Unsere Vereine: Theaterspielen hat in Dorf eine lange Tradition

Unsere Vereine : Theaterspielen hat in Dorf eine lange Tradition

600 der 20 Tausend Wittlicher sind Dorfer. Und sie fühlen sich auch heute noch als „Dörfler“. 1970, als sie sich noch eigenständig als „Dorf“ Dorf nennen durften, holten sie die Bronzemedaille beim Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ (der Wettbewerb heißt heute: Unser Dorf hat Zukunft).

Als kleinster Ortsteil der Kreisstadt haben sie sich ihr dörfliches Eigenleben erhalten. Das organisieren sie im Verein „Dorfgemeinschaft Wittlich Dorf“. Er wurde am 30. Mai 1976 von den Vereinen Männergesangsvereins 1922 e. V., der freiwilligen Feuerwehr, dem Tisch-Tennis-Club sowie dem damals neuen Kultur- und Karnevals-Verein „Doafa Hinn“ gegründet. Vielfältige Aktivitäten vom Karnevalszug bis zum Bunten Abend wurden von dem neuen Verein an den närrischen Tagen zu Freude der Dorfgemeinschaft organisiert. 2007 kam das Theaterspielen dazu.

Sie haben „Dem Resi seinen Loaden“ im Jahre 2015 umgesetzt. Foto: Verein
Das aktuelle Organisationsteam, das mit Hans Adriani gemeinsam auch die diesjährige Theatersaison vorbereitet und durchführt: von links nach rechts sitzend: Stefan Lehnen, Renate Simon, Nici Bartel, Herbert Cartus; stehend: Inge Schiffels, Gerhard Schiffels, Lydia Kossendey, Reinhold Lehnen. Foto: Verein
„Kommt von irgendwo ein Lichtlein her?“, so heißt es ab 17. Oktober wieder im Vereinshaus, der „guten Stube Dorfs“. Beim Dorfer Theater 2019 geht es diesmal darum, dass Pfarrer Buck und sein Küster Jakob ordentlich Mist bauen. Bei einer feuchtfröhlichen Zechtour haben sie Geld verspielt, das für das neue Altargemälde bestimmt war. Ob sie es wieder beschaffen können, ist die große Frage. Die wollen sie beantworten: (von links nach rechts) Astrid Eichhorn-Sanchen, Christoph Herres, Sieglinde Debald, Michael Lehnen, Peter Simon, Anita Lehnen, Karin Ossadnik, Eva Arnoldi, Gerhard Hoffmann und Margarete Lieser. Foto: Verein
Foto: Verein

Herbert Cartus, schon elf Jahre der Vorsitzende erklärt zur Tradition des Theaterspielens in Dorf: „Am Familienabend des Männergesangsvereins Dorf wurde fast in jedem Jahr bis in die 60er Jahre ein Theaterstück aufgeführt. Gespielt und geprobt wurde im Saale des Gasthauses Zur Post in Dorf. Nach der Gründung des Trägervereins und dem anschließenden Bau des Vereinshauses spielten wir anlässlich des närrischen Jubiläums im Jahre 2007 (33 Jahre Karnevalsverein) als offizielle Festveranstaltung erstmals wieder Theater. Wir wollten damit ein Stück Kultur wieder beleben.“ Mit großem Eifer und viel Spaß waren alle Akteure und die Helfer dabei. Der ins „Doafa Platt“ umgeschriebene lustige Dreiakter „So eine Nacht“ wurde aufgeführt und führte zu einer neuen Tradition: Im zweijährigen Rhythmus im Wechsel mit dem historischen Dorffest wird seither Theater gespielt. Und das sehr erfolgreich, wie die Zahl der bisherigen Besucher zeigt. Die Anzahl der Vorstellungen im Vereinshaus vergrößerte sich von 2007 bis zuletzt 2017 von drei auf acht immer total ausverkauften Vorstellungen in jedem Jahr. Exakt 111 Besucher nehmen an jeder Vorstellung teil. Das waren bis heute in 35 Vorstellungen insgesamt 3885. Cartus ist sich sicher: „Da kommen in den in diesem Jahr angebotenen acht Vorstellungen nochmals 888 dazu.“

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