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Sport
Von Favoriten und Farbtupfern

In der vergangenen Saison lieferten sich die SG Laufeld und Markus Jany (weißes Trikot, rechts) mit der SG Moseltal (links daneben am Ball: Marcel Kresse) lange Zeit ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Laufeld hatte am Ende die Nase vorn. Jetzt würde Moseltal am liebsten nachziehen und ebenfalls in die A-Liga aufsteigen.
In der vergangenen Saison lieferten sich die SG Laufeld und Markus Jany (weißes Trikot, rechts) mit der SG Moseltal (links daneben am Ball: Marcel Kresse) lange Zeit ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Laufeld hatte am Ende die Nase vorn. Jetzt würde Moseltal am liebsten nachziehen und ebenfalls in die A-Liga aufsteigen. FOTO: Sebastian J. Schwarz / sjs / Sebastian J. Schwarz
Wittlich. Die klassenhöchsten Teams im Fußball-Spielkreis Mosel sind bereits im Einsatz, aber der Bezirksliga bis hinunter in die Kreisligen C geht es ab diesem Wochenende wieder um Punkte. Spannung ist vielerorts angesagt.
Andreas Arens

Kreissport-Mitarbeiter beim Trierischen Volksfreund

Von Andreas Arens

 Himmelhochjauchzend und schon ein wenig zu Tode betrübt:  Nach dem Abstieg aus der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar hat der FSV Salmrohr eine Etage tiefer noch mächtig zu kämpfen. Das auf einigen Positionen neuformierte, im Kern aber zusammengebliebene Team von Trainer Lars Schäfer startete mit zwei Niederlagen in die neue Rheinlandliga-Saison. Ganz anders dagegen die Lage beim SV Morbach, der in der vergangenen Spielzeit lange um den Klassenverbleib zittern musste: Sechs Punkte aus zwei Partien bedeuten für die Schützlinge von Coach Thorsten Haubst eine makellose Bilanz, die man nur allzu gerne Schritt für Schritt ausbauen würde.

In der Bezirksliga West gehen mit der SG Buchholz/Manderscheid/Hasborn, der SG Neuerburg/Wittlich/Lüxem und dem Aufsteiger SV Mosella Niederemmel drei Vertreter aus dem Spielkreis Mosel an den Start.

Während Erst- und Drittgenannte rein den Klassenerhalt als Ziel angeben, gehen die Blicke der Kreisstädter weiter nach oben. Zwar verließ Toptorjäger Nico Neumann die Spielgemeinschaft und gibt man offiziell auch nur den Ligaverbleib als Ziel an – die Zugänge Daniel Mehrfeld (FSV Salmrohr) und der vom Eifeler B-Ligisten SG Preist gewechselte Raphael Ney dürften den Verlust von Neumann aber kompensieren. In der vergangenen Saison war immerhin bereits der sechste Platz für die weiter von Markus Schwind gecoachte Mannschaft herausgesprungen – und das als Aufsteiger wohlgemerkt.

Der SG-Lokalrivale Rot-Weiss wird nun einen weiteren Anlauf unternehmen, ebenfalls den Sprung in den überkreislichen Fußball zu schaffen. Zuletzt scheiterte das frühere Türkgücü in der A-Klasse zweimal denkbar knapp. Wieviel Potenzial im mit früheren Rheinland-, Ober- und gar Regionalligaspielern  gespickten Team steckt, wurde am vergangenen Sonntag auch in der ersten Runde um den Rheinlandpokal deutlich: Hier siegte Rot-Weiss mit 2:1 gegen  den ambitionierten Bezirksligisten TuS Mosella Schweich.

Am ehesten wird dem amtierenden Kreispokalsieger SV Zeltingen-Rachtig, der SG Burgen/Veldenz und auch einer neugebildeten Spielgemeinschaft zugetraut, ebenfalls ein ernsthaftes Wörtchen in der Titelvergabe mitzureden: Die SG Reil wurde um den Bezirksliga-Absteiger TuS Kröv erweitert und geht nun unter dem Namen SG Mont Royal an den Start.

Platz in den jeweiligen B-Ligen haben die SG Traben-Trarbach und die SG Laufeld/Wallscheid/Niederöfflingen gemacht.  Um die Nachfolge der Doppelstädter in der BI-Staffel bewerben sich besonders der Zweite aus der abgelaufenen Runde, der SV Blankenrath, und die SG Dhrontal/Haag/Horath/Merscheid. Ebenfalls gute Chancen auf einen Platz weit vorne werden der in jüngerer Vergangenheit deutlich stabilisierten SG Gielert/Hilscheid eingeräumt.

Prominente Trainer sind (auch) in der neuen Spielzeit in der BII-Staffel am Start. Alfred Weyland ging von A-Ligist SV Hetzerath zur SG Moseltal Lieser. Dort beerbte er Karl-Heinz Reisdorf. Dieser wiederum heuerte beim TuS Platten an und wird hier gemäß englischem Vorbild nicht nur als Trainer, sondern auch als sportlicher Leiter/Manager fungieren.

Eine sehr gute Rolle wird zudem der weiter vom einstigen Rheinlandliga-Angreifer Sascha Fuhr trainierten SG Mittelmosel Bernkastel-Kues zugetraut. Gespannt darf man sein, wie sich der SV Dörbach nach dem zweiten Abstieg in Folge präsentiert. Ein weiterer Aderlass war unumgänglich. Verstärkt mit heimischen Kräften hoffen sie im Salmtal nun nach der gescheiterten Fusion den Neuaufbau stemmen zu können.

Das Geschehen in den beiden C-Liga-Staffeln wird weiter von vielen zweiten Garnituren geprägt. Farbtupfer bleiben in der CI der im vergangenen Sommer neugegründete, überwiegend aus Akteuren mit Migrationshintergrund formierte SV Alt-Kues Rojava und die Sportfreunde Lok Wengerohr-Belingen sowie in der CII der B-Liga-Absteiger SV Longkamp.

Insgesamt scheint der Spielkreis Mosel schweren Zeiten entgegenzugehen: Im Jahre 1990 gab es 145 Teams im Spielkreis Mosel. Aktuell sind es nur noch 63 Mannschaften.  „Wir müssen den sportlichen Abwärtstrend stoppen“, betonte Kreisvorsitzender Walter Kirsten jüngst beim Kreistag in Burgen. Attraktivere, noch flexiblere Spielpläne könnten ein Schlüssel dafür sein, diesen Abwärtstrend und damit auch immer wieder aufkeimende Gedanken, eine Kreisreform durchzuführen, stoppen.