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Dienstleistung, die sich lohnt

Bernhard Becker und Jürgen Klaus vom Verein der Gebäude-Energieberater sind mit ihren Mitstreitern Überzeugungstäter in Sachen Energie und Umwelt. TV-Foto: Cordula Fischer
Bernhard Becker und Jürgen Klaus vom Verein der Gebäude-Energieberater sind mit ihren Mitstreitern Überzeugungstäter in Sachen Energie und Umwelt. TV-Foto: Cordula Fischer
TRIER. Individuelle Lösungen sind in Zeiten steigender Energiekosten gefragt. Eine Investition in eine Immobilie ist eine Investition in die Zukunft. Der Verein der Gebäude-Energieberater hilft Bauherren und Hausbesitzern dabei, den Energieverbrauch von Gebäuden durch effektive Maßnahmen zu senken und gibt Wissen an Architekten, Handwerker und Ingenieure weiter. Seinen Sitz hat er im Umweltzentrum der Handwerkskammer Trier. ARRAY(0x56c52a78)

Mitte des Jahres fand die offizielle Gründung des Vereins der Gebäude-Energieberater statt. Doch der eigentliche Startschuss für den Zusammenschluss geht zurück auf das Passivhaus als Vorzeigeobjekt während der Landesgartenschau Trier 2004. "Das hat viel Öffentlichkeit geschaffen", sagen Jürgen Klaus, Architekt, und Bernhard Becker, Ingenieur für Versorgungstechnik. Zunächst hatten sich Handwerker, Ingenieure und Architekten aus gemeinschaftlichem Interesse zu einem losen Zusammenschluss zusammengetan und traten bei Messen, Energiespartagen und Veranstaltungen der Handwerkskammer auf. Eine Organisationsstruktur zu entwickeln wurde notwendig, als die Energieberater für den Umweltpreis des Landes Rheinland-Pfalz 2006 nominiert waren, den sie als einer von sechs Preisträgern von Umweltministerin Margit Conrad erhielten. Mit diesem Preis werden innovative Projekte und Initiativen mit Vorbildfunktion ausgezeichnet, die als Modell für umweltgerechtes, nachhaltiges Handeln, ökologisches Bauen, Energieeffizienz und Energiesparen sowie zukünftige Entwicklungen nachahmens- und unterstützenswert sind. Als neutrale Wissensträger informieren die Energieberater nicht nur Eigentümer und Bauherren objektiv, produkt- und ge- werbeunabhängig, und beantworten deren Fragen zu innovativen Heiztechniken, ökologischem Bauen und neuen Dämmstoffen. Sie schulen als Dozenten die nächste Generation von Energieberatern und bilden Ingenieure, Architekten und Handwerker aus, die noch nicht als Berater beim Bundesamt und für Wirtschaft- und Ausfuhrkontrolle gelistet sind. "Wer die Augen vor den neuen Entwicklungen verschließt, bleibt auf der Strecke", sind sich Becker und Klaus sicher. Auch die Aus-, Fort- und Weiterbildung der aktiven Vereinsmitglieder dient der Qualitätssicherung, denn die Bezeichnung des Energieberaters ist kein geschützter Begriff und alle Berater sollten den gleichen Standard haben.Individuelle Lösungen für jedes Haus

Die Energieberater bieten eine Dienstleistung an, die sich bezahlt macht. Es gehe nicht nur darum, bei älterer Bausubstanz den Energieverbrauch zu verringern. "Für jedes Haus muss individuell abgestimmt werden, welche Maßnahmen greifen. Ausschließlich eine Wärmedämmung oder den Heizträger auszuwechseln, reicht nicht aus. Das Haus muss als Ganzes betrachtet und bauphysikalische Folgen einer Maßnahme einbezogen werden", sagen Becker und Klaus. Zu den Leistungen gehört die Beurteilung des Ist-Zustandes der Immobilie sowie die Auswertung des vorhandenen Datenmaterials. Die Energieberater informieren über finanzielle Förderprogramme, fertigen ein Gutachten an, erarbeiten Vorschläge zu Energieeinsparmaßnahmen und stellen einen Gebäudeenergiepass aus. Nicht nur zur Schonung von Umwelt und Ressourcen ist die Energieberatung ein wichtiges Instrument. Auch die Wohnqualität und der Immobilienwert erfahren eine Aufwertung. Die Hälfte der Erstgespräche führten zu weitergehenden Aufträgen, Vorträge und Messen würden sehr gut besucht, Anfragen gäbe es von Interessenten aus dem gesamten Landesgebiet und über dessen Grenzen hinaus, ziehen Klaus und Becker eine positive Bilanz.