wanderwege und Traumschleifen, erklärt der Trierer Geocacher Michael Birkel. Aber: „Man kann nicht einfach überall eine Dose hinwerfen. Dagegen gibt es Sättigungs- und Abstandsregeln. Caches, die nicht zur selben Tour gehören, müssen mindestens 161 Meter von einander entfernt sein.“ Man achte auch darauf, die Natur nicht kaputt zu machen. „In den Anfangszeiten, so um das Jahr 2000, haben viele Leute einfach nur das Abenteuer gesucht und keine Rücksicht auf die Umgebung genommen. Aber mittlerweile gibt es ein dichtes Regelwerk.“ Darin ist zum Beispiel festgelegt, wo man Geocaches platzieren darf und wie man sich im Wald zu verhalten hat. Es gibt auch „Cache in, trash out“-Events, bei denen Cacher während ihrer Suche Müll sammeln und entsorgen. „Der Wald ist schließlich für alle da“, sagt Birkel. „Nicht nur für uns.“

Wer das Geocaching einfach mal ausprobieren will, kann sich ein GPS-Gerät leihen, zum Beispiel bei der Tourist-Information Bitburger Land. Geschäftsführerin Maria Arvanitis erklärt: „Die meisten Cacher haben eigene Geräte. Aber wir informieren auf unserer Homepage über Caches und Routen für Anfänger.“ Dort kann man auch entsprechende Informationen für das GPS-Gerät oder die Geocaching-App auf dem Smartphone herunterladen.

Die Schatzsuche liegt im Trend, erklärt Birkel: „Es kommen zwar nicht mehr so viele neue Leute dazu wie vor ein paar Jahren. Aber mittlerweile ist es ganz normal, Kinder, Senioren oder ganze Familien unter den Geocachern zu sehen.“

Ein Veranstaltungstipp: Mehr als 1000 Cacher aus der ganzen Welt werden im Mai in Idar-Oberstein bei „Stashes’n’Stones“ erwartet. Dort werden neben besonderen Geocaching-Touren auch Workshops angeboten.