1. Die Woch

Motor: Zorro auf Koreanisch

Motor : Zorro auf Koreanisch

Bei der dritten Generation des i20 hat sich Hyundai optisch viel getraut.

Der koreanische Autobauer Hyundai legt bei jeder Gelegenheit Wert auf seine „breite Aufstellung“. Das gilt für die Modellpaletten in den einzelnen Segmenten wie auch für die Antriebssysteme von Diesel, Benziner, Mildhybrid, Hybrid, Plug-In bis hin zum Wasserstoff. Ein Renner in diesem automobilen Schaufenster ist der kleine i20. Aus dem hat Hyundai in der dritten Generation nicht nur optisch ein „Zuckerstückchen“ gemacht.

Bei Fahrzeugen, die gegen Polo, Corsa & Co. antreten, muss man Mut zur Frische, zum Außergewöhnlichen, haben. Oft sind es junge Leute, die Fahrzeuge dieser Preisklasse fahren, und die lassen sich nicht gerne mit einem drögen und langweiligen Fahruntersatz abspeisen. Dennoch hat Hyundai, sagt auch Chefdesigner Andreas Bürkle, sich in der Blechkleid-Schneiderei ganz besonders inspirieren lassen.

Der 4,04 Meter kurze Wagen ist ein Blickfang, egal von welcher Seite man ihn in Augenschein nimmt. Er besticht durch knackige, sportliche Proportionen. Gefällig sind die vielen kleinen Designelemente, die ineinandergreifen und ein Ganzes ergeben, das bei jedem Hingucken wieder etwas anders ausschaut. Glaubt man zumindest. Der Kofferraum variiert je nach Sitz-Konfiguration zwischen 351 und 1165 Liter. Bei den Mildhybriden bleiben 262 bis 1075 Liter übrig.

Der Wagen ist drei Zentimeter breiter und zweieinhalb Zentimeter flacher als sein Vorgänger und wirkt satter auf der Straße. Ein Hingucker sind die schmalen LED-Streifen. Gezeichnet mit einem scharfen „Z“ wie bei Leinwandheld Zorro. Viele konkave und konvexe Sicken und Details wechseln sich ab. Dröge ist anders.

Der Basispreis von 13 990 Euro für den 84-PS-Vierzylinder-­Saug­benziner in der Ausstattung „pure“ ist unverändert. Es gibt aber mehr Auto. Assistenz-Systeme wie Lichtsensor, Müdigkeitswarner, Notbrems-, Spurhalte- und Fernlichtassistent oder Verkehrszeichenerkennung. Fast die Hälfte aller Verkäufe (4000 Vorbestellungen gibt es schon) erwartet das Haus für die höherwertige Ausstattung „Trend“ (ab 18 804 Euro.) Die offeriert ein digitales Cockpit mit 10,25-Zoll-Farbdisplay, Acht-Zoll-Infotainment-Touchscreen inklusive kabelloser Smartphone-Integration und weiteren Fahrassistenten.

Neben dem Vierzylinder-Sauger gibt es einen Drei-Zylinder-Turbobenziner mit 48-Volt-Mildhybrid-System in zwei Leistungsstufen. Die 100 PS-Ausgabe mit dem neu entwickelten Sechsgang-Getriebe IMT mit elektronischer Kupplung macht Laune. Mit Hilfe des Startergenerators wechselt der Motor beim leichten Anheben des Gasfußes oder auch beim Ausrollen mit eingelegtem Gang in den Segelbetrieb, was zu Spritersparnis und CO2-Reduktion führt. Optional gibt es für 1462 Euro Aufpreis ein Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gangstufen. Darüber liegt ein Modell mit 120 PS und 200 statt 172 Newtonmeter Drehmoment.

Auch das Interieur ist in Materialauswahl, Anmutung, Haptik und Gestaltung kein Bruch mit der Außenwelt. Das wirkt sehr modern, versteckt keine Plastikwüste und hat ein 10,25 Zoll großes Farbdisplay hinter dem Lenkrad. Der in die Mittelkonsole integrierte Bildschirm beinhaltet das Bluelink-System von Hyundai mit sehr detaillierten und genauen Telematik-Diensten. Wie auch beim i30 wird Hyundai einen Spaßmacher in Gestalt des i20 N folgen lassen. Als optisches Appetithäppchen gibt es aber zunächst im Frühjahr 2021 die N-Line mit viel optischem Tuning.